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Lost Planet

Lost Planet 2

Capcoms “Lost Planet” ist ein widerlicher Zwitter.

Auf der einen Seite haben wir ein grandioses Setting. Ein Schneeplanet voller wirklich cooler Insektenaliens und Menschen in Mechs, die diese Krabbeltiere zu Brei schießen. Mehr braucht es für ein Actionspektakel eigentlich nicht. Ordentliche Grafik vielleicht noch und die bietet das Spiel ebenfalls. Dazu haben sich die Leveldesigner auch noch ein paar sehr schöne Orte zusammengebastelt. Es kommt einfach sehr erhaben, wenn man in seinem tonnenschweren Mech einen Berghang entlang stapft, sich dabei die glühende Sonne durch die Wolken kämpft und alles in zartes Rot färbt, während um einen Dutzende von kleinen fliegenden Aliens schwirren.

Doch irgendwann beginnt die Action und damit auch die Probleme. Zu erst einmal gibt es den mehr oder weniger lustigen Effekt, dass die Spielfigur bei starken Treffern ins Wanken gerät oder auch gerne gleich komplett auf dem Hosenboden landet. Wenn ein fünf Stockwerke hohes Monster auf einen einschlägt, macht das auch irgendwie Sinn. Jedoch ist man dadurch auch für die nächsten Sekunden vollkommen ungeschützt, kann sich nicht bewegen und wird gerne direkt nach dem Aufstehen wieder niedergestreckt, was sich dann zu einer Todesspirale entwickeln kann, aus der man als Spieler nicht mehr entkommt. Hätten die Entwickler einfach die Pausen zwischen den Angriffen etwas erhöht, wäre der Frustfaktor deutlich niedriger. Da ich von diesem unangenehmen Phänomen schon vorher gelesen hatte, bin ich gleich im niedrigsten Schwierigkeitsgrad ins Spiel gestartet. So lief auch alles recht glatt, bis ich in der dritten oder vierten Mission auf einen Mech - Endgegner traf, der super schnell auf den Beinen war, unendlich starke Waffen hatte und Zielwasser für fünf im Tank mit sich rumschleppte. Für mich war der letzte Punkt besonders unangenehm, weil ich vor lauter Explosionen, Staubwolken und spritzendem Schnee kaum meinen Gegner ausmachen konnte, dieser aber todsicher seine Raketen und Laser durch den dicken Rauch schickte. Nachdem ich vor Wut meinen halben Xbox Controller verspeist hatte, ging der feindliche Mech in Flammen auf. Bis dahin war ich ca. 50 Mal einen virtuellen Tod gestorben.

Lost Planet 1
“Wo ist der Gegner ?!?!”

Eine Story gab es auch noch irgendwo, aber die war so “Vater - Sohn, Auserwählte, geheime Experimente und fiese Geheimgruppen” - Mäßig, dass ich die käsigen Zwischensequenzen nach der Hälfte der Missionen nicht mehr ertragen konnte und ausnahmslos wegdrückte. Warum ich also am Ende in einem fliegenden Mech gegen einen anderen fliegenden Mech kämpfe, kann ich euch auch nicht genau sagen. War aber etwas komisch, weil man so etwas im gesamten Spiel noch nie gemacht hatte.

Naja.


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