Filme

Sunshine

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Science - Fiction. Ein Genre, welches in letzter Zeit nicht gerade viele Filme hervorbringt. Zumindest nicht wenn man Raumschiffe und das Weltall sehen möchte. Ich kann mich nur an Serenity erinnern, dann kommt lange nichts und dann schon Star Wars Episode 3.
So kommt mir persönlich Danny Boyle mit seinem neusten Streifen Sunshine sehr entgegen. Hauptsächlich auf der audiovisuellen Ebene und weniger auf der inhaltlichen. Die ist nämlich äußerst dünn. Warum die Sonne für längere Zeit in neuem Glanz erstrahlen soll, wenn man eine riesige atomare Bombe darin zündet ist mir nicht ganz klar geworden, aber hey: Stil over Substance. Und das geht schon in der ersten Einstellung los.
Die Sonne erstrahl über einem Hügel in der Ferne. Die Kamera fährt auf die Sonne zu. Langsam verdunkelt sich die Umgebung und man ist im All, vor einem die Sonne, die immer näher kommt. Der Bass wummert einem in seinem Kinosessel durch, während vor einem das Orange-Rot immer mehr die Leinwand ausfüllt. Dann bewegt sich die Kamera plötzlich zur Seite und schwebt knapp an dem gleißend hellen Lichtkörper vorbei, der sich plötzlich als riesiger kreisrunder Spiegel entpuppt an dessen Rückseite eine Raumstation festgeschnallt ist. Die Kamera dreht sich weiter und zeigt die echte Sonne. Riesig, brodelnd, aber irgendwie leicht kränklich strahlt sie den Zuschauer an, während im Vordergrund die Ikarus II, nun winzig klein im Gegensatz zu Sonne, dahinschwebt. Im HD Trailer bei Apple ist die Szene am Anfang in gekürzter Form zu sehen. Im Kino ist die Wirkung gigantisch. Dabei ist es gerade mal der Anfang. In den folgenden Minuten bekommt man noch haufenweise brillante Aufnahmen von der Tiefe des Weltalls und der brennenden Sonne zu sehen. Immer untermalt von einem Soundtrack der mal brachial wummert und mal leise dahinsummt.
Die Geschichte hingegen nimmt einen sehr voraussehbaren Verlauf. Erste Fehlentscheidungen werden getroffen, die die nicht ganz harmonische Gruppe von Astronauten langsam aber sicher in einen Strudel aus Chaos, Schmerz und Tod führt.

Es gibt ja seit geraumer Zeit diese Werbespots im Kino, wo die Lichtspielhäuser ihre positiven Eigenschaften rüberbringen wollen. Anstatt dem weinenden Rocker und dem knutschenden Paar sollte man einfach ein paar Szenen aus Sunshine zeigen. Dieser Film ist fürs Kino gemacht und wird im heimischen Wohnzimmer nur mit sehr teurer Soundanlage und Beamer für ein ähnliches Feeling sorgen.
Wenn überhaupt.

Musik

Porcupine Tree - Fear of a Blank Planet

Auf dem neuen Album von Prorcupine Tree wird viel über die Jugend von heute geschimpft. Gucken ständig Fernsehen, sind konsumgeil und durch Pornos abgestumpft.
Ach ja, und natürlich spielen sie Videospiele:

Xbox is a god to me
A finger on the switch, my mother is a bitch
My father gave up ever tryin’ to talk to me

Fear of a Blank Planet” ist ein klasse Album. Mal langsam und ruhig, dann wieder aufbrausend und knüppelhart.
Ein düsteres Stück Musik zum reinsetzen.

Videospiele

Wii = Killersimulationsmaschine

Ahahaha.
Resident Evil 4 für die Wii.
Ich habe mich ja schon köstlich über die Internetseite amüsiert, aber jetzt gibt es auch noch ein Video dazu. Herrlich. Wenn das so weitergeht, dann wird die Wii die perfekte Maschine für potenzielle Amokläufer. Es gibt dann nicht nur gewalttätige Spiele, nein, man kann dann auch das Zielen mit einer Waffe schon mal gut üben.

