documenta 12 – Tagestour – documenta Halle – Aue Pavillon

von Daniel

Teil 1: Museum Fridericianum

Nach zwei Stunden im Fridericianun stolpern wir wieder an die frische Luft und blinzeln über das leuchtend rote Mohnfeld.

Weiter geht es in die documenta Halle. Vorbei am Pressezentrum und hinein in den höchsten Ausstellungsraum der d12 mit den ebenfalls größten Ausstellungsstücken. Darunter eine ausgestopfte Giraffe, schwarze und weiße Treppen ins Nichts, Stoffhunde und ein Stoffoktopus, sowie ein enorm langer Teppich, der nicht am Boden liegt, sondern die Wand bedeckt. Auch Juan Davila ist mit einem großen Gemälde, freizügig wie immer, vertreten.

Beeindruckt stehen wir in einem kleinen, aber hohen Raum. Die komplett verglaste Wand ist mit roter Folie beklebt und taucht uns alle in eine höllische Farbe. Dahinter geht es ins Dunkle. Ein offener Laster steht still in einer kaum beleuchteten Ecke. Zurück durch das Rot und hinab in die Orangerie, hinab zum Aue-Pavillon.

In einem U schlängelt sich der große Bau über die Rasenfläche. Betritt man ihn das erste Mal findet man sich in einem weiten und verwinkelten Hallenbau wieder. Etwas verwirrt und unkoordiniert wandern wir zwischen den irgendwie lieblos herumstehenden Kunstwerken herum. Vieles beobachte ich fast gleichgültig, einiges gefällt mir aber doch. Ein aus kleinen Ölkanistern zusammengebautes Schiff, eine Menge E-Gitarren, die selbstständig Töne von sich geben, ein Motorblock aus Naturmaterialien und immer wieder McCracken mit seinen Acrylblöcken.
Ansonsten viel Kritisches gegen Armut, Globalisierung, Kapitalismus. Viel Bedrückendes, kaum Schönes. Etwas enttäuschend.

Passend dazu zieht sich der Himmel draußen zu und die ersten Blitze zeigen sich. Furchtlos schreiten wir dem Donnern entgegen und werden vom erst sanften und dann hämmernden Regen empfangen. Überrascht müssen wir feststellen, dass selbst das dichteste Blätterdach kaum Schutz vor dem kalten Nass von Oben bietet.

Wir Kunstfreunde müssen uns trennen und vorerst zurückziehen. Doch zwei Standorte erwarten uns noch.

Teil 3: Neue Galerie, Schloss Wilhelmshöhe