Videospiele

Änderung des Jugendschutzgesetzes

Gott sei Dank! Endlich wurde der Jugendschutz verbessert. Die Bevölkerung ist geschützt vor den gefährlichen Jugendlichen und die Jugendlichen sind geschützt vor den gefährlichen Videospielen.

SMG neues Siegel

Jetzt müssen wir nur noch diese unwissenden Europäer davon überzeugen ihre unnützen, viel zu kleinen PEGI Zeichen von der Packung zu nehmen. Kann man ja kaum erkennen. Würde ich im Laden total übersehen und dann kaufe ich mir ein Spiel in dem “(…) Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird”. Wenn ich dann einem Gumba brutal auf den Kopf springe, somit einen virtuellen Mord begegne und dann auch noch mit einer goldenen Münze belohnt werde, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Anarchie und Chaos die deutschen Straßen beherrschen.

Videospiele

Super Mario Galaxy

Super Mario Galaxy

Jetzt mal ehrlich: was soll ich euch noch über “Super Mario Galaxy” erzählen? Ihr habt die Screenshots gesehen, ein paar Trailer angeschaut, hier und da eine Preview gelesen und schließlich eine Lawine von überschwänglichen Tests über euch ergehen lassen. Dabei wäre das alles nicht einmal nötig gewesen. Ihr hättet auch einfach in den nächsten Laden gehen, die Spielepackung in die Hand nehmen und das Ding einfach kaufen können. Nintendo entwickelt ein klassisches Mario Jump’n'Run in 3D auf ihrer neusten Heimkonsole. Was hätte da bitte schiefgehen können?!

In der Theorie alles, in der Praxis so gut wie nichts.

61 Sterne von angeblichen 120 habe ich bisher eingesammelt, die Hauptstory beendet, sowie den letzten Endgegner besiegt. Alles habe ich also noch nicht gesehen. Was ich aber bisher gesehen habe, war großartig und hat sich ebenso großartig gespielt.

Das Setting ist der größte Glücksgriff, den die Entwickler machen konnten, denn damit haben sie die Möglichkeit erhalten, zu tun was sie wollen. Jeder Planet sieht anders aus und spielt sich anders. Langeweile kann kaum aufkommen, weil alles immer neu ist. Gleichzeitig ist aber auch alles sehr vertraut und natürlich. Es ist kaum zu beschreiben, wie die Japaner es geschafft haben, solch wirre, große Level mit so viel Spielelementen vollzustopfen und den Spieler dabei nicht zu erschlagen. Die Gravitation auf einem Planeten kann sich noch so oft verändern, oben plötzlich unten sein und die Platformen vor euren Augen noch so oft verschwinden und wieder auftauchen. Niemals wird man die Orientierung verlieren, niemals wird man lange nach dem Weg suchen, niemals verzweifeln oder die nächste verrückte Sprungpassage in Frage stellen.

Gespielt wird nur mit zwei Knöpfen, dem Analog - Stick und dem Bewegungssensor der Wii - Mote. Mehr wird nicht gebraucht, um die wildesten Manöver auszuführen und durch das gesamte Spiel zu hüpfen. Bei der Fülle an Bewegungsabläufen kaum zu glauben.

Die kürze der Level lässt einen an der Mattscheibe kleben. Die letzten zehn Minuten waren bahnbrechende Unterhaltung, wer weiß was ich in den nächsten zehn Minuten erleben werde. Genauso geht es einem alle zehn Minuten. Kaum ist der neuste Stern eingesackt, geht es auch schon weiter zum nächsten und übernächsten und überübernächsten und …

Vor zwei Monaten habe ich in meinem Beitrag zu “Super Paper Mario” folgendes geschrieben:

Naja. Die 20 Stunden machen Spaß, aber Mario wird langsam alt. Da kann man sich in noch so viele Dimensionen drehen.

Wir sehen uns in einem Monat im Weltraum wieder. Mal schauen, was du dann drauf hast.

Heute kann ich sagen, dass Mario noch einmal zu großen Taten zurückgekehrt ist. Nach dieser Leistung wird er sich wieder zurückziehen und von Nintendo weiter ausgeschlachtet werden. Erst muss er sich mit seinen Freunden prügeln und dann auch noch Kart fahren, zwischendurch noch ein paar Minispiele absolvieren und gegen Sonic ein Wettrennen laufen.

