
Gott, ich hasse Sommer. Aber das ist ein anderes Thema. Kommen wir zu Indiana Jones. Wie ihr wahrscheinlich schon alle wisst, gibt es einen vierten Teil und der läuft im Kino und ich habe ihn gestern gesehen.
Warum genau wir einen weiteren Film mit Indiana Jones gebraucht haben, weiß keiner, aber Geld wird ja gerne verdient und mit dem Schlapphutträger Nummer 1 lässt sich gutes Geld verdienen. Dann ist da noch George Lucas. Der mag Geld sehr sehr gerne. Eigentlich hat er genug Geld und eigentlich hat er uns mit Star Wars bewiesen, dass er echt gut darin ist Leichenfledderei zu betreiben und könnte sich auf seiner Skywalker Ranch in eine goldene Badewanne setzen und abwarten was so passiert. Leider ist er selbst zu dieser Erkenntnis noch nicht gekommen und deswegen hat er ganz viele Drehbücher für einen potentiellen neuen Indy Film schreiben lassen und sich das schlechteste ausgesucht. Damit ist er dann zu Harrison Ford gegangen, der seinen Zenit seit einigen Jahren überschritten hat und sich ebenso wie Lucas in eine goldene Badewanne setzen könnte. Auch Ford hat diese Erkenntnis noch nicht ereilt und so willigt er ein, erneut die Peitsche zu schwingen. Zusammen gehen die Beiden zu Steven Spielberg, verprügeln ihn, kitzeln ihn ganz dolle an den Füßen und zwingen ihn bei ihrem kruden Vorhaben Regie zu führen.
Tja, und jetzt haben wir den Salat.
“Indiana Jones und das bla bla bla Kopfs” versucht alles zu sein, was die ersten drei Teile sind und dann noch eine Schippe drauf zu legen. Dabei haben die Macher vergessen, dass Indy zwar für spektakuläre Action steht, dabei aber immer dreckig, direkt und irgendwie authentisch blieb. Dazu gab es liebenswerte Charaktere mit einer Seele.
Jetzt gibt es Atomexplosionen, die man in Kühlschränken überlebt und Figuren, die einfach nur da sind.
Optisch ist der gesamte Film von einem Leuchten überzogen, über das ich lange nachgedacht habe, weil ich es irgendwoher kannte. Beinah alle Videospiele der neusten Generation benutzen bloom oder glow Effekte und lassen damit Figuren und Objekte strahlen, als wären sie mit Vaseline übergossen. Selbiges ist nun auch mit Indy passiert. Egal ob Lagerhalle, Wüste, Dschungel oder Tempel, alles schimmert hell, sieht aus wie Plastik und wirkt unecht. Ganz besonders deutlich wird das bei den Actionszenen die zusätzlich noch mit allerlei Computergrafiken aufgeblasen sind.
Warum es ausgerechnet um Aliens gehen muss, weiß wahrscheinlich auch nur George Lucas und warum es so viele Charaktere geben muss, die alle nichts zu Story beitragen, weiß nur Drehbuchautor David Koepp, der so viele Figuren wie möglich aus den alten Teilen in den neuen Film rüberretten wollte und dann nichts mit ihnen anfängt.
Bei all diesen negativen Punkten schafft es der Film aber immer noch zu unterhalten. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie macht es dann doch Spaß Ford wieder als Indy zu sehen, macht es Spaß wie Russen verprügelt und tödliche Fallen überwunden werden.
Teil Vier kann nicht an die Vorgänger anschließen, er kommt ihnen nur ganz selten auch nur nah, aber am Ende ist er doch wieder gute Unterhaltung. Nichts Besonderes mehr, sondern Durchschnitt. Irgendwie passend, dass als Trailer der dritte Mumien Teil gezeigt wurde.
Sehe ich ähnlich. Es gab einige Indy-Szenen, die auch noch ganz gut waren. Aber insgesamt haben einen die miesen Effekte und einige nervige Figuren immer wieder vor den gestoßen. Hatte nicht eigentlich Lucas mal irgendwann gesagt, der Film würde größtenteils auf Effekte verzichten und ein “good old Actionmovie” werden? Vielleicht war das auch nur meine Hoffnung.
[...] musste dem Kind ja einen Namen geben. Wenn ihr, wie ich, den neusten Indiana Jones Film schon gesehen habt, dann werdet ihr mit dem Begriff “nuke the [...]
Ich fand die Geschichte einfach nicht Indy-like, Aliens passen irgendwie nicht zu Dr. Jones. Indy selbst hat mich als Figur allerdings wieder ziemlich gut unterhalten, wie du auch schon schreibst. Alles in Ordnung, wie ich finde, und die Action stimmte auch.
Naja das mit den Aliens wurde afaik irgendwie durch Zeit zu der Indy4 spielt “erklärt”.In den früheren Folgen zur Zeit des Krieges ging es vornehmlich um kultische Artefakte in Zusammenhang mit Nazi-Archäologie und da Indy4 einige Jährchen später spielt mussten halt die “popkulturellen Themen” dieser Zeit (Kommunistenangst, kalter Krieg, Roswell,Ufos, Atombombe etc.) irgendwie verbraten werden.