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300 – Film

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Da sitzen sie also beide im Schnittzimmer. An der Wand hängt ein großer Plasmafernseher. Regisseur Zack Snyder liegt auf einem Sofa. Der Editor William Hoy sitzt vor einem monströsen Schnittpult mit tausenden von Tasten. Auf 90% dieser Knöpfe steht in feiner Schrift “Slow Motion” oder “Super Slow Motion” oder gerne auch “Uber Slow Motion”. In glänzenden Farben zeigt der Plasmafernseher ein Gruppe Reiter über einen Hügel galoppieren. “Hmm…”, murmelt Snyder prüfend in seinen Bart. “Irgendetwas fehlt hier noch”. “Ja!”, stimmt ihm Hoy einsilbig zu. “Die bewegen sich alle irgendwie noch zu schnell. Da kommt die Kraft der Pferde und der böse Gesichtsausdruck der Reiter noch nicht richtig zur Geltung.” Lange ist es still in dem kleinen Raum. Dann plötzlich springt Snyder vom Sofa auf, schaut den Bildschirm an, als würden ihm gerade eine Million vermummte Perser in Kampfmontur entgegenstürmen und schreit mit voller Stimme: “Für die Freiheit Spartas und aller Länder Griechenlands, wir brauchen die Uber Slow Motion!”. Gebrüllt, getan, und schon schweben die Pferde in einer Zeitlupe, die man fast Standbild nennen könnte über die Felder Spartas.
Diese Szene spielt sich während der Nachbearbeitungsphase des Films “300″ noch viele viele Male so, oder so ähnlich, ab.

Zack Snyders Interpretation ist noch weniger historische Erzählung als es auch das Comic von Frank Miller nicht ist. “300″ ist ein beinah pausenloses Gemetzel in überbordenden Farben und Geschwindigkeitswechseln, dass man manchmal nicht weiß, ob sich die Figuren während der Kämpfe nicht schon in der Zeit rückwärts bewegen.
Die Spartaner werden zwar den ganzen Film über als die Guten dargestellt, was aber nichts daran ändert, dass ich sie nicht so richtig leidern konnte. Dafür sind die Typen einfach zu arrogante muskelbepackte lebensverachtende Arschgeigen. Als König Leonidas die ihm zur Hilfe kommenden Arkadier nach ihren Berufen fragt, können alle normal antworten. Töpfer, Schmied, Bauer. Dann fragt er seine dreihundert Spartaner nach ihrem Handwerk und das einzige was sie herausbekommen ist ein affiges “Au,Au,Au” Geschrei. Geil, ihr könnt nicht reden, aber wenigstens könnt ihr kämpfen.
Die Veränderungen zum Comic fand ich alle negativ. Das Hinzufügen von der Geschichte um Leonidas Frau bringt nichts, außer Leerlauf zwischen den Kämpfen, den man auch anders hätte schaffen können. In dem man zum Beispiel die einzelnen Soldaten etwas mehr beleuchtet hätte, die alle sowas von geklont über die Leinwand gerannt sind.
Warum Ephialtes sich nicht mehr von der Klippe stürzt wird wohl auch Snyders Geheimnis bleiben. Genauso wie die Szene mit den an den Baum genagelten Dorfbewohnern. Hey, lasst uns mal zeigen, wie super böse diese Perser sind, haben sich die Drehbuchautoren wohl dabei gedacht.
Komisch fand ich auch, dass die Thermopylen übersetzt wurden. Heiße Quellen klingt irgendwie nicht so spektakulär und zu sehen bekommt man sie auch nicht. Ihr merkt schon, ich mäkle an Kleinigkeiten herum, aber solche Sachen summieren sich.

Als Actionfilm bleibt “300″ aber großartig, keine Frage. Mehr ist er aber nicht, auch wenn viele Menschen ihn zu mehr hochstilisieren werden.





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