Dabei möchte der alternde Klempner doch nur eines: er möchte springen.

Filme

Mix Tape #1

Askese

Mir ist eben eingefallen, dass ich auch noch ein Blog habe, welches ab und zu mit Inhalt gefüllt werden möchte.

Eigentlich wusste ich es die ganze Zeit, aber mir fehlte der Elan längere Beiträge über meinen Medienkonsum zu verfassen. Für “Super Mario Galaxy” mache ich nächste Woche eine Ausnahme. Heute jedoch nur ein kurzer Abriss der Vergangenheit:

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford - Ich kann nicht genau beschreiben, warum mir der Film so gut gefallen hat. Er ist so lang, wie der Titel verwinkelt ist, genauso behäbig erzählt und gefilmt und sogar die Musik ist von einer drögen Staubigkeit geprägt, damit sie den grauen Bildern in ihrer tristen Schönheit in Nichts nachsteht. Ich habe mich darauf eingelassen und konnte extrem gut in die Geschichte und das ganze Szenario eintauchen. Muss und wird aber nicht jedem so gehen.

American Gangster - Sehr guter Film. Klassische Gangstergeschichte, stilecht Inszeniert. Die 2 1/2 Stunden vergingen wie im Flug.

Persepolis - Preise müssen nicht unbedingt für die Qualität eines Films sprechen. Der Preis der Jury der Filmfestpiele in Cannes hat jedoch einiges an Gewicht. Optisch konnte der, in schwarz - weiß gehaltene, Zeichentrickfilm diese Ehrung auch bestätigen, inhaltlich fand ich ihn nicht ganz so berauschend. Die politische Ebene wurde etwas zu sehr vereinfacht und war ohne größeres Vorwissen nicht so einfach zu durchschauen. Dank der Geschichte habe ich aber das Wort “Integrität” nachgeschlagen. Kein schlechtes Wort.

Straw Dogs - Erschreckend unschockierend. Die Aussage, dass jeder Mensch zu brutalem gewalttätigem Handeln in der Lage ist, wenn man ihn nur lange genug in die Enge drängt, ist heute nicht mehr neu. 1971 war sie das sicherlich, aber heute wirkt die Geschichte, durch ihre teilweise überdrehten Darsteller und unglaubwürdigen Charakterhandlungen nervig und unecht.

The Straight Story - Ein Film von David Lynch, der nichts übersinnliches, nichts gruseliges, nichts schauriges hinter seiner glänzenden Fassade versteckt. So etwas kannte ich bis dato noch nicht und wurde sehr positiv überrascht. Ein alter Mann fährt mit seinem Rasenmäher mehrere Wochen durchs Land, um seinen kranken Bruder ein letztes Mal zu besuchen. Wunderschöne Bilder, tolle Musik, anrührende Geschichte.

Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima - Ebenso wie ich mich an Ego - Shootern im Zweiten Weltkrieg satt gespielt habe, kann ich auch keine Filme in diesem Setting mehr sehen. Diesmal nicht Europa sondern Asien, aber Wackelkamera ist Wackelkamera, MG Nester sind MG Nester und spritzender Dreck ist spritzender Dreck. “Flags” ist zu lang und zu zerstückelt in seiner Erzählweise und “Letters” nicht schockierend genug, weil die Japaner, mit einigen Ausnahmen, keine Sympathieträger darstellen. Wenn man sich, für das Vaterland, selbst mit einer Handgranate in die Luft sprengt kann man vom Publikum nur Kopfschütteln erwarten. Aber gerade dieses Verwaschene in der Charakterisierung beider Armeen zeigt die Sinnlosigkeit des Krieges und das Fehlen von Gut und Böse. Macht keinen Spaß sowas zu sehen, bringt aber Denkanstöße.

Guitar Hero III - Großartig wie immer. Die neuen Gitarren sind besser und die vereinfachte Darstellung von Hammer - Ons und Pull - Offs lässt auch mich diese Technik besser durchschauen. Das einige der besten Songs aber nur im CoOp - Modus freigespielt werden können ist eine Frechheit. Finde es dumm, als Solospieler, Cheats eingeben zu müssen, um alle Songs spielen zu können.

