
Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, ich würde Weihnachten 2007 mit einer Videospielkonsole von Microsoft unterm Tannenbaum sitzen, wäre ein lautes Lachen wohl meine einzige Reaktion gewesen.
Heute kratze ich mich verwirrt am Kopf, schaue auf den großen weißen Kasten von Bill Gates, neben dem kleinen weißen Kasten von Satoru Iwata und frage mich, was hat Sony bloß alles falsch gemacht. Aber es soll nicht um den ehemaligen Marktführer gehen. Es scheint ja auch so, als wenn sich die Japaner ganz langsam erholen und am Ende dieser Generation jeder einen Drittel des Marktes einnimmt. Vielleicht nicht die schlechteste Konstellation.
Die “XBox 360″ also. Das Premium - Modell mit 5 Spielen. Damit kann man die Zeit zwischen den Jahren doch ganz gut verbringen.
Erstmal ein paar Worte zur Hardware. Sowohl mit der Konsole selbst, als auch mit dem unglaublich riesigen Netzteil, lassen sich locker ein bis zwei Elefanten erschlagen. Glücklicherweise ist mein Modell schon mit den neueren, etwas weniger energiefressenden Chips ausgestattet, was mich hoffentlich vor dem berüchtigtem Hitzetod der Konsole schützt. Relativ laut ist das Gerät aber immer noch. Wobei ich die hohe Geräuschentwicklung hauptsächlich dem Laufwerk zusprechen würde. Unter Volllast brummt dieses ordentlich vor sich hin. Zum Glück übertönt das Spielgeschehen die Lautstärke und man wird nicht negativ beeinflusst. Anders sieht es da schon bei der DVD Wiedergabe aus. Mit der Xbox 360 werde ich mir keine Filme ansehen. Bei leisen Szenen ist der Nervfaktor einfach zu hoch. Da greife ich doch lieber auf meine PS2 Slim zurück.
Jetzt aber zu den Spielen:
Project Gotham Racing 3: Erinnert mich an die guten alten Zeiten der “Need for Speed” - Reihe: kein Tuning (oder ich habe es nicht gesehen), teure Sportwagen und ein spaßiges Fahrverhalten. Zwei Daumen hoch gibt es außerdem für den Soundtrack. Es war einer der erhabensten Videospielmomente der letzten Monate, als ich mit 300 km/h über eine nicht enden wollende Brücke gerast bin, greller Sonnenschein sich im stakkato mit den Schatten der Stahlträger abwechselte und plötzlich “Black History Month” von “Death From Above 1979″ aus den Lautsprechern dröhnte.
Kameo: Schön bunt und ganz nettes Charakterdesign, aber spielerisch von Vorgestern. Man kann sich als Elfe in verschiedene Kreaturen verwandeln, die alle bestimmte Fähigkeiten haben. Die erste Mission fühlt sich so an, als könnte es auch die letzte sein, weil man ohne große Erklärung einen Sturmangriff auf das gegnerische Hauptquartier führt. Danach geht es dann fünf Schritte zurück. Alle Fähigkeiten gehen verloren und dürfen nach und nach neu erlernt werden.
Stecke irgendwo in der dritten oder vierte Mission und bin mir nicht sicher, ob es mit mir und Kameo weitergeht.
Forza Motorsport 2: Noch ein Rennspiel und für mich ganz klar das bessere “Gran Turismo”. Es hat die gleiche Vielfalt ist aber deutlich eingängiger und kann besser auf verschiedene Spielertypen eingestellt werden. Ich weiß nicht, ob ein anderes Game vorher schon so tolle Bremshilfen während den Rennen eingeblendet hat. Die richtigen Bremspunkte lassen sich schnell finden und der Frustfaktor geht deutlich zurück. Dafür habe ich dann die KI auf “Schwer” gestellt, damit es nicht zu langweilig wird, wenn ich mit meinem aufgebohrten Golf an den popligen Porsche vorbeirase. Wenn der kleine VW bei uns auf dem Hof steht, sieht er immer so nett und zahm aus. Vielleicht kann ich meinen Vater ja zu ein paar kleinen Umbauten überreden …
Viva Pinata: Meine Freundin hat das Spiel eine halbe Stunde gespielt und es sich direkt danach für ihren PC gekauft. Muss also irgendwie gut sein. Es ist super knuffig und süß und so, aber ich fühle mich teilweise etwas verloren in meinem Garten. Die Möglichkeiten erschlagen einen, werden aber kaum erklärt. Ist aber genau das richtige für verregnete Tage. Einfach mit einem Tee und einer Decke aufs Sofa kuscheln und den bunten Pinatas beim wuseln zuschauen.
Lost Planet: Bisher nur die erste zwei Missionen gespielt, aber Mechs im Schnee mit den Aliens aus “Starship Troopers” ist eine unschlagbare Kombination. Und der Held heißt “Wayne” … ahaha .. Wayne, versteht ihr … naja … *seufz*
Ihr merkt schon, ich habe einen kleinen Spannungsbogen eingebaut. Den dicksten Klops hebe ich mir bis zum Schluss auf.
