Wenn sich der CD Spieler und die Mikrowelle mit den anderen technischen Geräten abends in der Disco treffen, dann hören sie ganz bestimmt Autechre. Ich kenne mich in der Welt der elektronischen Musik nicht so genau aus, aber der Sound des britischen Duos ist schon sehr ungewöhnlich und eigen. Wenn ich deren Musik höre, habe ich immer das Gefühl, der moderne Schnick Schnack um mich herum möchte mit mir kommunizieren. Als hätten sich Handy, mp3 - Player, das Notebook und der USB - Stick mit der Anlage abgesprochen und würden alle gleichzeitig auf mich einschreien. Mal harmonisch und mal in einer großen Kakophonie.
Das neuste Album hört auf den Namen Quaristice und kommt in schönem blau daher. Darauf versammelt sind 20 Tracks mit so klangvollen Namen wie plyPhon, fwzE oder auch 90101-5l-l. Eine klare Struktur ist in den wenigsten Songs zu finden und so fangen sie einfach an und hören mal nach wenigen Sekunden, mal nach einigen Minuten, auch einfach wieder auf.
Unter anderem wird dieser Sound in das Genre der Intelligent Dance Music eingeordnet und wenn dieser Begriff auch etwas snobisch klingt, so ist er doch nicht verkehrt. Diese Klangfetzen sind so weit von stumpfen Technogewummer entfernt, wie Deutschland von einem Sieg beim Eurovision Song Contest. Das führt zu einer faszinierenden und den Hörer einsaugenden Soundkulisse, aber auch zu einem an den Nerven zerrenden Gewusel an Tönen, dass ich es kaum schaffe das Album in einem Stück durchzuhören.
Freunde von schräger und experimenteller Musik sollten sich eine halbe Stunde mit Autechre gönnen und hören, wie sie den harten Tobak vertragen. Vielleicht bleibt ja etwas hängen.
Myspace: Autechre
autechre unbedingt mal live sehen! klingt nochmal ganz anders als auf den scheiben. zugänglicher würde ich behaupten. geht durch mark und bein und ist unglaublich.