Ansonsten übe ich mich gerade in Askese. Es steht eine jungfräuliche “Xbox 360″ mit ebenfalls unangetasteten 5 bestimmt total super tollen Spielen (PGR 3, Forza 2, Kameo, Viva Pinata, HALO 3 omg!!!!) neben meinem Sofa, aber ich werde vor dem 24. Dezember nicht Hand an sie legen. Vorfreude ist eh die schönste Freude.

Videospiele

Metroid Prime 3: Corruption

Metroid Prime 3: Corruption

Vor vier Tagen habe ich ein Spiel beendet, dessen Vorgänger von mir in die Ecke gepfeffert wurde.

Mein Verriss von “Metroid Prime” hat mehr Reaktionen hervorgerufen als jeder andere Beitrag, den ich je im Internet veröffentlicht habe. Dabei war der Text nicht mal toll geschrieben und von mir nur mal so aus dem Bauch heraus entstanden. Dafür musste ich mir anhören, dass ich wohl zu dumm für das Gameplay sei und doch bitte wieder auf Games mit simpler Action zurückgreifen sollte.

Doch so ganz daneben kann ich mit meinen Kritikpunkten nicht gelegen haben, denn im neusten Teil ist vieles verändert worden, dass mir bitter aufgestoßen war. “Metroid Prime” ist ein nicht gerade übersichtliches und für den Durchschnittsspieler motivierendes Spiel und da die Entwicklung bei Nintendo ja schon länger in Richtung Casual Gamer und Videogames für alle geht, ist es nur folgerichtig, dass auch das Flaggschiff der Hardcoregamer an einigen Stellen ein paar Kanten abgerieben bekommt, um es der nun breiteren Käuferschicht schmackhaft zu machen.

Ob das die Verkaufszahlen in die Höhe treibt darf trotzdem bezweifelt werden, denn von einem simplen “Wii Sports” oder “Rayman: Raving Rabbids” ist “Metroid Prime 3 : Corruption” noch immer soweit entfernt, wie die Playstation 3 von der Marktführung.

Alles beginnt im Weltall, im Raumschiff von Kopfgeldjäger und Heldin des Spiels, Samus Aran. Draußen fliegen riesige Raumkreuzer am Cockpit vorbei, während man selbst per Wii - Mote das Andockmanöver in die Wege leitet. Das ist innovativ und katapultiert einen direkt ins Spielgeschehen. Was danach kommt ist vorhersehbar aber gut inszeniert. Ein paar Charaktere werden eingeführt, die Raumflotte plötzlich angegriffen und ehe man “Phazon” sagen kann, befindet man sich schon in den ersten Feuergefechten mit den gegnerischen Piraten und schießt mit der Wii Fernbedienung wie selbstverständlich ein Monster nach dem anderen über den Haufen, scannt Objekte, öffnet Türen und befindet sich in einem Videospielstrudel den man für die nächsten 15 Stunden nur ungern verlassen möchte.

Für mich lag das unter anderem an der beinah klassischen gradlinigen Missionsstruktur. Die im Vorgänger noch auf einen Planeten beschränkte Spielwelt wurde auseinander gerissen, portioniert und auf mehrere Planeten verteilt. Das erhöht die Übersicht enorm und das Zurückkehren auf schon besuchte Planeten hält sich glücklicherweise in Grenzen. Auf der Erdoberfläche angelangt, wird auf der Karte das nächste Ziel direkt markiert. Wie man an dieses Ziel gelangt ist dagegen vorerst unklar. So darf fröhlich erforscht werden, ohne dass der Spieler sich merkwürdig verloren und planlos vorkommt.

Die Steuerung ist ein ganz klarer Glanzpunkt des Spiels und lässt einen über die zahlreichen, aber von tumben Gegnern gespickten Schusswechsel hinwegsehen. Es fühlt sich so normal, so natürlich an Laserstrahlen durch die Luft zischen zu lassen, dass man irgendwann über das Zielen kaum noch nachdenkt. Man macht es einfach. Die Wii - Mote in der Hand verringert den Abstand zwischen Spieler und Spielwelt fast gänzlich und macht den sonst abstrakten Vorgang des Zielens per Analog - Stick oder Maus zu einer natürlichen Bewegung.

