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Grizzly Man

Grizzly Man

Bären. Ich mag Bären. Sie sind groß, flauschig, tapsen lustig durch die Gegend, essen gern Fisch und Honig und sehen meistens sehr entspannt aus.
Soweit meine Klischees über Bären.

Jetzt zu Werner Herzogs Dokumentarfilm “Grizzly Man“. Timothy Treadwell ist ein Bärenfan. Nicht so wie ich, sondern auf die extreme Art. Die “Ich lebe mehrere Monate mit den Bären in der Wildnis” - Art. Die “Ich rede mit den dicken Bären, als wären es meine Familienmitglieder” - Art. Die “Ich komme auf mein normales Leben nicht klar” - Art.

Zuerst kommt einem Timothy noch wie ein normaler Tierschützer vor. Er reist zu den Grizzlys nach Alaska, filmt sich mit den Tieren und will sie vor den Menschen schützen. Je länger der Film aber läuft, um so mehr wird klar, dass der Mann nicht mehr ganz klar im Kopf war. Mit den Menschen kam er nicht richtig zurecht und die Grizzlys mussten nicht wirklich geschützt werden, da es kaum Wilderer in Alaska gibt, die Jagdquote sehr niedrig ist und die Population der Bären stabil bleibt. Er war da, weil er eine neue, für ihn bessere Familie gefunden hatte.

Nach 13 Jahren in der Natur werden Treadwell und seine damalige Freundin von einem Bären gefressen, der nicht zu dieser Familie gehörte. Die Gruppe in der sich die beiden normalerweise aufhielten hatte ihren Winterschlaf begonnen und die neuen Tiere sahen in den Beiden keine Beschützer, sondern Futter.

Während des Angriffs lief eine der Kameras und zeichnete den Ton des Todeskampfes auf. Werner Herzog erspart dem Zuschauer diese Aufnahmen, ebenso wie die Fotos des Gerichtsmediziners. Er verrät aber, dass der Bär geschossen, sowie in seinem Magen menschliche Körperteile gefunden wurden und ein Freund Treadwells berichtet, wie er Kopf und Arme des Opfers separat aufgesammelt hat.

Kurz darauf sieht man wieder, von Treadwell selbst geschossene, Aufnahmen zweier Grizzlys während eines Kampfes. Ein starkes Unbehagen macht sich breit, wenn man diese, vier Meter großen, Tiere aufeinander losgehen sieht und das Bild des friedlichen, Honig schleckenden Bären zerbröckelt vor meinem geistigen Auge.

“Grizzly Man” bietet ein paar packende Tieraufnahmen und eine Geschichte, die von einem Mann erzählt, der vor den Menschen floh und seine neuen Freunde in einem leider verblendeten Licht sah, was ihm schlussendlich das Leben kostete.


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