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Juno

Juno

Juno ist schwanger.

Das war nicht so geplant und deswegen möchte sie abtreiben. Aber ihr Baby hat schon Fingernägel. Fingernägel. Und außerdem riecht es komisch im Wartezimmer der Frauenhilfe. Und da gibt es Kondome mit Himbeergeschmack. Und die Leute im Wartezimmer kratzen sich alle ganz dolle.

Das geht alles gar nicht und deswegen will Juno jetzt auch nicht mehr abtreiben, sonder das Kind bekommen und es jemandem geben, der keine Kinder bekommen kann.

Vielleicht etwas überspitzt, aber so richtig klar wird nicht, warum Juno, ein 16 - jähriges Mädchen es auf sich nimmt ein Kind auszutragen.

Im Prinzip ist das auch alles egal, weil hiermit der Grundstein für eine Menge irrer Dialoge gelegt ist, was ja das Grundgerüst jeder guten Komödie zu sein hat. So auch hier und das mit Bravur. Sehr realitätsfern hat jeder Charakter die Schlagfertigkeit eines Harald Schmitd gepaart mit den kruden Gedanken eines Adam Green. Großartig.

Wo ich gerade Adam Green erwähnt habe, kann ich direkt auf seine alte Kollegin Kimya Dawson weiterleiten, die für die tolle Filmmusik zuständig ist. Schöne Indie - Musik die auch den Soundtrack zu einem großen Erfolg gemacht hat.

Ellen Page, mir persönlich aus dem knüppelharten Hard Candy bekannt, spielt eine taffe Jugendliche und trägt ihren Plastikbabybauch gekonnt vor sich her. Im Kinosaal rief jemand: “Das sieht ja aus wie Hackfleisch”, und so unrecht hatte er damit nicht. Es sieht in manchen Szenen echt etwas merkwürdig aus. Aber sie und all die anderen Schauspieler bringen ihre Sprüche gut rüber, wenn es auch einige fragwürdige Wendungen in die deutsche Übersetzung geschafft haben. Insgesamt kommt die Sprache aber erfrischend anders und direkt rüber. Sicherlich ein verdienst der Oscar prämierten Drehbuchautorin Diablo Cody, die einige Zeit ihres Lebens als Stripperin arbeitete.

Fox Searchlight hat einen riesigen Lauf, was schrullige Komödien angeht. Erst Napoleon Dynamite, dann Gardenstate, Sideways, Little Miss Sunshine und nun Juno. Wegen mir kann es so weitergehen.


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