Was ich diesem Spiel jedoch vorwerfe, kann man zwar auf fast alle Videospiele übertragen, aber selten ist es so ausgeprägt wie bei Metroid. Es fühlt sich immer so an, als ob die Welt für den Spieler gebaut wurde und nur wegen ihm und für ihn existiert. Die passenden Rollbahnen für Samus Morphball sind immer genau richtig vorhanden, jedes neu gefundene Item passt perfekt an den gerade neu entdeckten Platz, alles fügt sich wie von Zauberhand ineinander. Das ist nicht wirklich schlimm und wohl auch kaum zu umgehen, aber wenn man mal darauf achtet und darüber nachdenkt ein absurdes Detail in einer absurden Videospielwelt.

Optisch besticht “Corruption” durch großartiges Art-Design und weniger mit Effekt - Overkill. Planeten mit prächtigen Farben lösen sich mit düsteren metallischen Innenräumen ab. In einer schwebenden Stadt über den Wolken kann man die weit entfernten Gebäude im Nebel schimmern sehen. Es passt alles sehr gut zusammen und sorgt für die passende Atmosphäre. Der Soundtrack ist mal sphärisch, mal orchestral, mal elektro. Teilweise auch etwas übertrieben, wenn man nur durch einen langen Gang schlendert und eine wilde Trommelmusik mit Stammesgesängen ertönt.

Ich gebe zu, dass ich keinen einzigen Dateneintrag, den man über das Scannen von Terminals oder Wandgemälden erhält, gelesen habe und Maße mir deshalb nicht an, die Story im Detail zu bewerten. Das aber, was ich durch die Zwischensequenzen und die endlich eingeführten zusätzlichen Charaktere mitbekommen habe, ist klischeehaft, abgedroschen und eigentlich auch vollkommen egal, weil es darum nicht wirklich geht.

Es geht um den steinigen Weg, den man dank immer wieder erweiterten Kampfanzug beschreiten kann und den famosen Einsatz der Wii - Peripherie, damit Spiel und Spieler erstmals miteinander verschmelzen. Selbst wenn der Held eine Frau in goldener Rüstung ist und ich nur ein einfacher Zivildienstleistender.

Videospiele

The Legend of Zelda: Phantom Hourglass

Zelda: Phantom Hourglass

Ode:

“The Legend of Zelda: Phantom Hourglass” ist das erste Spiel für den Nintendo DS, auf das ich mich wirklich gefreut habe. Der Releasetag konnte nicht früh genug kommen. Alle anderen von mir gekauften DS Games waren keine “Oh mein Gott, ich muss das haben”, sondern “Sieht nett aus, schaun wir mal” - Käufe. Doch um den neusten Zelda Teil und den ersten nur per Touchpen gesteuerten DS Auftritt hat sich ein wirklicher Hype aufgebaut.

Allein für dieses Spiel habe ich mir einen neuen DSlite gekauft, damit ich das Abenteuer optisch auch in vollen Zügen genießen kann. Und es gibt einiges zu genießen. Wacht man das erste mal mit Link am Strand auf und setzt den Touchpen vorsichtig auf den Screen, läuft dieser wie von Geisterhand los und hinterlässt kleine Fußabdrücke im Sand. Geschmeidig animiert und in feinster Comicgrafik schlenderte ich umher und beobachtete Bewegungen, Bäume, das Grass und Fußabdrücke. Kurze Zeit später läuft mir das erste Huhn über den Weg und ich schnappe es mir und werfe es wild gackernd ein Stück über den Bildschirm. Ein breites Grinsen macht sich in meinem Gesicht breit. Ja, das hier ist wirklich ein Zelda - Spiel, auch wenn es sich vollkommen anders steuert.

Wo “The Legend of Zelda: Twilight Princess” Ende letzten Jahres nur einige kleine Möglichkeiten der revolutionären Wii Steuerung ausnutzte ist “Phantom Hourglass” ein komplett an den DS angepasstes Videospiel. Theoretisch könnte man alle Knöpfe am DS entfernen und alles würde sich weiterhin perfekt spielen. Man tippt auf den Bildschirm zum Schlagen, Werfen, Schießen, Reden, Notieren … einfach allem.

