Videospiele

Wii = Killersimulationsmaschine

Ahahaha.
Resident Evil 4 für die Wii.
Ich habe mich ja schon köstlich über die Internetseite amüsiert, aber jetzt gibt es auch noch ein Video dazu. Herrlich. Wenn das so weitergeht, dann wird die Wii die perfekte Maschine für potenzielle Amokläufer. Es gibt dann nicht nur gewalttätige Spiele, nein, man kann dann auch das Zielen mit einer Waffe schon mal gut üben.

Videospiele

Okami

okami.jpg

Seit gut zwei Monaten ist das letzte große Spiel der Clover Studios in Europa erhältlich und verkauft sich, wie auch im Rest der Welt eher schleppend. Warum dem so ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die einleuchtensten und von jedem, selbst denen, die das Spiel nicht gespielt haben, sofort zu erkennende sind das Setting und die Optik. Das feudale Japan in Comicgrafik. Da rennen 80% der durchschnittlichen Videospielkäufer schon schreiend davon. 10% sagen: “Wayne?” und gehen Halo spielen. Von den interessierten letzten 10% haben 5% keine PS2, weil sie noch mit ihrem geliebten Dreamcast spielen. Bleiben noch 5% die vielleicht, wenn sie genug Geld haben und gerade sonst nix zu tun, eventuell das Spiel kaufen.
Sagen wir also schlussendlich haben 10,542 Leute in Deutschland das Spiel gekauft und fangen an zu spielen.
Das Intro ist schon mal ganz nett gemacht, auf Papier wird mit Pinsel die Vorgeschichte erzählt und man landet im Hauptmenü. “Wohoo!”, denkt man sich. Gleich kann man mit einem coolen weißen Wolf durch die Welt rennen und mit einem Pinsel diese Welt verändern und retten. Ja, fast. Eigentlich muss man erst einmal die ersten zwei Stunden mit nochmaligem Intro und Tutorial überstehen ohne a) einzuschlafen, b) eine Muskelzerrung im Daumen, vom wegdrücken der Dialoge, zu bekommen, c) mit blutenden Ohren vom Sofa zu fallen, weil alle Charaktere eine Phantasiesprache sprechen, die so nervtötend ist, wie ein brabbelndes Baby, dessen Geblubber rückwärts abgespielt wird.
Hier geben von den 10, 542 Käufern schon mal 3,251 auf. Bleiben 7,291.
Diese haben sich bis hierhin an der grandiosen farbenfrohen Optik ergötzt und hoffen nun, dass es endlich mal losgeht.
Geht es auch. Die ersten Pinseltechniken werden erlernt, Bäume zum blühen gebracht und plötzlich steht man schon vor dem achtköpfigen Endgegner. In einem großen Kampf (der einem beim ersten mal auch wirklich Spaß macht, denn man weiß ja noch nicht, dass man ihn im Laufe des Spiels noch zwei mal führen muss), besiegt man das Monster und wird anschließend mit den Worten, “Haha, du hast doch wohl nicht gedacht, dass das alles war?”, in die weite Welt hinausgeschickt. Daraufhin folgen viele Stunden Spaß und so mit netten Dungeons und Rätseln und noch viel mehr Pinseltechniken. Hat man es dann irgendwann zum letzten Viertel des Spiels geschafft, beginnt das große Pendel der Videospielgötter von “Spielspaß” auf “Oh man ist das endlich mal vorbei, - Frust” umzuschwenken.
Von einer von uns begrünten und farbenfrohen Welt wendet sich das Spiel ab in eine Schneelandschaft, die … nun ja … weiß ist. Weiß und trist und kalt und doof. Doch das ist noch nicht das Schlimmste, denn neben der traurigen Umgebung sind den Entwicklern anscheinend auch die Ideen ausgegangen, weswegen man vier Endgegner ein zweites und den achtköpfigen Drachen sogar ein drittes Mal besiegen muss.
Hier springen von unseren verbliebenen 7,291 Spielern weitere 4,358 ab. Diese hatten bisher viel Spaß, verpassen jedoch den letzten Endgegner, der (natürlich) mit Hilfe aller Pinseltechniken nach und nach in die Knie gezwungen wird, oder wie man das bei einer großen Eisenkugel so nennt. Richtig gelesen, der Endboss ist ein kleiner Wurm in einem Goldfischglas, der in einer großen Kugel sitzt. Hätte ich mir was spektakuläreres gewünscht. Zum Beispiel einen achtköpfigen Drachen, den hat man bis dahin doch erst drei Mal besiegt.
So sitzen schlussendlich also knapp 3 Leute (genau 2,933, aber ich habe mal aufgerundet) vor dem Bildschirm und schauen sich die Credits an, die hübscher sind als bei manch anderen Produkten das gesamte Spiel.

