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Blog über mediale Zeitverschwendung.

Switched: Retrospektive

von Daniel

Macbook 2

Jeder Switcher aus der Windows – Welt in Richtung Apple und OSX schreibt über seine Erkenntnisse. Also will auch ich ein paar Worte über mein bisheriges knapp 5 Monatiges arbeiten mit dem Mac verlieren.

Es kommt eine Zeit im Leben jedes Computernutzers, in der er seinen Windows – PC verflucht. Bei manchen früher, bei anderen später.
Häufig liegt das Problem zwar beim nutzenden Menschen, aber das Betriebssystem von Bill Gates legt einem doch immer wieder merkwürdig anmutende Stolpersteine in den Weg.

Dann denkt man sich immer: “Gäbe es doch nur ein anderes Betriebssystem, dass stabiler liefe, mir keine kryptischen Fehlermeldungen an den Kopf werfe und ein paar kleine Kniffe hätte, die mir die Bedienung erleichtern würden.”

Normalerweise schiebt man diesen Gedanken zur Seite, drückt den Reset-Knopf an der grauen kantigen Kiste unter dem Tisch und wartet auf den Neustart des Systems.

So einfach wollte ich es mir irgendwann aber nicht mehr machen. Begibt man sich daraufhin, frohen Mutes, auf die Suche nach Alternativen, so landet man bei Linux und OS X. Das eine ist ein riesiges Open Source Projekt mit gefühlten 20 verschiedenen Versionen, manche mit vorinstallierter Bedienoberfläche, andere nur aus einem Grundgerüst bestehend. Möchte man einfacher und mit weniger Eigenaufwand an seinem PC arbeiten, so scheint dies nicht die richtige Wahl zu sein.

Also wandert der Blick zu diesen Leuten, die diesen iPod verkaufen. Die bauen doch auch PCs. Macs, oder so. Man überlegt kurz und es fallen einem die bunten kugeligen Alles-in-einem PCs ein. Die waren doch von Apple. Und die hatten doch ihr eigenes Betriebssystem. Sahen aber schon ein wenig albern und bunt aus.

Klick-klick, und schon lande ich auf der Apple – Homepage. Nichts buntes zu finden, aber viele hübsche PCs in weiß und silber grinsen mich an. Doch lassen wir uns davon erstmal nicht ablenken, es geht ja um das Betriebssystem. OS X ist die Bezeichnung, 10.4 die Version und Tiger der markante Name.

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The Proposition

von Daniel

Proposition

Mal wieder Lust auf einen Western? Einen schmutzigen kleinen fiesen Western? Einen Western, der nicht mal im wilden Westen, sondern in Australien spielt?

The Proposition” stammt aus der Feder des australischen Musikers Nick Cave und erzählt die Geschichte der Burns – Gang, einer Gruppe Gangster, die nach dem Überfall auf ein Farmhaus, von der Armee verfolgt werden. Zwei der Brüder werden gefangengenommen und einer der beiden, Charlie, gespielt von Guy Pearce, soll den dritten Bruder ausfindig machen und damit das Leben des jüngeren Mike, der in Gefangenschaft bleibt, retten.

Die eigentliche Story ist leider etwas simpel geraten und wird auch ohne große Überraschungen erzählt. Was “The Proposition” aber trotzdem zu einem guten Film macht, sind die düster schönen Bilder des australischen Outbacks untermalt von der düster schönen Musik Nick Caves. Passend dazu wird auch an roher Gewalt und deren Darstellung nicht gegeizt. Es war eben eine raue Zeit und da wurde dann auch gerne mal ausgepeitscht, vergewaltigt und natürlich erschossen.

Wer die manchmal überbordende Gewalt ertragen kann, wird eine bittersüße Filmperle mit exzellenten Schauspielern finden.

PS: Kurzes Gerücht noch am Ende. Seit gestern geht die Nachricht um, Regisseur John Hillcoat solle auch für die kommende Filmumsetzung von Cormac McCarthy’s “The Road” zuständig sein. Hauptdarsteller Viggo Mortensen.

