
Vor nicht all zu langer Zeit habe ich ein paar Worte über den Roman “Sternwanderer” verloren. Ein nettes, aber nicht überragendes Stück Märchenliteratur.
Nun läuft die Verfilmung schon ein paar Wochen im Kino, ich habe ihn am Veröffentlichungstag gesehen und noch immer nichts darüber geschrieben. Dafür schäme ich mich erstmal offiziell und komme nun zu ein paar weisen Worten.
Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, dann ist “Sternwanderer” ein sehr kruder Mix. Auf der einen Seite natürlich ganz klar ein Fantasyfilm. Es geht um einen Stern in Menschengestalt, der vom Himmel fällt, weil ein König sein Medaillon ins All geworfen hat und dabei eben jenen leuchtenden Himmelskörper getroffen trifft. Genau hier runzelt man ein wenig die Stirn, denn eigentlich ist das alles auch ein wenig abstrus. Wobei wir bei der Komik wären. Denn der Film ist sehr komisch. Teilweise makaber komisch, aber immer auch liebenswert komisch. Wenn eine Ziege zum Mann verwandelt wird hat sie natürlich einen Ziegenbart, bewegt sich aber davon abgesehen auch wie ein bockiger Vierbeiner. Der Held rennt im Wald hinter einer Kutsche her, springt und prallt seitlich davon ab. Das ist teilweise billiger Slapstick, aber mit viel Charme vorgetragen. Kämpft der Held am Ende gegen einen schon toten Prinzen, der von einer Hexe ferngesteuert wird, kommt der makabere Aspekt zu tragen.
Die größten Brüller erntet jedoch Robert De Niro als Luftpirat. Ich will nichts vorwegnehmen, aber seine Performance ist wirklich herausragend und sein Charakter bleibt im Gedächtnis hängen, obwohl er nur sehr wenig Leinwandzeit zur Verfügung hat.
Letztes Genre und damit sind wir nun auch beim Kern der Geschichte angelangt, ist der Liebesfilm.
Tristan, gespielt vom mir völlig unbekannten Charlie Cox, möchte seiner Angebeteten den gefallenen Stern zurückbringen und trifft am Einschlagsort eine weitere schöne Frau. Eben jenen Stern. Erst kommt Tristan als einfältiger und rückständiger Kerl rüber, entwickelt sich aber zu einem netten Abenteurer und natürlich kommt es auch zu einigen partnerschaftlichen Konflikten. Ein großer Pluspunkt für uns Männer ist dabei die kaum vorhandene Schnulzigkeit des Gezeigten.
Apropos Männer. Es gibt natürlich hier und da auch Action und außerdem die teilweise verwelkte und teilweise echt knackige Michelle Pfeiffer zu sehen. Sie will als Hexe ebenfalls den Stern, um ihre Jugend wiederherzustellen. Schauwerte sind also auch vorhanden. Nicht nur körperliche, sondern auch fantastische. Burgen, fliegende Schiffe, Geister, Zauberei. Sieht alles sehr fein aus und drückt sich nicht so sehr in den Vordergrund.
“Der Sternwanderer” ist also ein großes buntes Paket voller Überraschungen und sollte von keinem aufgeschlossenen Filmfan verpasst werden. Selten gingen 130 Minuten, dieses Jahr im Kino, so schnell rum. Und selten hatte man dabei so viel Spaß.
“Ein großer Pluspunkt für uns Männer ist dabei die kaum vorhandene Schnulzigkeit des Gezeigten.”
Was hälsten du eigentlich von Frauen? Auch wir stehen nicht unbedingt auf grenzenloses Süßholzraspeln….