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Chungking Express

chungking express

Chinesisches Kino war für mich bisher in drei recht überschaubare Genres eingeteilt: vollkommen übertriebene Komödien, die von den meisten Menschen im Westen nur mit einem verständnislosen Kopfschütteln quittiert werden (so auch von mir), vollkommen übertriebene Actionfilme, in denen Männer in Zeitlupe durch die Gegend springen und Unmengen von Kugeln in Unmengen von Körpern schießen und vollkommen übertriebene Martial-Arts-Filme, wo Menschen in langen Kleidern durch die Luft fliegen und so tun, als ob es die Schwerkraft nicht gäbe.
Diese Liste kann ich nach der Sichtung von “Chungking Express” nun erweitern: Liebesfilme, die weder peinlich, noch übertrieben, noch für den Menschen aus dem Westen nicht nachvollziehbar sind.
Es geht um zwei Polizisten, wobei es auch zwei Feuerwehrmänner, oder zwei Taxifahrer seien könnten, die in zwei fast unabhängigen Geschichten mit den Problemen der Liebe zu kämpfen haben.
Für mich am wichtigsten bei einem solchen Film ist das nicht Vorhandensein von schnulzigen und peinlichen Szenen, wie sie normalerweise in jedem westlichen Liebesfilm zu finden sind. Es ist alles mehr melancholisch lustig und kommt ohne schwülstiges Happy End aus.
So sitzt einer der verlassenen Polizisten in seiner “traurigen Wohnung” und redet mit den unterschiedlichsten Gegenständen, um sie (eigentlich sich selbst) aufzumuntern. Die Idee ist so bekloppt wie einleuchtend und sorgt für herrlich komische Momente.
Neben der inhaltlichen Stärke ist der Film aber auch optisch und akustisch eine Bombe. Regisseur Wong Kar Wai ist ein Freund der lockeren Handkamera und zaubert energetische Bilder auf die Leinwand, die er mit bekannten und unbekannten Musikstücken unterlegt. Es hat etwas von Quentin Tarantino, der ja auch ein Fan von Kar Wais Filmen ist.
In Cannes läuft derzeit auch sein neuster und erster amerikanischer Film “My Blueberry Nights“. Ein Regisseur, auf den man ein Auge haben sollte.

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Chinatown

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Wenn ich Film Noir höre, kribbelt es bei mir immer ein bisschen. Dann sehe ich vor meinem geistigen Auge Männer mit langen Mänteln und Hüten, die in einer dunklen Gasse stehen. Der Regen prasselt auf ihre Schultern, trotzdem glüht eine Zigarette zwischen ihren Lippen. Sie spähen rüber auf die andere Straßenseite, wo ein Frau, wahlweise komplett in weiß, schwarz oder rot gekleidet, in ein Auto einsteigt und wegfährt.

So ähnlich ist es auch in Roman Polanski’s “Chinatown“. Nur regnet es im ganzen Film kein einziges Mal. Was ganz einfach daran liegt, dass Los Angeles der Schauplatz ist und gerade eine Dürreperiode herrscht. Deswegen sollte auch ein Staudamm gebaut werden, um die Wasserversorgung zu sichern. Doch hier beginnt alles kompliziert zu werden, wie bei jedem guten Film Noir und deswegen spare ich mir jeden weiteren Satz zur Story.

Jack Nicholson ist unser Privatdetektiv und Faye Dunaway unsere Femme Fatale.
Berühmt wurde der Film ja hauptsächlich dadurch, dass Nicholson große Teile des Films mit einem Verband auf der Nase durch die Gegend läuft, weil die Bösen ihm ein drittes Nasenloch verpasst haben. Abgesehen davon, spielt Nicholson aber auch noch großartig.
Großartig ist auch, was Polanski für eine Atmosphäre geschaffen hat. Der Zuschauer sieht die gesamte Handlung aus den Augen von Nicholson und begleitet ihn bei seinen ausufernden Recherchen. Da werden dann auch gerne mal lang und breit Schreibtische durchsucht, ohne dass dabei irgendwas sinnvolles zu Tage gefördert wird. So geht das eben im Arbeitsleben eines Detektives. Dementsprechend ist der Film auch sehr behäbig. Was wiederum zum Szenario passt, denn es ist schweine heiß in LA und alle schwitzen so ein wenig vor sich hin.

