Filme

Stirb langsam 4.0

Die Hard 4

Der Titel ist und bleibt schrecklich. Vier Punkt Null. Tut weh beim hinschauen und wenn man es ausspricht wird es sogar noch schlimmer.
Ich habe nur ein Ticket gelöst, um Bruce Willis “Yippie-ki-yay, Schweinebacke!” sagen zu hören. Hat er sehr gut gemacht.
Alle “Stirb langsam” - Teile stehen und fallen mit Willis als John McLane. Er muss die Sprüche rüberbringen, er muss durch die Glasscherben robben, die Bösen verprügeln, sich Schmutzig machen und leiden. All das macht er auch im neusten Teil. Neben den handfesten Actionszenen gibt es viele nostalgische Dialoge und Gags, welche auf die früheren Teile der Serie anspielen. Für Fans gibt es so immer wieder einen Extralacher.
Die Story um den Hightech-Terrorismus ist an einigen Stellen gruselig realistisch. Wir leben in einer vernetzten Welt und selbst wenn vieles aus dem Film etwas übertrieben ist, so kann sich jeder die chaotischen Verhältnisse vorstellen, wenn in einer Großstadt plötzlich alle Ampeln auf Grün schalten würden. Und das ist noch eine der harmlosen Aktionen. Die Gegenspieler zu McLane bleiben leider sehr blass und so erfreut man sich an den beiden Nerds Justin Long und Kevin Smith.
Am Ende schießt Regisseur Len Wiseman etwas übers Ziel hinaus und setzt eine Actionszene kurz vor Ende des Films, bei der man nur mit dem Kopf schütteln kann.
Ansonsten ist die Wiederbelebung eines alten Franchise gelungen und Bruce Willis hat mal wieder einen Hit.

Filme

Brick

Brick

Film-Noir mal wieder. Also so ähnlich. Mit coolen Detektiven, undurchsichtigen Frauen, tumben Schlägern, mysteriösen Drahtziehern und natürlich einem verwinkelten Plot. Man könnte denken, man ist in einem Hard-Boiled Roman gelandet, wenn da nicht der Schauplatz und die Charaktere wären: College und Jugendliche. Geschichte und Dialoge dagegen sind stilecht und fast übertrieben nah dran an den Originalen von Hammett und Chandler. So wirken die Dialoge und Handlungen der Personen ab und zu etwas absurd, aber wenn man sich damit abfinden kann knochentrockene Sprüche aus dem Mund eines Teenagers zu hören, dann bekommt man eine mit vielen coolen Ideen gedrehte und musikalisch perfekt untermalte Krimistory geboten.
Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mit so vielen interessanten Kameraeinstellungen und Schnitten gearbeitet hat. Ganz klar mit wenig Geld produziert, schafft er es aber durch gute Ideen, selbst einfachen Schlägereien eine krasse Dynamik zu verleihen. Selten wurde auch so direkt in die tiefstehende Sonne gefilmt. Eigentlich verpönt, sorgt es hier für eindringliche Bilder.
Die relativ unbekannten Schauspieler machen ihre Arbeit als Imitate großer Verbrecher und Schnüffler alle Ehre und bleiben dem Gesamtkonzept in jeder noch so abstrusen Szene treu.
Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson hat sich mit “Brick” in meinen Fokus gearbeitet und sein nächstes großes Projekt “The Brothers Bloom” mit Rachel Weisz und Adrian Brody ist auf meiner “zu beobachten” Liste gelandet.

Filme

Shrek - The Third

Shrek 3

Im folgenden Text werde ich versuchen mir irgendwas interessantes schreibenswertes zu Shrek 3 aus den Fingern zu saugen.



Schwieriger, als ich Gedacht habe.




Der Film ist auch einfach so durchschnittlich. Ich habe das Gefühl die Menschen schauen solche Filme, weil sie die ersten Teile auch gesehen haben und dann gehört der Dritte auch einfach dazu. Man hat ja sonst nix zu tun und die ganzen anderen Filme sind ja auch öde. Warum also nicht ein paar einfache Lacher mit unserem guten alten dicken grünen Freund.

Wirklich schlimm ist aber die Tatsache, dass der Film nicht mal so schlecht ist. Er ist nicht mal schlecht genug für einen ordentlichen Verriss. Da erkennt man erst, wie Mainstreamkino funktioniert. Ich kann mich nicht mal mehr darüber aufregen, so sehr lullen sie einen ein.