Spielerisch ist fast alles wie es bei Zelda schon immer war. Eine Reise beginnt mit der Suche nach einem Tempel, in dem sich irgendetwas Wichtiges befindet. Zuerst bereist man mit seinem Schiff die Meere, um die nächste Insel zu erreichen. Früher lief man oder ritt zum nächsten neuen Abschnitt auf der Welt. Dort wird dann der Tempel gesucht, der sich erst betreten lässt, wenn man ein paar kleine Rätsel vor Ort gelöst hat. Im Dungeon selbst beginnt dann die Suche nach einem neuen Item (Bumerang, Bomben, Bogen etc.), mit dem es dann den Endgegner des Tempels zu besiegen gilt.

Die Steuerung bleibt also das Innovativste am ganzen Spiel. Die Flugbahn des Bumerangs wird gemalt, Pfeile gezielt beim Antippen verschossen und Notizen können direkt auf der Karte eingetragen werden. Vorbei die Zeiten, als noch ein kleiner Zettel neben der Konsole lag, auf dem man Hebelkombinationen notieren musste.

Nochmal zur Grafik. Unglaublich. Wirklich unglaublich, was hier aus der Hardware herausgeholt wird. Geschmeidige Animationen bei allen Figuren, große Endgegner, Explosionen, Leuchten, Strahlen und das weite Meer.

“Phantom Hourglass” ist alles, was sich Handheldspieler auf der ganzen Welt gewünscht haben. Es spielt sich in kurzen Abschnitten genauso gut, wie in langen durchzockten Nächten, es ist einfach zu steuern und fördert den Entdeckerdrang. Wer weiß schon, was für Schätze auf der nächsten Insel auf einen warten.

Verriss:

Eigentlich müsste ich nur auf das neuste Video von “Zero Punctuation” verlinken und alles wäre gesagt. Wie dort das Spiel auseinander genommen wird ist die wahre Freude.

“Phantom Hourglass” ist ein Zelda - Spiel wie jedes andere auch. Wer eines gespielt hat, kennt alle Gameplayelemente, alle Spielabläufe und sogar die Story. Neu ist diesmal nur die Steuerung und diese ist so einfach wie das gesamte Spiel. Es ist förmlich spürbar, wie die Entwickler auf die Casual Gamer, Nintendos neue Lieblingszielgruppe, geschielt und alles so glattgebügelt haben, dass auch meine Oma mit drei Tippsern auf den Schirm fünf Gegner besiegen würde.

Schaut man sich die zahlreichen Rätsel an, dann sind dies keine Rätsel. Niemand muss rumrätseln wie es weitergeht. Er muss nur lesen können. Alle, aber wirklich alle Rätsel werden auf Steintafeln erklärt. “Wenn du diese Tür öffnen möchtest, gehe zu den Hebeln und ziehe sie in folgender Reihenfolge: …”. So kommt der Spieler sich super schlau vor, wenn er nach nicht mal 15 Minuten im neuen Dungeon schon vor dem Endgegner steht, wundert sich aber auch, was man die letzte Viertelstunde eigentlich gemacht hat.

Auf den weiten Meeren wird per Schiff gereist. Der Kurs wird per Touchpen festgelegt und danach läuft die Fahrt automatisch. Damit es nicht zu langweilig wird, greifen einen ab und zu Seemonster an, die man mit per Bordkanone erledigt oder Barrieren aus Algen tauchen plötzlich vor einem auf über die einfach per Sprung mit dem Boot hinweg gehopst wird.. Springen … Boot, naja.

Größtes Ärgernis ist jedoch der Tempel des Meereskönigs. Hier kommt das namensgebende Stundenglas zum Einsatz. Auf Zeitdruck hetzt man durch 6 oder 7 Ebenen voller unbesiegbarer Gegner und muss sich bei jeder Rückkehr immer wieder durch die vorherigen Etagen schleichen. Ich kam mir vor wie ein beschnittener Sam Fisher oder verkrüppelter Solid Snake. Erst beim letzten Durchgang ist es möglich die Phantome mit seinem neuen Schwert zu erledigen. Bis dahin heißt es verstecken und rennen. Kleinere Schutzzonen dienen als Rückzugspunkt und dementsprechend hastig versucht man diese auch aufzusuchen. Kein großer Spaß.