1974 gedreht bietet “Chinatown” auch einiges fürs Auge. Nicht unbedingt Faye Dunaway, aber einige coole Kameraarbeit. In manchen Einstellungen hatte ich sogar das Gefühl, als wären sie erst mit einem Kamerawagen hinter Nicholson her gefahren, hätten dann die Kamera vom Dolly gerissen und im laufen weiter über seine Schulter gefilmt. Oder sie haben den Kameramann erst auf eine Schiene gestellt und danach ist er abgesprungen und gelaufen…
Auch egal, es sieht gut aus und sorgt für schöne Aufnahmen.

Wer Film Noir mag, wird auch “Chinatown” mögen. Wer es nicht mag, wird einschlafen.

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Happy Feet

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Bizarr.
Ich glaube mit diesem Wort ist Happy Feet schon fast ausreichend beschrieben. Singende und tanzende Pinguine. Sorry, aber jeder, der mal im Zoo diese Mischung aus Vogel und Fisch beim herumwatscheln und rumkrächtsen beobachtet hat, wird wohl nicht auf die Idee kommen diese Tiere als leichtfüßige Tänzer in einem Animationsfilm einzusetzen. Guckt euch doch nur mal an, wie sie normalerweise laufen. Also watscheln … hin und her wackeln … über den Boden rutschen.
Egal. George Miller, Regisseur der Mad Max Filme und einem Schweinchen Babe Teil (auch unglaublich großartige Kombination), hat sich die Tierchen als Helden ausgesucht und einen brillanten Film gemacht, obwohl eigentlich alles dagegen spricht.
Ein Animationsfilm, der nicht von Pixar ist, muss irgendwie schlecht aussehen. Ice Age, zum Beispiel, ist optisch sowas von simpel gestrickt und stinkt gegen Nemo tierisch (hehe) ab. Nicht so Happy Feet. Einige Szenen könnten aus einem Realfilm stammen, wenn die Tiere nicht plötzlich den Schnabel aufmachen würden und anfingen zu reden.
Zweiter und größter Punkt gegen den Film: Gesangseinlagen. Normalerweise winde ich mich vor Schmerzen auf dem Sofa, wenn irgendwelche Figuren, egal ob Tier oder Mensch, vollkommen wahllos anfangen zu singen und zu tanzen. Das ist so kitschig, so billig, so total daneben. Nicht aber bei Happy Feet. Das ganze Gesinge und Getanze hat nämlich einen Sinn. Jeder Pinguine-Mann findet seine Pinguine-Frau durch sein ganz eigenes Lied, auf das der Partner total abgeht. Großartiges und einfaches Flirtverhalten.
Dabei ist natürlich auch die Musikauswahl und die Länge der Szenen wichtig. Es wird zwar viel gesungen, aber nie ein ganzes Lied, meistens wird pro Gesangsnummer, zwischen mehreren Songs fließend gewechselt. Sowas kann natürlich total daneben gehen, aber wer auch immer dafür zuständig war, hat einen bomben Job gemacht. Wer nicht gerade der totale Metalhead ist, wird mit der Musik großen Spaß haben.
Noch besser sind aber die Tanzeinlagen unseres kleinen Helden Mumble. Der Gute kann nicht singen, aber er kann tanzen. Oh man, kann er tanzen. Er kann so crazy tanzen, dass er schlussendlich das ganze Pinguinevolk rettet. Mit Stepptanz. Ein Pinguine rettet seine Artgenossen durch Stepptanz … warum ist mir sowas noch nicht eingefallen.
Am Schluss will ich noch die ebenfalls bombastischen Actionszenen hervorheben. Wo die Kamera bei den Tanzeinlagen schon die wildesten Bildkompositionen einfängt, ist sie bei den Actionszenen vollkommen außer Rand und Band. Wenn sechs Pinguine einen riesigen Gletscher hinunterrutschen, während dieser hinter ihnen in sich zusammenfällt und die Kamera fast ohne Schnitt hinter, vor und neben den kleinen Helden herrast, dann hat das schon fast Achterbahnqualität. Für diesen Film wünsche ich mir eine große Leinwand.
Happy Feet hat den Oscar gewonnen.
Happy Feet hat Casino Royal, am ersten Wochenende, an den Kinokassen geschlagen.
Happy Feet hat mir gezeigt, dass Animationsfilme doch noch gut sein können.

