Hörtest: AKG K530

von Daniel

akg k530Als ich in eine Wohngemeinschaft zog, erwachte schnell der Wunsch nach einem guten Kopfhörer für den längeren Heimgebrauch. Ich wollte die anderen nicht mit stöhnenden Zombies aus Videospielen und lauter Musik zur Geisterstunde nerven. Andersrum wollte ich niemanden im Flur rumschlurfen hören, wenn ich einen Film schaute. Im portablen Bereich war ich erst mit dem Sennheiser PX 100 und später mit dem Koss Porta Pro recht zufrieden. Für den Heimbedarf fiel meine Wahl jedoch auf den AKG K530, da er zum Kaufzeitpunkt Ende 2008 gegenüber einem vergleichbaren Modell von Sennheiser (HD 515 oder HD 555) billiger war. Ich habe damals 50€ bezahlt, heute sind die Preise etwas höher.

Doch nun zum Kopfhörer selbst. Über das Design darf sicherlich gestritten werden. Die zwei großen Haltebügel stehen nach oben weit vom Kopf ab und im Spiegel betrachtet sieht man aus, wie ein Alien mit lustigen Fühlern. Je kleiner der Kopf, umso alberner der Effekt. Normalerweise schaut man aber nicht in den Spiegel und durch die Konstruktion gibt es keine festen Teile, die von oben auf den Kopf drücken. Nur ein leichtes Lederband spannt sich zwischen den Hörern und berührt die Schädeldecke direkt. Der Tragekomfort ist hoch. Bei mir selbst hat sich das seitliche Drücken der Kopfhörer erst nach zwei bis drei Stunden Dauernutzung störend bemerkbar gemacht. Für entspannten Musikgenuss, einen längeren Film oder eine gute Gaming-Session reicht das also vollkommen aus.

Über die Verarbeitung kann ich nur positives sagen. Alles fühlt sich wertig an. Der Kopfhöreranschluss des drei Meter langen Kabels ist vergoldet (soll ja angeblich super sein) und das Kabel selbst ist zu 99,9% frei von Sauerstoff (bestimmt auch total super). Daumen hoch auch für die schicke schwarze und funktionale Verpackung. Hat mich an Apple – Produkte erinnert.

Jetzt aber zum Herzstück jedes Kopfhörers: der Klang. Ich bin kein totaler audiophiler Hörer, aber ich kann zumindest guten vom schlechten Klang unterscheiden und ich achte auch auf den Sound. Das Thema Audio wird von vielen Menschen ja eher stiefmütterlich behandelt. Hauptsache man hört etwas, wenn es laut ist umso besser und sollte es scheppern und knarzen, dann ist das auch nicht so schlimm.

Mir fehlt etwas das Fachvokabular, aber von allen Kopfhörern in meinem Besitz bietet der AKG K530 eindeutig das beste Klangerlebnis. Der Koss Porta Pro ist sehr viel basslastiger und übertreibt es damit vielleicht etwas. Beim K530 klingt der Sound sehr viel ausgewogener und mehrschichtiger. Man hört wirklich jede Finesse, die ein Musiker aus seinem Instrumente herausholt und vorallendingen bei Filmen sind mir viel häufiger kleine Sounddetails aufgefallen, die ich vorher nie gehört hatte. Überhaupt empfehle ich jedem, der in Musik und Filmen versinken möchte einen guten Kopfhörer. Die Ablenkung durch Nebengeräusche ist sehr viel geringer und man konzentriert sich automatisch mehr auf das, was es zu sehen und hören gibt.

Mit dem AKG K530 bin ich also sehr zufrieden. Das Design ist vielleicht Verbesserungswürdig, aber die Leistung kann voll überzeugen. Wer guten Sound für kleines Geld möchte, der sollte in einen Kopfhörer zwischen 50€ und 100€ investieren. Billiger als eine dicke Anlage und einfacher in der Handhabung sind sie allemal. In der WG wohne ich nicht mehr, aber die Kopfhörer werde ich noch lange benutzen.

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