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Murderball

Murderball

Murderball” ist für mich der Inbegriff einer modernen Dokumentation.

Es wird sich einem Thema angenommen, dass in der Öffentlichkeit kaum präsent ist und nicht nur mit erzählerischen, sondern auch filmtechnischen Mitteln interessant, für den unwissenden Zuschauer, aufbereitet.
Murderball ist Rollstuhl-Rugby. Hört sich im ersten Moment nicht so spektakulär an, aber wenn man die ersten Bilder von eisenbeschlagenen und zu Rammböcken umfunktionierten Rollstühlen gesehen hat, ändert sich das recht schnell. Spätestens dann, wenn die ersten Rollstühle samt Fahrer krachend aufeinander prallen und auch gerne mal komplett umgestoßen werden. Hier kommen dann auch schon die ersten Stilmittel der Dokumentation zum tragen. Mit Rockmusik, wilden Kamerafahrten und einem schnellen Schnitt wird die Dynamik des Sports unterstützt und der Zuschauer mithilfe kurzer Zeichentrickschnipsel in das Spielgeschehen eingeführt. Das MTV hier als Produzent tätig war, merkt man an jeder Ecke.

Erzählerisch dreht sich der Film um die amerikanische Nationalmannschaft und ihre Rivalität zum Nachbarn Kanada. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der kanadische Teamcoach ein Amerikaner und der erfolgreichste Rollstuhl-Rugbyspieler unserer Zeit ist. Hier kommen dann auch wieder typische Dokumentarstrukturen zum Vorschein. Aus dem Team USA werden mehrere Spieler und ihre Vergangenheit näher beleuchtet. Erst jetzt kommt auch der Aspekt der körperlichen Behinderung stark zum tragen. Bei den Sportereignissen tritt er fast in den Hintergrund. Die Spieler sehen sich dort nicht als Behinderte, sondern als Sportler. Dort haben sie etwas gefunden, was sie wieder motiviert und ihnen halt gibt. Dieser Stärkungsmechanismus wird noch dadurch verdeutlicht, dass in einer kurzen Episode ein junger Mann begleitet wird, der erst vor kurzem an den Rollstuhl gefesselt wurde und bei einer Informationsveranstaltung sein Interesse am Sport entdeckt.

Murderball lebt von den Charakteren und der temporeichen Erzählung. Die Spieler sind lebensfrohe Raufbolde, die sich ihr Leben nicht vom Rollstuhl diktieren lassen, sondern das machen was sie wollen. Der Film nimmt dabei ebenfalls kein Blatt vor den Mund und setzt den Spielern, dem Sport und den Rollstuhlfahrern ein Denkmal.


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