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Spider Man 3

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Die Spider-Man-Filme sind Hollywoodfilme in Reinkultur. Es geht eigentlich nicht größer, schneller, höher, weiter und kitschiger, als bei Sam Raimis Interpretation der Comicgeschichte um den Wandkrabbler. Deswegen haben wahrscheinlich auch so viele Leute Spaß daran. Die Einspielergebnisse sagen ja alles.
So ist auch der dritte Teil wieder eine Mischung aus Gefühls- und Actionkino, wobei ersteres beim Publikum auf geteilte Begeisterung stößt. So konnte sich gestern Abend ein Herr im Kinosaal, während einer besonders vor Gefühlsduselei sprudelnden Szene, nicht zurückhalten und schrie ein qualvolles “Schnitt” in die Dunkelheit des großen Vorführraums. Sein Wunsch wurde nicht erhört. Es wurde sogar alles noch viel schlimmer.
Als dann auch noch kurz vor dem Endkampf Spider-Man heroisch durch die Luft flog und im Hintergrund demonstrativ die amerikanische Flagge wehte, während eine Journalistin etwas von Hilfe, Hoffnung und Rettung redete, konnte auch ich mir ein leichtes Stöhnen nicht verkneifen.
Wichtig ist neuerdings auch das die Bösewichte nicht wirklich böse sind. Der Sandmann will nur die OP seiner kranken Tochter bezahlen und braucht dafür Geld, der neue Kobold wechselt am Ende auch die Seiten und Venom benutzt den Hass der anderen, obwohl die eigentlich keine miesen Kerle sind. Das sorgt natürlich für Spannung.
So sitzt man also da, wird über 140 Minuten von einer Actionszene und einem triefenden Dialog nach dem anderen bestrahlt und fragt sich, warum die 300 Millionen Dollar zwar für ne Menge Krach und Bumm, aber nur eine richtig coole Actionszene gereicht haben. Kurz darauf fragt man sich dann noch, warum diese Szene ausgerechnet die erste Krach und Bumm Szene des ganzen Films ist und danach überlegt man woher eigentlich dieser schwarze Schleim kam, der Spidey, so böse gemacht hat. Ist aus einem Steinbrocken gefallen, der vom Himmel gefallen ist, möchte man sagen und merkt, wie hohl das alles ist.
Am Ende geht man mit eine grenzdebilen Grinsen aus dem Kinosaal, weiß das man über zwei Stunden billig Unterhalten wurde und ist glücklich.
Hollywood.

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Lady Vengeance

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Wenn man einen Chan-wook Park Film anschaut, sollte man wissen, was auf einen zukommt. Film Fans aus aller Welt kennen seine Rache-Filme “Sympathy for Mr. Vengeance” und “Oldboy“. Beides gefeierte Meisterwerke, eines unangenehmer und gleichzeitig schöner, als das andere.
“Lady Vengeance” ist nun der Abschluss der Trilogie rund um das Thema Rache. Wieder prasseln wunderschöne Bilder einer schrecklichen Geschichte auf einen nieder und wieder sitzt man nur da und kann ungläubig mit dem Kopf schütteln, oder auch den offenen Kinnladen immer und immer wieder zuklappen.
Chan-wook Park Filme im allgemeinen und “Lady Vengeance” im speziellen, sind nicht jedermanns Sache. Kann ich verstehen. Wer sich aber auf die leicht verwinkelte Erzählweise einlässt und geistig dranbleibt, um der auf mehreren Zeitebenen vorgetragenen Geschichte zu folgen wird belohnt werden. Nicht nur mit den bis ins letzte Detail durchgestylten Bildern und dem grandiosen Soundtrack, sondern einer Story, die einen langsam in einen grausigen Strudel aus Schuld, Unschuld und Selbstjustiz hineinzieht.

Kunst

Documenta 12 Plakate

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Foto: Heiko Meyer
Flickr Photoset mit weiteren Bildern

Sonstiges

It’s the end of the world as we know it …

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… and I feel fine.

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