Die Straße – Cormac McCarthy

von Daniel

die-straseWollt ihr mal wieder so richtig schön depressiv sein? Mal wieder so richtig schön hinabsteigen in die Dunkelheit? Sich herrlich suhlen in Tod, Einsamkeit und dem Ende allen Lebens ohne jegliche Hoffnung auf Besserung?

Dann nehmt den neusten Cormac McCarthy Roman in die Hand, setzt euch hin und lest, je nach Lesegeschwindigkeit, drei bis vier Stunden und entschwindet in eine post – apokalyptische Welt.
Es regnet Staub und Dreck, alle Tiere und Pflanzen sind verschwunden und mit ihnen jede Farbe. Die Erde ist nur noch eine dunkle Kruste und kaum ein Sonnenstrahl findet seinen Weg durch die dichte Wolkendecke.
Vater und Sohn wandern auf der Straße gen Süden, immer gen Süden in Richtung der Küste. Sie haben kaum zu Essen, nur die Kleidung, die sie am Leib tragen und einen Revolver mit zwei Schuss Munition.

Warum die zivilisierte Welt untergegangen ist, erfährt der Leser nicht genau, dafür aber grausige Details darüber, was danach passierte: Raubzüge, Essensmangel, Kannibalismus. Dementsprechend vorsichtig gehen die beiden Wanderer mit jedem Fremden um, dem sie auf ihrer langen und beschwerlichen Reise begegnen.

Die Straße ist kein Endzeit-Actionroman, sondern erzählt vom einfachen Überlebenskampf zweier einsamer Seelen, die nur sich selbst haben und nur noch wegen dem anderen weiterexistieren.
Lange Umgebungsbeschreibungen wechseln sich mit minimalistischen Dialogen ab, kurze Ruhepausen mit schrecklichen Entdeckungen und Lebenswille mit Selbstmordgedanken. Keine lockerer Lektüre, sondern ein wiederkehrender Schlag in die Magengegend.

McCarthy hat für “Die Straße” den Pulitzer Preis 2007 erhalten.


The Road
2007
Cormac McCarthy