GEE 46 – Juli/August 09
von Daniel

Seit dem 8. Juni ist die neuste Ausgabe der Hipster – Videospielzeitschrift GEE am Kiosk erhältlich. Ausgabe Nummer 46 bietet als Titelthema die Sims 3 und ein dazu passendes Cover. Schauen wir mal, was es noch so zu lesen gibt.
Die ersten Seiten bieten allerlei kurze Newsbrocken und Facts. “House of the Dead: Overkill” bietet angeblich 189 Mal das Wort “Fuck” und sorgte für einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Das können meine Kollegen von Polyneux und ich bestätigen. Mit der Rubrik Neues kann ich immer gut einen verregneten Nachmittag verbringen und alle vorgestellten Mini-Spiele, Gadgets und News-Bits im Internet absurfen. In diesem Durcheinander aus Redundantem und Lustigem fand ich auch den Tipp für das schöne Spiel Windosill. Ebenfalls interessant: mit nur wenigen Seiten Abstand werden Gamescom Köln und Games Convention Online Leipzig im hefteigenen Layout “promoted”. Ich würde es Werbung nennen, aber es hat ja einen gewissen Informationswert.
Dann der schlechteste Teil der Zeitschrift: die Spielekritiken. Die Sims bekommen einen großen Artikel und die bisexuelle Heidelinde wird in ihrem virtuellen Leben begleitet. Kann zum Artikel nichts sagen, finde Sims doof, aber meine Freundin hat beim Lesen gekichert, also wars wohl ganz ok. Ansonsten werden noch allerlei neue Spiele besprochen, wobei leider nicht viel rumkommt. Viele Games haben nur eine halbe Seite platz und die GEE zerhackt ihre Texte dann noch in Unterpunkte mit positiven und negativen Aspekten. Liest sich wie eine Spiegelstrichliste und am Ende weiß ich, dass die Grafik ganz nett ist, aber die Cutscenes zu lang, nur vom großen Ganzen bleibt wenig hängen.
Deswegen schnell zu den Storys weitergeblättert. Hier kann die GEE meistens auftrumpfen und auch in dieser Ausgabe sind ein paar gute Artikel dabei. Erst werden die 20 wichtigsten Personen für die Zukunft der Videospielwelt vorgestellt. Eine davon ist nicht real, hört auf den Namen Eddie Riggs und ist die Hauptfigur in Brütal Legend. Merkt euch das, es wird später noch wichtig sein. Sie sehen in ihm den nächsten Mario für die Metal Generation. Danach Artikel über Onlinewelten für Kinder und Location Based Games. Dann Bilderstrecke mit geröngten Videospielkonsolen. Darauf folgt eine Übersicht der wichtigsten Termine für Nerds im zweiten Halbjahr. Viele Messen und Conventions und am 16.10.09 der Release von Brütal Legend. Sonst wird kein einziges einzelnes Spiel erwähnt. Mir scheint, als liebe die Redaktion Tim Schäfers nächstes Game. Ich auch.

Es folgt ein langer Text über Raubkopierer und Kopierschutz. EA Deutschland PR Mann Martin Lorber mag keine Raubkopierer und nach dem DRM Debakel von Spore auch keinen Kopierschutz, der den Käufer nervt. Gute Erkenntnis. Ich mag Raubkopierer auch nicht. Und auch keine Leute, die Spiele “nur mal zum Testen” runterladen. Wer den eigenen Geschmack so schlecht einschätzen kann, dass ihm Videos, Screenshots und tausend Reviews im Internet nicht helfen, der sollte lieber gar keine Videospiele mehr spielen.
Im Resort E-Sport wird ein mir unbekanntes Phänomen beleuchtet. Immer mehr E-Sportler spielen online Poker und streichen dicke steuerfreie Gewinne ein. Lässt die Hand – Augen Koordination nach, wird das strategische Denken eben beim Kartenspielen eingesetzt. Beim momentanen Pokerboom sind die paar Ex-E-Sportler aber sicher noch eine sehr kleine Gruppe und nicht jeder von ihnen wird hunderttausend Euro im Jahr damit verdienen.
Auf sieben Seiten werden Gadgets, CDs, Kinofilme und DVDs mit zwei drei Sätzen vorgestellt. Warum? Keine Ahnung. Einfach gefüllte Seiten, nehme ich an.
Endspurt: Rätsel (einfach), Kurzinterview (unlustig), Fakten über Wario (jap. warui: böse, schlecht), wie immer gute Kolumne (gute Level in schlechten Spielen), Leserbriefe (konsequent ohne Antworten), Vorschau auf die nächste Ausgabe (Indie Games).
Für mich persönlich eine durchwachsene Ausgabe, da mich die besprochenen Spiele nicht ansprechen, die Reportagen aber immer wieder interessante Themen beinhalten. Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass die aufgespürten Geschichten meist besser sind, als die Artikel, die aus ihnen entspringen. Ich nenne es den NEON – Effekt. Sieht gut aus, liest sich flüssig, ohne doof zu sein und hat schöne Themen. Ist die Lektüre aber beendet, bin ich genauso schlau wie davor.
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GEE – LOVE*FOR*GAMES – Nr. 46 – Juli/August 2009 – 100 Seiten – 4,50€