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I am Legend

I am Legend

Ich habe mir schon häufiger vorgestellt, wie es wäre allein in einer großen Stadt zu leben. Großartig waren meine Vorstellung. Jedoch nur am Anfang. Je länger ich darüber nachdenke, desto langweiliger wird es in den Wohnungen anderer Leute rumzuschnüffeln, Fensterscheiben zu zerschlagen, mit einem Porsche durch die 30iger Zone zu rasen, nackt durch die Gegend zu laufen und einfach alles zu tun, was ich will.

Ich wäre nämlich alleine. Für immer.

Noch viel düsterer sieht es für Will Smith in seinem neusten Film “I am Legend” aus. Er muss sich nicht nur mit der Einsamkeit rumschlagen, sondern auch noch gegen Vampire kämpfen.

Die erste Stunde der Handlung ist die beste, weil es quasi keine Handlung gibt. Der Zuschauer beobachtet Smith und seinen Hund nur dabei, wie sie leben. Ganz einfache Handlungen in einer uns bekannten, aber drastisch veränderten Welt. Jagen, essen, schlafen, waschen, DVDs gucken, nachts hinter dicken Stahltüren verbarrikadieren und nach dem Gegenmittel zum Vampirismus suchen. Das ist faszinierend und teilweise erschreckend zu gleich, zum Beispiel, wenn Smith versucht, aus lauter Verzweiflung, mit Schaufensterpuppen eine menschliche Beziehung einzugehen. Da wird die Gebrochenheit des Charakters deutlich und Smith schafft es diese auch rüber zubringen. Überhaupt stemmt er die Last, sehr lange ganz alleine zu schauspielern mit Bravour.

Und damit kommen wir auch schon zum Problem des Films. Irgendwann muss auch mal etwas passieren, der letzte Mann auf Erden kann ja doch nicht so ganz alleine seien. Also wird zuerst gegen die recht langweiligen Vampire gekämpft. Die sehen aus wie haarlose abgemagerte Affen, nur sind sie nicht ganz so doof. Dann tauchen überraschenderweise doch noch ein paar Überlebende auf und schließlich endet der Film in einem kurzen Actionfeuerwerk und der Erklärung, warum denn nun ausgerechnet dieser eine schwarze Mann zur Legende wurde.

Viel zu kurz sind die letzten 30 Minuten, um all die plötzliche Handlung ordentlich unterzubringen. Vielleicht hätte sich Regisseur Francis Lawrence für diesen Abschnitt ähnlich viel Zeit nehmen sollen, wie für den Beginn der Geschichte. So bleibt der Schluss leider halbgar und der gesamte Film erhält einen komischen Nachgeschmack.


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