Filme

“Monster House” vs. “Der letzte Lude”

monster house lude

Not gegen Elend.

Wer mal wieder einen einfachen Animationsfilm sehen will, der schaut sich “Monster House” an. Optisch ganz nett, inhaltlich ganz nett und auch sonst so ganz nett.
Technisch interessant ist die Tatsache, dass alle Figuren per Motion Capturing aufgenommen wurden, wobei man dies dem Endprodukt nicht wirklich anmerkt. So kommt es einem auch wie Verschwendung vor, wenn Schauspieler wie Steve Buscemi, Kevin James oder Jon Heder für die Aufnahmen verantwortlich waren.

Über den “letzten Luden” brauch man eigentlich nicht viel schreiben. Ich denke mal, die Macher waren darauf aus einen Film der Marke “So schlecht, dass es schon wieder gut ist” zu machen. Hat leider nicht funktioniert.

Bücher

Neverwhere - Neil Gaiman

Neverwhere

Mein zweiter Gaiman Roman. Diesmal in englisch. Wie auch schon “Sternwanderer” ist auch “Neverwhere” ein locker zu lesendes Fantasybuch, bei dem am Ende nicht soviel hängen bleibt.
Der Schreibstil ist klasse und die Art Humor gefällt mir auch sehr gut, aber es macht sich das Gefühl breit, dass der Autor sein handwerkliches Können benutzt, um von seinen simpel gestrickten Geschichten abzulenken. Storytwists kann man früh erahnen und die Charaktere sind alle sehr stereotyp.
Ein etwas tollpatschiger Held hilft einer aus dem Nichts auftauchenden Frau aus der Unterwelt, die Door heißt und , ACHTUNG, Türen öffnen und erschaffen kann. Es gibt eine mysteriöse Söldnerin namens Hunter, die , ACHTUNG, Monster in der Unterwelt jagt. Wer hätte das gedacht …
Der eigentliche unspektakuläre Showdown ist schon viele Seiten vor Ende des Romans, wodurch sich alles, bis zum echten Ende, noch mal zieht.
Lichtblick sind die zwei Killer Mr. Croup und Mr. Vandemar. Mit bitterbösen schwarzen Humor reden sich die beiden grobschlächtigen Kerle durch das Geschehen und erinnern mich stark an die beiden Typen (Fat Man and Little Boy) aus “Sin City”, die immer so geschwollene Gespräche führen. Sehr lustig.
Gaimans Bücher sind gut, aber für meinen Geschmack zu simpel, als das der Hype darum gerechtfertigt wäre.

Videospiele

Der Alltag des gefallenen Gott des Krieges

God of War Gameplay

Ich habe den Koloss von Rhodos besiegt.
Ich wurde von Zeus hintergangen und getötet.
Ich habe mich aus dem Hades zurück an die Oberwelt gekämpft.
Ich bin auf Pegasus Rücken geflogen.
Ich habe Prometheus von seinen Qualen befreit.
Ich habe Typhon sein Augenlicht geraubt.
Ich habe Cerberus besiegt und ihm das Goldene Vlies Jasons aus dem Leib geschnitten.
Ich habe Euryale den Kopf vom Leib gerissen.

Und was habt ihr so die letzten zwei Tage getrieben?