Ich kann nicht mal entscheiden, ob ich jetzt schreibe: “Schaut ihn euch an, wenn ihr die anderen gut fandet.”, “Schaut ihn euch an, wenn ihr sonst nix zu tun habt und draußen regnet es und ihr habt 5€ übrig.” oder einfach nur “Schaut ihn euch bitte nicht an und kauft euch für das Geld “Ode to Ochrasy” von Mando Diao bei Saturn und tanzt ein wenig in euren Zimmern.” Kann mich nicht entscheiden …

Musik

Manowar - Magic Circle Festival

So. Urlaub ist vorbei. Ist er eigentlich schon seit einer Woche. Manchmal brauch der gemeine Blogger aber auch eine zusätzliche Woche ruhe … und ein Manowar-Konzert, um wieder auf klare Gedanken zu kommen.
Nicht, dass ich ein großer Manowar-Fan wäre, aber für läppische 10€ schaut man sich die lauteste Band der Welt an, ohne groß darüber nachzudenken.
Also ging es auf nach Bad Arolsen, einer barocken Residenzstadt, keine 40km entfernt von Kassel. Auf dem dortigen ungenutzten Kasernengelände fand das zweitägige Festival statt, wobei jeder Abend von einem Manowar-Auftritt beendet wurde.
Verschiedene Dinge habe ich bei meinem Besuch gelernt:

  • Um auf einem Festivalparkplatz parken zu wollen braucht man am besten ein mit Kettenantrieb versehenes Fahrzeug, mindestens aber einen Jeep mit Allrad
  • Alkohol ist Freund und Feind des Metalheads. Es hilft ihm, die lange Wartezeit zu seiner Lieblingsband zu überbrücken, wenn sie dann aber wirklich spielt liegt er schon betrunken in der Ecke.
  • Eine Cocktailbar auf einem Heavy Metal Festival ist nicht die klügste Idee
  • Metalbands haben keinen Sinn für Dramaturgie

Den letzten Punkt werde ich nun auch genauer ausführen. Nachdem wir uns schon 7 Stunden auf dem Gelände rumgedrückt und einige nette (Holyhell) und weniger nette (Stormwarrior) Bands gehört hatten starteten um 21:45, leicht verspätet, Manowar. Sie legten auch gleich ordentlich los. Lauter als alle zuvor und mit großer Lichtshow. Die Fans waren glücklich, ich war glücklich, aber wir waren nicht nur zum glücklich sein da. Das Konzert wurde mit etlichen Kameras für eine DVD-Produktion aufgenommen und damit es auch ordentlich was zu sehen gab, wurde ein Intermezzo eingelegt, bei dem Motorräder und Gitarren verschenkt, Festivalhelfer gehuldigt, Brüste blank gezogen und die Worte “motherfucker”, “bitch”, “heiß und geil” in jedem Satz benutzt wurden. Das dicke Ende kam aber noch in Form ihres neuen Konzeptalbums. Mit Mini-Theaterspiel, Filmchen auf der Leinwand und dicker Pyroshow erzählten uns Manowar die Geschichte von Odin und seinen kämpfenden Söhnen. Leider war das, abgesehen vom Feuerwerk am Ende, eine sehr dröge Darbietung mit schleppender Musik, die einen um halb 1 eher einnicken lässt, als uns aufgeheizt in die Nacht zu entlassen.
Aber egal. Es war lustig und ich kann von meiner “Liste von Dingen, die ich erledigt haben will, bevor ich sterbe” streichen: “ein Konzert der lautesten Band der Welt besuchen”.

Filme

A Scanner Darkly

Scanner Darkly 2

Deutsche Filmverleihe sind nicht unbedingt meine guten Freunde. Ja, natürlich bringen sie mir viele gute und fast alle Hollywoodfilme nach Good-Old-Germany, aber sie tun auch einiges, was meinen Unmut erregt. Das beginnt mit relativen Kleinigkeiten, wie merkwürdigen Übersetzungen von Filmtiteln, oder sehr fragwürdigen Taglines, die einen Film unsympathischer erscheinen lassen, als er wahrscheinlich ist und endet mit großen Ärgernissen, wie der fehlenden Courage, einen nicht sonderlich massenkompatiblen Film in den deutschen Lichtspielhäusern zu zeigen.

