Drag Me To Hell
von Daniel

Vielleicht habt ihr schon einmal von den Spider-Man Verfilmungen gehört. Die mit Tobey Maguire und Kirsten Dunst. Sollen recht erfolgreich sein. Regisseur der drei Spinnen-Mann-Filme ist Sam Raimi. Bevor er sich dem großen Superhelden-Mainstream hingegeben hat, drehte er kleine lustige Horrorfilme, auch bekannt als die “Evil Dead”-Reihe. Da es in Deutschland etwas schwierig ist, diesen Filmen habhaft zu werden und ich vor vielen Jahren nur einige schlechte Kopien aus unbekannter Quelle gesehen habe, ist mein Vorwissen zum typischen Raimi-Horror eher gering. Ungeachtet dieser Tatsachen hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Drag Me To Hell, Raimis neustem Horrorfilm. Was würde wohl ein Regisseur anstellen, wenn er nach drei gigantischen Filmprojekten in sein angestammtes Genre zurückkehrt und ihm dort totale Narrenfreiheit garantiert ist.
Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Um sich selbst die Möglichkeit einer Beförderung offen zu halten, verweigert die Bankangestellte Christine Brown der Zigeunerin Sylvia Ganush eine Verlängerung ihres Kredits. Spätestens als die alte Dame Christine im Parkhaus auflauert und ihr per Fluch den Dämonen Lamia auf den Hals hetzt, merkt die junge Frau, dass mit gruseligen Zigeuner-Omas nicht zu spaßen ist. Sie hat drei Tage um den Fluch loszuwerden, danach droht ihr der direkte Weg in die Hölle.
Was folgt sind immer wiederkehrende Angriffe des Dämons und immer verzweifeltere Rettungsversuche der von Alison Lohman sympathisch gespielten Verfluchten. Raimi nutzt dabei klassische Horrortricks. Schatten an den Wänden, plötzlicher Wind und den wohl brutalsten Sound, den ich bisher in einem Gruselfilm gehört habe. Noch nie haben Gartentore so laut gequietscht und alte Frauen so laut geschrieen. Auf der einen Seite haben die Schockeffekte dadurch mehr Durchschlagskraft, aber andererseits geht die Lautstärke wirklich an die Schmerzgrenze.
Ebenfalls an die Grenze des guten Geschmacks geht Raimi mit ekligen Flüssigkeiten, die aus dem Körper einer Person in den Mund einer anderen übergehen. Wirklich eklig und ein sehr merkwürdiger Mundfetisch, der sich durch den gesamten Film zieht.
Zum Schluss wird noch ein Twist eingebaut, der leider einmal zu deutlich angedeutet wird und schließlich endet der Film, wie er beginnt. Mit einem lauten Knall. Horrorfans, die keine Lust mehr auf die drastische Pornogewalt der letzten Jahre haben, sollten ein Ticket für diesen Höllentrip ziehen.
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Drag Me to Hell
2009
Sam Raimi
Ghost House Pictures
Trailer: