Videospiele

God of War 2

GoW 1

Man weiß gar nicht wo man anfangen soll.
Vorne zum Beispiel. Aber über den spektakulären Kampf gegen den Koloss von Rhodos, gleich im ERSTEN Level, wurde ja schon viel geschrieben.
Auf der einen Seite liebe ich die beiden “God of War”-Spiele für ihre großartigen Anfangslevel, die Seeschlacht mit der Hydra im Ersten und nun der Koloss und eine brennendes Rhodos im Zweiten, aber die Messlatte wird dabei derart hochgelegt, dass man die nächsten paar Level leicht fade findet. Beim ersten Teil war das nicht so schlimm, weil da alles noch so neu und abgefahren war. Im Nachfolger aber kommt nach dem ersten Level und der Flugeinlage auf Pegasus gleich der langweiligste und tristeste Abschnitt im ganzen Spiel.

Danach geht es aber, zum Glück, wieder ganz Steil aufwärts. Bombast wohin das Auge schaut, Bombast bei jedem Knopfdruck, den man tätigt. Die Optik ist brillant, das kann man auf jedem Screenshot bestaunen. Was God of War aber von der Konkurrenz abhebt, und für meinen Geschmack, besser macht, als alle Actionspiele da draußen, ist die Kamera. Jeder konditionierte Gamer will heutzutage die Kamera mit dem zweiten Analogstick drehen. Das macht man halt so, weil alle Spiele das so haben und es für die Entwickler die bequemste Art und Weise ist, dem Spieler das Gefühl zu geben, er hätte die Kontrolle über das was er sieht und sehen will. Mich persönlich nervt es tierisch, die Kamera nachzujustieren, zu drehen, um irgendwas rotieren zu lassen. Ihr habt das Spiel doch programmiert, also müsst ihr doch auch wissen, wie euer Machwerk am besten zur Geltung kommt. Bei God of War wissen sie es. Und wie sie es wissen.

Eigentlich geht man nur durch eine Halle mit ein paar Säulen, eigentlich läuft man nur über eine ellenlange Brücke, eigentlich sprintet man nur einen Waldweg entlang, eigentlich ist das ziemlich öde. Eigentlich.
Hier zeigt das Spiel was es zu bieten hat, schwenkt die Kamera zur Seite, bietet einen Panoramablick über die Klippen im Hintergrund, die Vögel in der Luft, die um riesige Gebäude kreisen, Kratos, unser Held, wie er alleine in dieser großen Welt herumstapft, Wasser, welches von den Tempelwänden tropft, Nebel, der über dem Sumpf schwebt, glühende Lava, die alles in ein düsteres Rot kleidet…

In solchen Situationen gehen einem die Augen über. Nicht wenn man von zehn kreischenden Monstern umgeben ist, ein Kiste vor sich herschiebt, ein Rätsel löst, über einen Abgrund springt und natürlich versucht am Leben zu bleiben. Da ist man mit anderen Dingen beschäftigt. Aber in den ruhigen Momenten erschlägt einen das Spiel mit einer Detailverliebtheit ohne Gleichen.

GoW 2

Mit Flow (engl. fließen, rinnen, strömen) wird das lustbetonte Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit bezeichnet, auf deutsch in etwa Schaffensrausch oder Tätigkeitsrausch.

“God of War 2″ erzeugt beim Spieler einen solchen Flow, dass man die 12 Stunden Spielzeit gerne in einer Sitzung erledigen will. Wo mich im ersten Teil noch grässlich schwere Sprungpassagen und immer wieder auftauchende Gegner in den Wahnsinn getrieben haben, halten sich diese beiden Probleme im Nachfolger stark in Grenzen. Es ist nicht so, dass es sie nicht mehr gibt, aber die Geschicklichkeitseinlagen sind dank vielen neuen Moves abwechslungsreicher und nicht komplizierter geworden.

Gegner gibt es natürlich auch noch genug, aber man wird mit ihnen nicht mehr so oft auf engem Raum eingesperrt und muss Woge um Woge niederstrecken. Außerdem herrscht auch bei ihnen nun extreme Vielfalt.

Bleiben noch die Rätsel. Ich weiß nicht, ob es mehr geworden sind, aber beim ersten Teil musste ich nicht zwei mal den Laptop aufklappen, um mir per Komplettlösung Hilfe zu holen, nachdem ich jeweils eine halbe Stunde verwirrt in einem Raum herumgerannt bin. Im nachhinein waren beide Stellen lösbar, aber man musste schon leicht um die Ecke denken.

Der Schluss ist, wie auch schon im ersten Teil, eher lahm und nur wegen “God of War 3″ muss ich mir jetzt auch noch eine Playstation 3 kaufen. Toll, Sony. Ganz toll. Ihr hättet die Geschichte auch auf dieser Plattform beenden können.

“God of War 2″ ist das letzte Highlight auf der PS2 geworden, dass wir uns alle gewünscht haben. Mächtig einen auf dicke Hose machend und sogar fast alles haltend, was es uns versprochen hat. So muss das sein.


2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Abonniere diese Kommentare als Feed.

*Benötigte Eingaben