Hört sofort auf nach “Halo!!!!!” zu schreien …
Vorher noch ein paar Worte zu “Xbox Live”. Überraschenderweise war die Installation problemlos. Netzwerkkabel in Router, Netzwerkkabel in Xbox, fertig. Die Möglichkeit Demos herunterzuladen ist großartig und funktioniert blendend. Zwei “Xbox Live Arcade” Spiele habe ich auch schon angetestet. “Puzzle Quest” und “Geometry Wars” gefallen mir beide sehr gut, aber ich werde wahrscheinlich zu den DS Versionen greifen. Sind perfekte Spiele zum mitnehmen.
Wenn mich jemand stalken möchte, mein Gamertag ist “Rhodok“. Freue mich über jede Kontaktaufnahme. Dann kann ich auch die Community - Features mal antesten.
Jetzt aber zu “Halo 3“.
Kurz ein paar Worte zu meinem Vorwissen. Den ersten Teil habe ich auf dem PC gespielt. War nett, aber am Ende auch sehr nervig. Die Flood, eine Zombierasse, die alle Lebensformen absorbiert, ist einfach ein total ätzender Gegner. Da ich den zweiten Teil nicht kenne, hatte ich gehofft sie wären schon ausgelöscht, aber dem war nicht so. Also habe ich mich die letzten Missionen in “Halo 3″ mal wieder durch abertausende von schleimigen Knubbelmonstern geschossen und gehofft, das es endlich vorbei ist. War es dann ja auch und Ernüchterung blieb zurück. Der Singleplayer ist ganz nett, aber ganz weit entfernt von einer spannenden FPS Kampanie, wie ich sie mir vorstelle. Höhepunkte gibt es nur wenige. Der erste Kampf gegen einen hochhausgroßen Spinnenpanzer gehört dazu. Als er in gleißendem Licht explodierte saß ich mit großen Augen vorm Bildschirm. Aber sonst ist alles sehr altbacken. Entwickler Bungie orientiert sich nicht an der Konkurrenz, sondern nur an sich selbst und bleibt damit irgendwo in der Ego - Shooter Evolution zwischen 2001 und 2004 stecken.
Aber der Multiplayer ist doch so supi-toll-toll-toll, höre ich die Massen schreien. Kann ich nicht so richtig beurteilen. Bisher habe ich nur eine handvoll Onlinematches bestritten, die technisch alle perfekt abliefen und dank Matchmakingsystem auch recht ausgeglichen waren. Aber das Rumgehüpfe geht mir nach einer gewissen Zeit übelst auf den Sack und ich bin auch kein riesiger Fan des Art - Designs der gesamten Halo - Saga. Ein paar Spiele werde ich aber sicherlich noch machen.
Ein Sache hätte ich noch fast vergessen. High Definition bla bla. Meine “Xbox 360″ hängt mit einem RGB Kabel an einem normalen Röhrenfernseher und liefert ganz deutlich bessere Grafik ab als Wii und PS2. Niemand der noch kein HD Gerät sein Eigen nennen darf, muss also Angst haben, dass er optisch nichts von der neuen Konsole hat. Wenn dann ein neuer Bildschirm ins Haus kommt darf sich nochmal gefreut werden, weil alles noch eine Spur hübscher wird.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein verspätetes frohes neues Jahr und gehe jetzt “Final Fantasy 3” spielen. Verdammte Sucht … ihr wisst, wenn ein Spiel gut ist, wenn ihr eure Next - Gen Konsole stehen lasst, um einen 18 Jahre alten Klassiker zu spielen.
Was die Sache mit dem Röhrenfernseher angeht: das kommt stark auf’s Spiel drauf an. Textlastige Spiele wie Mass Effect oder eher noch Dead Rising sind auf einem normalen Fernseher verdammt anstrengend, weil man echt mit der Lupe rangehen muss, um was lesen zu können.
Das ist mir gestern bei Lost Planet auch negativ aufgefallen. Die Untertitel sind recht klein und bei der Hektik auf dem Bildschirm schwer zu lesen.
Hat Dead Rising nicht irgendeinen Bug der nur bei Röhrenfernsehern auftaucht?
Also ich denke nicht, dass ich zu meiner Wii noch eine 360er kaufen werde. Eher eine PS3. Ist eigentlich Geschmackssache, aber die Lautstärke der Xbox 360 geht mir ordentlich auf die Nerven (hatte sie mal ein paar Tage von einem Freund ausgeliehen).
Und sicherlich sehen die Spiele auf einem Röhrenfernseher gut aus, aber auf einem LCD halt einfach noch besser
Hehe, ist ja lustig, dass wir ungefähr gleichzeitig Xboxer geworden sind. Hätte nämlich eigentlich auch nie damit gerechnet, diesen lauten Kasten unterm (HD-)Fernsehen liegen zu haben.
Aber zu was wichtigerem: Ich entnehme deinen Spiele-Reviews, dass du das allerallerbeste Spiel (zumindest für die Xbox) noch nicht hast: Call of Duty 4. Ich steh/stand zwar eigentlich auch nicht so auf dieses Kriegsszenario, aber hiermit habe ich sowohl im Single- als auch im Multiplayer viel Freude gehabt (und hab sie zumindest bei letzterem immer noch). Sprich: Absolute Kaufempfehlung!
Und falls es soweit kommt, füge ich dich jetzt schon mal prophylaktisch als Freund hinzu.