Zu sammeln gibt es diesmal auch keine Herzcontainer. Diese bekommt man automatisch nach jedem Bossgegner. Dafür darf man aber drei verschiedene magische Tropfen sammeln, welche ab einer bestimmten Anzahl neue Fähigkeiten freischalten, die vollkommen unnütz sind. Zum Beispiel ein Feuerschwert, das zwar gut aussieht, aber keinen spielerischen Nutzen hat. Selbst mit dem normalen Schwert gehen die Gegner nach einem Schlag zu Boden. Da brauch man auch kein Feuerschwert mehr.

Am Ende kämpft man drei Mal gegen den selben Endgegner in verschiedenen Formen, macht nochmal das, was Link am besten kann, Pfeile schießen und das Schwert schwingen, zeichnet ein paar magische Symbole auf den Bildschirm, schaut sich die Credits an und lauscht der Musik des Abspanns.

“The Legend of Zelda” ist zu einem Fast-Food-Menü verkommen: einfach zu besorgen, schnell gegessen, locker verdaut und trotzdem noch Hunger.

Filme

Der Sternwanderer

Sternwanderer

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich ein paar Worte über den Roman “Sternwanderer” verloren. Ein nettes, aber nicht überragendes Stück Märchenliteratur.

Nun läuft die Verfilmung schon ein paar Wochen im Kino, ich habe ihn am Veröffentlichungstag gesehen und noch immer nichts darüber geschrieben. Dafür schäme ich mich erstmal offiziell und komme nun zu ein paar weisen Worten.

Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, dann ist “Sternwanderer” ein sehr kruder Mix. Auf der einen Seite natürlich ganz klar ein Fantasyfilm. Es geht um einen Stern in Menschengestalt, der vom Himmel fällt, weil ein König sein Medaillon ins All geworfen hat und dabei eben jenen leuchtenden Himmelskörper getroffen trifft. Genau hier runzelt man ein wenig die Stirn, denn eigentlich ist das alles auch ein wenig abstrus. Wobei wir bei der Komik wären. Denn der Film ist sehr komisch. Teilweise makaber komisch, aber immer auch liebenswert komisch. Wenn eine Ziege zum Mann verwandelt wird hat sie natürlich einen Ziegenbart, bewegt sich aber davon abgesehen auch wie ein bockiger Vierbeiner. Der Held rennt im Wald hinter einer Kutsche her, springt und prallt seitlich davon ab. Das ist teilweise billiger Slapstick, aber mit viel Charme vorgetragen. Kämpft der Held am Ende gegen einen schon toten Prinzen, der von einer Hexe ferngesteuert wird, kommt der makabere Aspekt zu tragen.
Die größten Brüller erntet jedoch Robert De Niro als Luftpirat. Ich will nichts vorwegnehmen, aber seine Performance ist wirklich herausragend und sein Charakter bleibt im Gedächtnis hängen, obwohl er nur sehr wenig Leinwandzeit zur Verfügung hat.

Letztes Genre und damit sind wir nun auch beim Kern der Geschichte angelangt, ist der Liebesfilm.
Tristan, gespielt vom mir völlig unbekannten Charlie Cox, möchte seiner Angebeteten den gefallenen Stern zurückbringen und trifft am Einschlagsort eine weitere schöne Frau. Eben jenen Stern. Erst kommt Tristan als einfältiger und rückständiger Kerl rüber, entwickelt sich aber zu einem netten Abenteurer und natürlich kommt es auch zu einigen partnerschaftlichen Konflikten. Ein großer Pluspunkt für uns Männer ist dabei die kaum vorhandene Schnulzigkeit des Gezeigten.

Apropos Männer. Es gibt natürlich hier und da auch Action und außerdem die teilweise verwelkte und teilweise echt knackige Michelle Pfeiffer zu sehen. Sie will als Hexe ebenfalls den Stern, um ihre Jugend wiederherzustellen. Schauwerte sind also auch vorhanden. Nicht nur körperliche, sondern auch fantastische. Burgen, fliegende Schiffe, Geister, Zauberei. Sieht alles sehr fein aus und drückt sich nicht so sehr in den Vordergrund.

“Der Sternwanderer” ist also ein großes buntes Paket voller Überraschungen und sollte von keinem aufgeschlossenen Filmfan verpasst werden. Selten gingen 130 Minuten, dieses Jahr im Kino, so schnell rum. Und selten hatte man dabei so viel Spaß.

Videospiele

Nintendo DS lite - Suchbilder

Wo hat sich der kleine schwarze Freund versteckt?

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