28 Weeks Later

von Daniel

28 weeks Later

Ich bin ja kein grundsätzlicher Verachter von Wackelkameras in Actionszenen. Die ersten beiden Bourne Filme haben sie auch schon eingesetzt und da kam ich ganz gut mit klar. Was aber in der Fortsetzung zu “28 Days Later” an hektischen und blitzschnell geschnittenen Bildern auf den Zuschauern einprasseln ist nicht mehr feierlich.
Hat gerade der Hauptdarsteller einen Infizierten (sie heißen ja nicht Zombies) mit einer Brechstange erschlagen? Warum liegt die Brechstange jetzt auf dem Boden? Wo ist oben? Oh, zwei Überlebende rennen auf ein Boot zu. Einer ist reingefallen, aber welcher? Da hängt ein Infizierter am Boot! Ne, jetzt nicht mehr. Oh, rotes Blut im Wasser. Wahrscheinlich hat der Rotor eines der Monster erwischt. Oder?
Die Handlung der Actionszenen wird nicht mehr komplett gezeigt, sondern einfach durch kurze Bruchstücke ersetzt, aus denen sich dann der Kinobesucher seine eigene Szene im Kopf zusammensetzen darf.
So, die Action ist also doof, vielleicht gibt es ja dann eine interessante Story. Leider auch Fehlanzeige. Der Film ist so vorhersehbar wie ein Zweikampf zwischen dem Terminator und Schnappi dem Krokodil. Zusätzlich strotzt er auch noch vor Logiklöchern, dass es einem die Zehennägel hochrollt. Da bricht der Virus in der eigentlich gesicherten Zone in London wieder aus und was machen die Militärs? Sie pferchen alle Menschen in eine Tiefgarage, machen das Licht aus und bewachen die Ausgänge nicht. Guter Plan, großes Kino. Wie es zum erneuten Ausbruch des Virus kommt will ich gar nicht erst erwähnen. Zum Kopfschütteln.
Genauso, wie eine Szene, in der ein schlecht computeranimierter Hubschrauber einen Haufen Infizierte mit den Rotorblättern niedermäht. Das war so schlecht, dass im Kinosaal großes Gelächter ausbrach.
Gute Schockmomente gab es auch nicht und die gruseligste Szene gab es so ähnlich auch schon im Vorgänger: in einem dunklen Tunnel herumtabsende Menschen. In der Szene kam auch die Wackelkamera wieder unschön zum Einsatz. So unschön, dass ich erstmal nicht gemerkt habe, dass gerade eine der Hauptfiguren gestorben war.
Hoffentlich wird der wahrscheinlich unvermeidliche nächste Teil “28 Months Later” wieder mehr wie Teil 1. Grimmiger, einen Tick logischer und mit weniger Militär. Den Dödels kann man echt nicht zuschauen.

On Top of the World

von Daniel

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Ruhig atmend stehe ich auf der Spitze eines gigantischen Bergmassivs. Der weiße Schnee glitzert in der grellen Sonne und ich blinzel ihr noch ein letztes Mal entgegen. Mit einem kraftvollen Sprung wird das Snowboard über die Kante gewuchtet und mit der Ruhe ist es vorbei. Durch die Kopfhörer peitscht mich groovende Musik an. Je schneller ich werde, je riskanter ich fahre, je höher ich springe, umso kraftvoller wird die Musik.

Bäume rasen links und rechts an mir vorbei. Mit einem Tunnelblick geht es bergab, hinein in eine Eishöhle. Dunkelheit umfängt einen. Nur mit mühe schaffe ich es auf dem eisigen Grund nicht wegzurutschen. Vor mir öffnet sich die Höhle und nur der blaue Himmel strahlt mich an, empfängt mich als ich aus der Bergwand herausschieße. Alles dreht sich, als ich zu einem mehrfachen Rückwärtssalto ansetze. Weit breite ich die Arme aus, fühle mich schwerelos und sehe den Himmel, den Berg, den Himmel, den Berg, den Himmel, die Baumgruppe auf dem Berg, in der ich gleich landen werde.
Wild rudere ich mit den Armen, komme wieder in eine aufrechte Position, sehe die Baumwipfel auf mich zurasen. Ich will ihnen ausweichen, aber es ist zu spät. Die ersten paar Baumstämme verfehle ich noch, aber dann klatsche ich frontal auf das von Mutter Natur geschaffene Hindernis.

Einem kurzen Sturz folgen einige Überschläge im Schnee. Die Musik setzt quietschend aus und meine Kleidung ist von oben bis unten mit weißem Nass bedeckt.
Wie versteinert sitze ich auf meinem Sofa. Die Groove – Anzeige steht wieder auf null. Der letzte Trick wurde nicht gestanden und meine möglichen Punkte zerbröseln vor meinen Augen. Ein tiefes Schnaufen verlässt meine Brust.
Dann nehme ich Wii-Mote und Nunchuck Controller wieder zur Hand, schüttele sie kurz vor meinem Körper und schon stehe ich wieder auf dem Berg, schaue zwischen den Bäumen die steile Abfahrt hinab, klopfe mir den Schnee von der Hose, Rücke die Kopfhörer grade und schnalle mein Board fester.

Der Wind bläst mir um die Nase, als ich zwischen den Bäumen hervorschlüpfe und die Abfahrt fortsetze.

SSX Blur – Wii – EA Sports Big – Snowboardfungeschwindigkeitsadrenalinsimulator

Beim ersten Mal

von Daniel

Knocked Up

Ich schaue mir eine romantische Komödie an. Ich? Romantische Komödie?