Videospiele

Ich bin dann mal weg …

God of War Hülle

Filme

Chungking Express

chungking express

Chinesisches Kino war für mich bisher in drei recht überschaubare Genres eingeteilt: vollkommen übertriebene Komödien, die von den meisten Menschen im Westen nur mit einem verständnislosen Kopfschütteln quittiert werden (so auch von mir), vollkommen übertriebene Actionfilme, in denen Männer in Zeitlupe durch die Gegend springen und Unmengen von Kugeln in Unmengen von Körpern schießen und vollkommen übertriebene Martial-Arts-Filme, wo Menschen in langen Kleidern durch die Luft fliegen und so tun, als ob es die Schwerkraft nicht gäbe.
Diese Liste kann ich nach der Sichtung von “Chungking Express” nun erweitern: Liebesfilme, die weder peinlich, noch übertrieben, noch für den Menschen aus dem Westen nicht nachvollziehbar sind.
Es geht um zwei Polizisten, wobei es auch zwei Feuerwehrmänner, oder zwei Taxifahrer seien könnten, die in zwei fast unabhängigen Geschichten mit den Problemen der Liebe zu kämpfen haben.
Für mich am wichtigsten bei einem solchen Film ist das nicht Vorhandensein von schnulzigen und peinlichen Szenen, wie sie normalerweise in jedem westlichen Liebesfilm zu finden sind. Es ist alles mehr melancholisch lustig und kommt ohne schwülstiges Happy End aus.
So sitzt einer der verlassenen Polizisten in seiner “traurigen Wohnung” und redet mit den unterschiedlichsten Gegenständen, um sie (eigentlich sich selbst) aufzumuntern. Die Idee ist so bekloppt wie einleuchtend und sorgt für herrlich komische Momente.
Neben der inhaltlichen Stärke ist der Film aber auch optisch und akustisch eine Bombe. Regisseur Wong Kar Wai ist ein Freund der lockeren Handkamera und zaubert energetische Bilder auf die Leinwand, die er mit bekannten und unbekannten Musikstücken unterlegt. Es hat etwas von Quentin Tarantino, der ja auch ein Fan von Kar Wais Filmen ist.
In Cannes läuft derzeit auch sein neuster und erster amerikanischer Film “My Blueberry Nights“. Ein Regisseur, auf den man ein Auge haben sollte.

Filme

Chinatown

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Wenn ich Film Noir höre, kribbelt es bei mir immer ein bisschen. Dann sehe ich vor meinem geistigen Auge Männer mit langen Mänteln und Hüten, die in einer dunklen Gasse stehen. Der Regen prasselt auf ihre Schultern, trotzdem glüht eine Zigarette zwischen ihren Lippen. Sie spähen rüber auf die andere Straßenseite, wo ein Frau, wahlweise komplett in weiß, schwarz oder rot gekleidet, in ein Auto einsteigt und wegfährt.

So ähnlich ist es auch in Roman Polanski’s “Chinatown“. Nur regnet es im ganzen Film kein einziges Mal. Was ganz einfach daran liegt, dass Los Angeles der Schauplatz ist und gerade eine Dürreperiode herrscht. Deswegen sollte auch ein Staudamm gebaut werden, um die Wasserversorgung zu sichern. Doch hier beginnt alles kompliziert zu werden, wie bei jedem guten Film Noir und deswegen spare ich mir jeden weiteren Satz zur Story.

Jack Nicholson ist unser Privatdetektiv und Faye Dunaway unsere Femme Fatale.
Berühmt wurde der Film ja hauptsächlich dadurch, dass Nicholson große Teile des Films mit einem Verband auf der Nase durch die Gegend läuft, weil die Bösen ihm ein drittes Nasenloch verpasst haben. Abgesehen davon, spielt Nicholson aber auch noch großartig.
Großartig ist auch, was Polanski für eine Atmosphäre geschaffen hat. Der Zuschauer sieht die gesamte Handlung aus den Augen von Nicholson und begleitet ihn bei seinen ausufernden Recherchen. Da werden dann auch gerne mal lang und breit Schreibtische durchsucht, ohne dass dabei irgendwas sinnvolles zu Tage gefördert wird. So geht das eben im Arbeitsleben eines Detektives. Dementsprechend ist der Film auch sehr behäbig. Was wiederum zum Szenario passt, denn es ist schweine heiß in LA und alle schwitzen so ein wenig vor sich hin.

1974 gedreht bietet “Chinatown” auch einiges fürs Auge. Nicht unbedingt Faye Dunaway, aber einige coole Kameraarbeit. In manchen Einstellungen hatte ich sogar das Gefühl, als wären sie erst mit einem Kamerawagen hinter Nicholson her gefahren, hätten dann die Kamera vom Dolly gerissen und im laufen weiter über seine Schulter gefilmt. Oder sie haben den Kameramann erst auf eine Schiene gestellt und danach ist er abgesprungen und gelaufen…
Auch egal, es sieht gut aus und sorgt für schöne Aufnahmen.