PS: Ich habe keine Screenshots im Internet gefunden, die der optischen Brillanz des Spiels gerecht werden. Die Farben sind nicht kräftig genug und alles wirkt sehr steril.
Ist es aber in Wirklichkeit nicht. Okami ist auf künstlerische Ebene das schönste, was die Playstation 2 in ihrem langen leben gesehen hat. Punkt.

Bücher

Sternwanderer - Neil Gaiman

stardust.jpg

Nachdem in den letzten Wochen “Malevil” von Robert Merle, “Blutschatten” von James Ellroy und “Der Talisman” von King / Straub jeweils nach 50 gelesenen Seiten in die Ecke geflogen sind, kann ich nun stolz vermelden endlich wieder einen Roman mit Freude bis zur letzten Seite gelesen zu haben. War bei 200 Seiten auch nicht so schwierig, aber 200 Seiten können auch quälend lang sein, wenn der Inhalt nicht stimmt. Das ist bei “Sternwanderer” (keine Ahnung, wie die Übersetzer aus dem original Titel “Stardust” darauf gekommen sind) von Neil Gaiman aber zum Glück nicht der Fall. Die nette Märchengeschichte ist in einem lockeren Plauderton geschrieben und wirkt trotz ihrem teilweise spektakulären Inhalt sehr ruhig und zurückhaltend. Andere Autoren hätten die Geschichte um den jungen Tristran Thorn, der im Feenland nach einem vom Himmel gefallenen Stern sucht, um seiner Angebeteten die Liebe zu beweisen, sicherlich auf der doppelten bis dreifachen Seitenzahl ausgebreitet. Nicht so Gaiman, der es schafft, die drei Handlungsstränge in passendem Umfang zu erzählen und am Ende zu verknüpfen, ohne auf ein plattes Actionfinale zu setzen.
Um so verwunderter war ich, als ich mir den ersten Trailer zu kommenden Verfilmung angeschaut habe. Allein in den paar Ausschnitten gibt es sehr viel mehr Actionszenen zu sehen, als im ganzen Roman vorkommen. Hätte mich auch irgendwie gewundert, wenn das ganze im Film nicht zu einem Fantasy-Mega-Blockbuster aufgeblasen wird. Trotzdem scheint der kautzige Humor noch dabei zu sein. Ganz klar ein großes Plus der ganzen Erzählung. Die Idee, dass die sieben Kinder des Königs sich gegenseitig umbringen und die Toten als Geister, die Überlebenden, bei ihrem weiteren Kampf beobachten, ist einfach köstlich und superb geschrieben.
Ich kann dieses augenzwinkernde lockere Märchen nur empfehlen. “Sternwanderer” ist feinste Unterhaltung ohne grunzende Orks, weltbedrohende Monsterhorden und klinisch reine Heldengruppen.

Musik

Klaxons - Myths Of The Near Future

“Horses want to dance but find their wings are damaged, water damaged”

Kein Plan, was dieser Satz mir sagen will, aber Klaxons singen ihn in ihrem Song “Atlantis to Interzone”. Welcher wirklich großartig ist. Auf eine komische “ein Zug fährt mit 200 Sachen über dich und blinkt dabei in Neonfarben” Art und Weise. Ähnlich geht es mir auch mit all den anderen Songs vom Album “Myths Of The Near Future”. Eine merkwürdige aber wohlschmeckende Mischung aus Rock und elektrischen Klängen prasselt auf einen ein, schüttelt einen ordentlich durch und lässt dich dann debil grinsend zurück.

“A big man with a plan has got a storm a-coming, monster coming”

Wer außerdem mal wieder einen epileptischen Anfall haben möchte, der sollte die Internetseite der Band besuchen. Dort gibt es neben blinkenden Farben auch Informationen zu finden. Irgendwo.
Wer sich dieser perfiden Schnitzeljagd nicht aussetzen will, betritt einfach die MySpace-Seite der Band. Da blinkt es weniger und man kann sich schöne Lieder anhören.

