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Ausweitung der Kampfzone - Michel Houellebecq

Wenn ich etwas über einen Skandalautor lese, dann ist mein Interesse geweckt. Skandale ergeben sich immer nur, wenn jemand etwas komplett anderes und unnormales macht, wogegen der durchschnittliche Bürger schließlich protestieren kann, oder sich angewidert abwendet. So oder so, muss es entweder um ein brisantes Thema oder eine provokative Inszenierung gehen. Beide Aspekte sind mir recht, da es mich schnell langweilt Medien mit der selben Thematik und gleichen Herangehensweise, mehrfach hintereinander zu konsumieren. Wie Menschen alle Harry Potter Bände hintereinander weg lesen können, oder einen Krimiroman nach dem anderen verputzen, ist mir ein Rätsel.

So bin ich nun auf den nicht unbekannten Michel Houellebecq gestoßen. Angeblich der bekannteste französische Autor der Gegenwart. So ganz kann ich das nicht glauben. Auf der Suche nach seinen Büchern in den großen Buchfilialen der Innenstadt fand ich einmal kein einziges Buch von ihm in den Regalen, einmal eines und einmal zwei. Als chronologiebewusster Leser entschied ich mich für seinen Erstling “Ausweitung der Kampfzone”.

Ein junger Informatiker berichtet aus seinem Single - Leben, beschreibt ein düsteres Bild unserer Gesellschaft und ist allgemein nicht so gut drauf. Die Welt ist irgendwie doof und die meisten Menschen, die sie bevölkern, auch. Laut dem Ich - Erzähler gibt es zwei Kampfzonen in unserem Leben: die wirtschaftliche (Arbeit, Geld, Haus, Auto, Pferd) und die sexuelle (mit wem, wie oft, wo, wie).
Mit kühler Sprache wird unser aller trauriges Leben seziert und irgendwann denke ich als Leser auch, dass alles scheiße ist, obwohl es mir ganz gut geht. In dieser Hinsicht kann ich den Roman also empfehlen. Als Downer sehr gut geeignet. Dabei schwingt das Erzählte zwischen eklig, satirisch, überzeichnet und philosophisch hin und her, bildet also eine perfide Mischung, die zu faszinieren weiß.

Am Ende der Lektüre war ich nicht wirklich schlauer, aber für ein paar Tage etwas mehr angepisst von der Welt.


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