Es muss etwas schrecklich schief gelaufen sein. Gute Kritiken und der Trailer haben mich zum Kinobesuch gedrängt. Muss ich mich jetzt schämen? Bin ich ein schlechter Filmnerd geworden? Bin ich weich?

Story: Ben ist ein Marihuana konsumierender Faulpelz, der mit seinen Kifferfreunden eine Internetseite hochzieht, auf der man erfahren kann, in welchem Film, welche Schauspielerin nackt zu sehen ist.
Alison ist erfolgreiche Karrierefrau beim Fernsehen, sieht blendend aus und wird befördert.

Er will sich einfach nur die Birne weghauen, sie feiert ihre Beförderung, beide landen betrunken im Bett.
Alison wird schwanger, beide sind geschockt, wollen das Baby aber bekommen und somit kommt es zum aufeinander treffen zweier Lebensphilosophien.

Hört sich alles altbacken an und so richtig überraschend ist es auch nicht. Es kommt was kommen muss. Streitereien, Trennung, Versöhnung, Happy End, bla bla.
Was den Film aus seinem Storykonstrukt befreit sind die klasse Dialoge. Auf den ein oder anderen billigen Fäkalwitz kann leider nicht verzichtet werden, aber die immer wieder gut getimeten Wortgefechte machen den Hauptspaß des Gezeigten aus.

Was allerdings, mal wieder, negativ auffällt, ist die einfallslose Inszenierung. Die meisten Komödien sind mit simplen filmischen Mitteln gedreht. Da bewegt sich kaum eine Kamera, da wird bei den Dialogen einfach stumpf von einer Großaufnahme der sprechenden Person zur anderen geschnitten, da ist kein optischer Flow vorhanden. Dies ist ein Kritikpunkt, den ich nicht nur “Beim ersten Mal” vorwerfe sondern auch fast allen anderen normalen Komödien. Jeder Amateur kann so filmen. Das Medium Film wird dabei kaum ausgereizt.

Aber zurück zu Ben und Alison. Die Schauspieler sind charmant und führen uns durch eine manchmal derbe, aber immer charmante kleine Geschichte, die den Zuschauer meist schmunzeln und häufig sogar laut lachen lässt. Zumindest hat die Dame neben mir im Kino sehr lautstark gelacht. Meine Freundin und ich haben den schmunzelnden Part übernommen und ab und zu gekichert. So hatten alle ihren Spaß.

documenta 12 – Bilder

von Daniel

Ich war noch mal einen Tag auf der documenta unterwegs und habe wild Fotos geschossen. Hier nun die schönsten:

documenta 12

documenta 12

documenta 12

documenta 12

Für die restlichen Bilder folgt ihr einfach dem Link “Mehr lesen”.

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Die Straße – Cormac McCarthy

von Daniel

die-straseWollt ihr mal wieder so richtig schön depressiv sein? Mal wieder so richtig schön hinabsteigen in die Dunkelheit? Sich herrlich suhlen in Tod, Einsamkeit und dem Ende allen Lebens ohne jegliche Hoffnung auf Besserung?

Dann nehmt den neusten Cormac McCarthy Roman in die Hand, setzt euch hin und lest, je nach Lesegeschwindigkeit, drei bis vier Stunden und entschwindet in eine post – apokalyptische Welt.
Es regnet Staub und Dreck, alle Tiere und Pflanzen sind verschwunden und mit ihnen jede Farbe. Die Erde ist nur noch eine dunkle Kruste und kaum ein Sonnenstrahl findet seinen Weg durch die dichte Wolkendecke.
Vater und Sohn wandern auf der Straße gen Süden, immer gen Süden in Richtung der Küste. Sie haben kaum zu Essen, nur die Kleidung, die sie am Leib tragen und einen Revolver mit zwei Schuss Munition.

Warum die zivilisierte Welt untergegangen ist, erfährt der Leser nicht genau, dafür aber grausige Details darüber, was danach passierte: Raubzüge, Essensmangel, Kannibalismus. Dementsprechend vorsichtig gehen die beiden Wanderer mit jedem Fremden um, dem sie auf ihrer langen und beschwerlichen Reise begegnen.

Die Straße ist kein Endzeit-Actionroman, sondern erzählt vom einfachen Überlebenskampf zweier einsamer Seelen, die nur sich selbst haben und nur noch wegen dem anderen weiterexistieren.
Lange Umgebungsbeschreibungen wechseln sich mit minimalistischen Dialogen ab, kurze Ruhepausen mit schrecklichen Entdeckungen und Lebenswille mit Selbstmordgedanken. Keine lockerer Lektüre, sondern ein wiederkehrender Schlag in die Magengegend.

McCarthy hat für “Die Straße” den Pulitzer Preis 2007 erhalten.


The Road
2007
Cormac McCarthy