Filme

300 - Film

300_film.jpg
Da sitzen sie also beide im Schnittzimmer. An der Wand hängt ein großer Plasmafernseher. Regisseur Zack Snyder liegt auf einem Sofa. Der Editor William Hoy sitzt vor einem monströsen Schnittpult mit tausenden von Tasten. Auf 90% dieser Knöpfe steht in feiner Schrift “Slow Motion” oder “Super Slow Motion” oder gerne auch “Uber Slow Motion”. In glänzenden Farben zeigt der Plasmafernseher ein Gruppe Reiter über einen Hügel galoppieren. “Hmm…”, murmelt Snyder prüfend in seinen Bart. “Irgendetwas fehlt hier noch”. “Ja!”, stimmt ihm Hoy einsilbig zu. “Die bewegen sich alle irgendwie noch zu schnell. Da kommt die Kraft der Pferde und der böse Gesichtsausdruck der Reiter noch nicht richtig zur Geltung.” Lange ist es still in dem kleinen Raum. Dann plötzlich springt Snyder vom Sofa auf, schaut den Bildschirm an, als würden ihm gerade eine Million vermummte Perser in Kampfmontur entgegenstürmen und schreit mit voller Stimme: “Für die Freiheit Spartas und aller Länder Griechenlands, wir brauchen die Uber Slow Motion!”. Gebrüllt, getan, und schon schweben die Pferde in einer Zeitlupe, die man fast Standbild nennen könnte über die Felder Spartas.
Diese Szene spielt sich während der Nachbearbeitungsphase des Films “300″ noch viele viele Male so, oder so ähnlich, ab.

Zack Snyders Interpretation ist noch weniger historische Erzählung als es auch das Comic von Frank Miller nicht ist. “300″ ist ein beinah pausenloses Gemetzel in überbordenden Farben und Geschwindigkeitswechseln, dass man manchmal nicht weiß, ob sich die Figuren während der Kämpfe nicht schon in der Zeit rückwärts bewegen.
Die Spartaner werden zwar den ganzen Film über als die Guten dargestellt, was aber nichts daran ändert, dass ich sie nicht so richtig leidern konnte. Dafür sind die Typen einfach zu arrogante muskelbepackte lebensverachtende Arschgeigen. Als König Leonidas die ihm zur Hilfe kommenden Arkadier nach ihren Berufen fragt, können alle normal antworten. Töpfer, Schmied, Bauer. Dann fragt er seine dreihundert Spartaner nach ihrem Handwerk und das einzige was sie herausbekommen ist ein affiges “Au,Au,Au” Geschrei. Geil, ihr könnt nicht reden, aber wenigstens könnt ihr kämpfen.
Die Veränderungen zum Comic fand ich alle negativ. Das Hinzufügen von der Geschichte um Leonidas Frau bringt nichts, außer Leerlauf zwischen den Kämpfen, den man auch anders hätte schaffen können. In dem man zum Beispiel die einzelnen Soldaten etwas mehr beleuchtet hätte, die alle sowas von geklont über die Leinwand gerannt sind.
Warum Ephialtes sich nicht mehr von der Klippe stürzt wird wohl auch Snyders Geheimnis bleiben. Genauso wie die Szene mit den an den Baum genagelten Dorfbewohnern. Hey, lasst uns mal zeigen, wie super böse diese Perser sind, haben sich die Drehbuchautoren wohl dabei gedacht.
Komisch fand ich auch, dass die Thermopylen übersetzt wurden. Heiße Quellen klingt irgendwie nicht so spektakulär und zu sehen bekommt man sie auch nicht. Ihr merkt schon, ich mäkle an Kleinigkeiten herum, aber solche Sachen summieren sich.

Als Actionfilm bleibt “300″ aber großartig, keine Frage. Mehr ist er aber nicht, auch wenn viele Menschen ihn zu mehr hochstilisieren werden.

Comics

300 - Comic

300_comic.jpg

Bevor es am Mittwoch ins Kino geht will ich mich erstmal zur Comicvorlage des momentan heiß diskutierten Film “300″ äußern.
Als ich vor fast einem Jahr die großartige deutsche Neuauflage von Cross Cult durchblätterte und die ersten Bilder der Verfilmung im Internet sah, hätte ich nicht damit gerechnet, dass heute ein solches Bohai um den Film gemacht wird.
Für mich waren die Bilder von Frank Miller gut gezeichnet und von seiner Frau Lynn Varley noch viel besser in Farbe gesetzt. Es ging um 300 nicht sonderlich sympathische Spartaner, die gegen eine Übermacht von ebenfalls unsympathischen Persern kämpfen. Die Grundidee 300 gegen Tausende in einer engen Schlucht fand ich klasse. Den ideologische Hintergrund habe ich nicht sonderlich hoch gewertet. Die Spartaner mit ihrer Kriegsgeilheit und ihrem streben nach Freiheit, aber keiner Demokratie, sind nicht gerade Personen mit denen ich mich gut identifizieren kann. Selbiges gilt für die, im Comic, als Sklaventreiber dargestellte Perser. Ich saß also da, schaute mir die wunderschönen Bilder an und erfreute mich an der künstlerischen Gestaltung, denn an der Geschichte und den Charakteren gab es nicht viel positives zu bestaunen.
Mit genau der selben Einstellung werde ich auch in den Kinosaal marschieren. Ich freue mich auf überstilisierte Bilder in Slow-Motion. Darauf haben die Macher des Films geachtet und darauf kommt es auch im Comic an. Es zählt hier fast nur das Äußere. Das ist irgendwie schade, aber sollte auch von den ganzen Kritikern da draußen akzeptiert werden, die in die simple Darstellung von historischen Ereignissen in einem Film zum Comic, das vor fast zehn Jahren erschienen ist, merkwürdige amerikanische Propaganda der Neuzeit hineininterpretieren.
Aber zurück zum Comic. Die Hardcoverausgabe von Cross Cult ist nicht gerade billig, aber schön anzusehen. 30€ für eine hohle Geschichte mit tollen Bildern ist nicht gerade ein super Deal, aber dafür sieht das Ding im Regal klasse aus. Und deswegen kaufen Comicnerds doch das ganze Zeug. Am Ende stellt man es ins Regal und komplettiert seine Sammlung. Wir sind doch alle nur Jäger und Sammler. Waren Spartaner eigentlich gute Jäger? Wahrscheinlich schon. Wahrscheinlich haben sie nackt und mit den bloßen Händen gejagt. Oder in der Phalanx. Oder alles zusammen.
300_comic_2.jpg