Hier schließt sich der Kreis zu “A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm”. Auf der einen Seite, weil er den deutschen Titel der Buchvorlage und den des Originals in sich vereint, was ich sehr schön finde und auf der anderen Seite, weil er trotz großer Namen, wie Keanu Reeves, Robert Downey Jr., Woody Harrelson und Winona Ryder, nicht im deutschen Kino lief, was ich sehr schade finde. Auf visueller Ebene ist der Film nämlich ein gelungenes Experiment, dass ich mir doch gerne auf der großen Leinwand angeschaut hätte. Zuerst wurde der Film auf traditionelle Weise gedreht und danach Bild für Bild, in 18 monatiger Handarbeit, von digitalen Künstlern übermalt. Dieser abgefahrene lebende Comiclook macht eine großen Teil der sogartigen Faszination des Gezeigten aus. Zusammen mit den skurrilen, mal bedeutungslosen, mal bedeutungsschwangeren Dialogen schleppt sich der Film eher behäbig dahin und sorgt für keine leichte Unterhaltung. Es geht um Überwachung, um Drogen, um falsche Freundschaften, um Paranoia und um die Lebenswünsche des Einzelnen.

Fred: What does a scanner see? Into the head? Into the heart? Does it see into me? Clearly? Or darkly?

Musik

The White Stripes - Icky Thump

White Stripes

Yes, die Stripes sind zurück. Nicht nur einfach zurück, sondern schrammelnd, klöppelnd und rockend zurück. Das relativ softe Vorgängeralbum “Get Behind Me Satan” ist vergangen und der Blues-Rotzrock übernimmt wieder die Macht. Nicht, dass ich das letzte Album schlecht fand, aber ich mag die krachenden White Stripes Lieder einfach mehr.
Jack und Meg hauen nicht durchgehend auf den Putz, wie noch bei ihrem ersten Album, dass ich mir passend zu “Icky Thump” dazu gekauft habe. Ihr, nach der Band selbst benannter, Erstling ist, auf die gesamte Länge, anstrengend zu hören. “Icky Thump” hat da ein paar nette (”300 M.P.H. Torrential Outpour Blues”) und ein paar weniger nette (”St. Andrew”) Pausen zwischen den stampfenden Songs (”Little Cream Soda”, “Bone Broke” usw.).
Zwei meiner Lieblingsbands (letzte Woche QOTSA mit ihrer “Era Vulgaris”) bringen kurz hintereinander sehr gute Alben heraus. Wenn “Death From Above 1979” jetzt noch ihre Reunion ankündigen würden, wäre alles super.

Filme

Murderball

Murderball

Murderball” ist für mich der Inbegriff einer modernen Dokumentation.

Es wird sich einem Thema angenommen, dass in der Öffentlichkeit kaum präsent ist und nicht nur mit erzählerischen, sondern auch filmtechnischen Mitteln interessant, für den unwissenden Zuschauer, aufbereitet.
Murderball ist Rollstuhl-Rugby. Hört sich im ersten Moment nicht so spektakulär an, aber wenn man die ersten Bilder von eisenbeschlagenen und zu Rammböcken umfunktionierten Rollstühlen gesehen hat, ändert sich das recht schnell. Spätestens dann, wenn die ersten Rollstühle samt Fahrer krachend aufeinander prallen und auch gerne mal komplett umgestoßen werden. Hier kommen dann auch schon die ersten Stilmittel der Dokumentation zum tragen. Mit Rockmusik, wilden Kamerafahrten und einem schnellen Schnitt wird die Dynamik des Sports unterstützt und der Zuschauer mithilfe kurzer Zeichentrickschnipsel in das Spielgeschehen eingeführt. Das MTV hier als Produzent tätig war, merkt man an jeder Ecke.

Erzählerisch dreht sich der Film um die amerikanische Nationalmannschaft und ihre Rivalität zum Nachbarn Kanada. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der kanadische Teamcoach ein Amerikaner und der erfolgreichste Rollstuhl-Rugbyspieler unserer Zeit ist. Hier kommen dann auch wieder typische Dokumentarstrukturen zum Vorschein. Aus dem Team USA werden mehrere Spieler und ihre Vergangenheit näher beleuchtet. Erst jetzt kommt auch der Aspekt der körperlichen Behinderung stark zum tragen. Bei den Sportereignissen tritt er fast in den Hintergrund. Die Spieler sehen sich dort nicht als Behinderte, sondern als Sportler. Dort haben sie etwas gefunden, was sie wieder motiviert und ihnen halt gibt. Dieser Stärkungsmechanismus wird noch dadurch verdeutlicht, dass in einer kurzen Episode ein junger Mann begleitet wird, der erst vor kurzem an den Rollstuhl gefesselt wurde und bei einer Informationsveranstaltung sein Interesse am Sport entdeckt.

Murderball lebt von den Charakteren und der temporeichen Erzählung. Die Spieler sind lebensfrohe Raufbolde, die sich ihr Leben nicht vom Rollstuhl diktieren lassen, sondern das machen was sie wollen. Der Film nimmt dabei ebenfalls kein Blatt vor den Mund und setzt den Spielern, dem Sport und den Rollstuhlfahrern ein Denkmal.

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