Wer Film Noir mag, wird auch “Chinatown” mögen. Wer es nicht mag, wird einschlafen.

Filme

Happy Feet

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Bizarr.
Ich glaube mit diesem Wort ist Happy Feet schon fast ausreichend beschrieben. Singende und tanzende Pinguine. Sorry, aber jeder, der mal im Zoo diese Mischung aus Vogel und Fisch beim herumwatscheln und rumkrächtsen beobachtet hat, wird wohl nicht auf die Idee kommen diese Tiere als leichtfüßige Tänzer in einem Animationsfilm einzusetzen. Guckt euch doch nur mal an, wie sie normalerweise laufen. Also watscheln … hin und her wackeln … über den Boden rutschen.
Egal. George Miller, Regisseur der Mad Max Filme und einem Schweinchen Babe Teil (auch unglaublich großartige Kombination), hat sich die Tierchen als Helden ausgesucht und einen brillanten Film gemacht, obwohl eigentlich alles dagegen spricht.
Ein Animationsfilm, der nicht von Pixar ist, muss irgendwie schlecht aussehen. Ice Age, zum Beispiel, ist optisch sowas von simpel gestrickt und stinkt gegen Nemo tierisch (hehe) ab. Nicht so Happy Feet. Einige Szenen könnten aus einem Realfilm stammen, wenn die Tiere nicht plötzlich den Schnabel aufmachen würden und anfingen zu reden.
Zweiter und größter Punkt gegen den Film: Gesangseinlagen. Normalerweise winde ich mich vor Schmerzen auf dem Sofa, wenn irgendwelche Figuren, egal ob Tier oder Mensch, vollkommen wahllos anfangen zu singen und zu tanzen. Das ist so kitschig, so billig, so total daneben. Nicht aber bei Happy Feet. Das ganze Gesinge und Getanze hat nämlich einen Sinn. Jeder Pinguine-Mann findet seine Pinguine-Frau durch sein ganz eigenes Lied, auf das der Partner total abgeht. Großartiges und einfaches Flirtverhalten.
Dabei ist natürlich auch die Musikauswahl und die Länge der Szenen wichtig. Es wird zwar viel gesungen, aber nie ein ganzes Lied, meistens wird pro Gesangsnummer, zwischen mehreren Songs fließend gewechselt. Sowas kann natürlich total daneben gehen, aber wer auch immer dafür zuständig war, hat einen bomben Job gemacht. Wer nicht gerade der totale Metalhead ist, wird mit der Musik großen Spaß haben.
Noch besser sind aber die Tanzeinlagen unseres kleinen Helden Mumble. Der Gute kann nicht singen, aber er kann tanzen. Oh man, kann er tanzen. Er kann so crazy tanzen, dass er schlussendlich das ganze Pinguinevolk rettet. Mit Stepptanz. Ein Pinguine rettet seine Artgenossen durch Stepptanz … warum ist mir sowas noch nicht eingefallen.
Am Schluss will ich noch die ebenfalls bombastischen Actionszenen hervorheben. Wo die Kamera bei den Tanzeinlagen schon die wildesten Bildkompositionen einfängt, ist sie bei den Actionszenen vollkommen außer Rand und Band. Wenn sechs Pinguine einen riesigen Gletscher hinunterrutschen, während dieser hinter ihnen in sich zusammenfällt und die Kamera fast ohne Schnitt hinter, vor und neben den kleinen Helden herrast, dann hat das schon fast Achterbahnqualität. Für diesen Film wünsche ich mir eine große Leinwand.
Happy Feet hat den Oscar gewonnen.
Happy Feet hat Casino Royal, am ersten Wochenende, an den Kinokassen geschlagen.
Happy Feet hat mir gezeigt, dass Animationsfilme doch noch gut sein können.

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