300_comic_1.jpg

Videospiele

ICO


Eigentlich waren die Probleme ja vorprogrammiert.
„Shadow of the Colossus“ ist für mich eines der größten Videospiele aller Zeiten. „ICO“ wurde von den selben Entwicklern zusammengebaut und wird überall als Kultspiel bezeichnet. Da erwartet man natürlich großes.
Problem 1: Die beiden Spiele sind auf der Gameplayebene vollkommen unterschiedlich. „SotC“ hat eine riesige Welt und ist in seinen Kämpfen spektakulär, actionreich und atemberaubend.
„ICO“ dagegen ist ein Jump’n’Run/Plattformer/Adventure - Ding auf engem Raum. Genauer gesagt einer Burg. Die Burg steht auf einem Felsen und der Felsen steht im Meer.
Unser gehörnter Protagonist wird dort eingesperrt, weil er Hörner hat. Hörner sind nicht so gerne gesehen, denn mit Hörnern assoziiert man meistens Teufel, Dämonen und das Böse.
Wir können jedoch aus unserer Zelle fliehen und treffen ein weißes Mädchen. Weiß im Sinne von, sie leuchtet weiß hat weiße Klamotten an und ist eben weiß. Leider kann sie uns aber nicht erklären, warum sie eigentlich so weiß leuchtet, da unsere beiden Helden nicht die gleiche Sprache sprechen, aber sie ist super darin magische Türen zu öffnen. Das kann unser gehörnter Freund nämlich nicht und so sind die Beiden bei ihrer Flucht aufeinander angewiesen. Der Eine rennt rum, verkloppt die komischen Schattenwesen, springt von A nach B und macht allgemein die ganze Drecksarbeit, die Andere öffnet Türen und steht sonst doof rum. Arbeitsteilung vom feinsten.
Soweit so gut. Optik ist bestens, Sound ist minimalistisch, Gebäudearchitektur göttlich, wenn auch sinnfrei, bedingt durch die benötigten Rätsel. Denn wer springt schon über drei Fenstersimse an zwei Ketten von da zur Brücke, mit den Bomben schnell den Turm gesprengt, über die Trümmer zur anderen Seite, da den Knopf drücken, wieder zurück, noch eine Kiste verschieben und schon ist man im nächsten Raum.
Das macht auch alles Spaß, konnte meinen scharfen Blick aber nicht von den spielerischen Problemen abwenden. So habe ich einige Male laut geflucht, als unser Held von einer Kette in den Abgrund geschwungen ist und ich lange Sprungpassagen wiederholen musste. Ähnlich geflucht habe ich, wenn ich mit einem Holzstock bewaffnet 10 Schattenmonster verkloppen musste und sich diese Kämpfe ewig hinzogen. Weil a) die Monster immer wegflattern, wenn man ihnen eine verpassen will, b) ne Menge einstecken und c) die Angriffsmöglichkeiten mit einem Schlagbutton relativ eingeschränkt sind. Des Öfteren habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich meine Begleiterin angeschrieen habe, wenn sie mal wieder in Zeitlupe eine ewig lange Leiter hoch kletterte oder sich partu nicht auf die Bank zum Speichern setzen wollte.
Der Endkampf war dafür ganz schön, wenn auch sehr einfach. Happy End gab es auch und man hatte schließlich viel neues Futter für Spekulationen rund um die Verknüpfung von „Shadow of the Colossus“ und „ICO“.

Seiten: <<< 1 2 ...13 14 15 16 17 18 19 20 >>>