Videospiele

Okami

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Seit gut zwei Monaten ist das letzte große Spiel der Clover Studios in Europa erhältlich und verkauft sich, wie auch im Rest der Welt eher schleppend. Warum dem so ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die einleuchtensten und von jedem, selbst denen, die das Spiel nicht gespielt haben, sofort zu erkennende sind das Setting und die Optik. Das feudale Japan in Comicgrafik. Da rennen 80% der durchschnittlichen Videospielkäufer schon schreiend davon. 10% sagen: “Wayne?” und gehen Halo spielen. Von den interessierten letzten 10% haben 5% keine PS2, weil sie noch mit ihrem geliebten Dreamcast spielen. Bleiben noch 5% die vielleicht, wenn sie genug Geld haben und gerade sonst nix zu tun, eventuell das Spiel kaufen.
Sagen wir also schlussendlich haben 10,542 Leute in Deutschland das Spiel gekauft und fangen an zu spielen.
Das Intro ist schon mal ganz nett gemacht, auf Papier wird mit Pinsel die Vorgeschichte erzählt und man landet im Hauptmenü. “Wohoo!”, denkt man sich. Gleich kann man mit einem coolen weißen Wolf durch die Welt rennen und mit einem Pinsel diese Welt verändern und retten. Ja, fast. Eigentlich muss man erst einmal die ersten zwei Stunden mit nochmaligem Intro und Tutorial überstehen ohne a) einzuschlafen, b) eine Muskelzerrung im Daumen, vom wegdrücken der Dialoge, zu bekommen, c) mit blutenden Ohren vom Sofa zu fallen, weil alle Charaktere eine Phantasiesprache sprechen, die so nervtötend ist, wie ein brabbelndes Baby, dessen Geblubber rückwärts abgespielt wird.
Hier geben von den 10, 542 Käufern schon mal 3,251 auf. Bleiben 7,291.
Diese haben sich bis hierhin an der grandiosen farbenfrohen Optik ergötzt und hoffen nun, dass es endlich mal losgeht.
Geht es auch. Die ersten Pinseltechniken werden erlernt, Bäume zum blühen gebracht und plötzlich steht man schon vor dem achtköpfigen Endgegner. In einem großen Kampf (der einem beim ersten mal auch wirklich Spaß macht, denn man weiß ja noch nicht, dass man ihn im Laufe des Spiels noch zwei mal führen muss), besiegt man das Monster und wird anschließend mit den Worten, “Haha, du hast doch wohl nicht gedacht, dass das alles war?”, in die weite Welt hinausgeschickt. Daraufhin folgen viele Stunden Spaß und so mit netten Dungeons und Rätseln und noch viel mehr Pinseltechniken. Hat man es dann irgendwann zum letzten Viertel des Spiels geschafft, beginnt das große Pendel der Videospielgötter von “Spielspaß” auf “Oh man ist das endlich mal vorbei, - Frust” umzuschwenken.
Von einer von uns begrünten und farbenfrohen Welt wendet sich das Spiel ab in eine Schneelandschaft, die … nun ja … weiß ist. Weiß und trist und kalt und doof. Doch das ist noch nicht das Schlimmste, denn neben der traurigen Umgebung sind den Entwicklern anscheinend auch die Ideen ausgegangen, weswegen man vier Endgegner ein zweites und den achtköpfigen Drachen sogar ein drittes Mal besiegen muss.
Hier springen von unseren verbliebenen 7,291 Spielern weitere 4,358 ab. Diese hatten bisher viel Spaß, verpassen jedoch den letzten Endgegner, der (natürlich) mit Hilfe aller Pinseltechniken nach und nach in die Knie gezwungen wird, oder wie man das bei einer großen Eisenkugel so nennt. Richtig gelesen, der Endboss ist ein kleiner Wurm in einem Goldfischglas, der in einer großen Kugel sitzt. Hätte ich mir was spektakuläreres gewünscht. Zum Beispiel einen achtköpfigen Drachen, den hat man bis dahin doch erst drei Mal besiegt.
So sitzen schlussendlich also knapp 3 Leute (genau 2,933, aber ich habe mal aufgerundet) vor dem Bildschirm und schauen sich die Credits an, die hübscher sind als bei manch anderen Produkten das gesamte Spiel.

PS: Ich habe keine Screenshots im Internet gefunden, die der optischen Brillanz des Spiels gerecht werden. Die Farben sind nicht kräftig genug und alles wirkt sehr steril.
Ist es aber in Wirklichkeit nicht. Okami ist auf künstlerische Ebene das schönste, was die Playstation 2 in ihrem langen leben gesehen hat. Punkt.

Bücher

Sternwanderer - Neil Gaiman

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Nachdem in den letzten Wochen “Malevil” von Robert Merle, “Blutschatten” von James Ellroy und “Der Talisman” von King / Straub jeweils nach 50 gelesenen Seiten in die Ecke geflogen sind, kann ich nun stolz vermelden endlich wieder einen Roman mit Freude bis zur letzten Seite gelesen zu haben. War bei 200 Seiten auch nicht so schwierig, aber 200 Seiten können auch quälend lang sein, wenn der Inhalt nicht stimmt. Das ist bei “Sternwanderer” (keine Ahnung, wie die Übersetzer aus dem original Titel “Stardust” darauf gekommen sind) von Neil Gaiman aber zum Glück nicht der Fall. Die nette Märchengeschichte ist in einem lockeren Plauderton geschrieben und wirkt trotz ihrem teilweise spektakulären Inhalt sehr ruhig und zurückhaltend. Andere Autoren hätten die Geschichte um den jungen Tristran Thorn, der im Feenland nach einem vom Himmel gefallenen Stern sucht, um seiner Angebeteten die Liebe zu beweisen, sicherlich auf der doppelten bis dreifachen Seitenzahl ausgebreitet. Nicht so Gaiman, der es schafft, die drei Handlungsstränge in passendem Umfang zu erzählen und am Ende zu verknüpfen, ohne auf ein plattes Actionfinale zu setzen.
Um so verwunderter war ich, als ich mir den ersten Trailer zu kommenden Verfilmung angeschaut habe. Allein in den paar Ausschnitten gibt es sehr viel mehr Actionszenen zu sehen, als im ganzen Roman vorkommen. Hätte mich auch irgendwie gewundert, wenn das ganze im Film nicht zu einem Fantasy-Mega-Blockbuster aufgeblasen wird. Trotzdem scheint der kautzige Humor noch dabei zu sein. Ganz klar ein großes Plus der ganzen Erzählung. Die Idee, dass die sieben Kinder des Königs sich gegenseitig umbringen und die Toten als Geister, die Überlebenden, bei ihrem weiteren Kampf beobachten, ist einfach köstlich und superb geschrieben.
Ich kann dieses augenzwinkernde lockere Märchen nur empfehlen. “Sternwanderer” ist feinste Unterhaltung ohne grunzende Orks, weltbedrohende Monsterhorden und klinisch reine Heldengruppen.

Musik

Klaxons - Myths Of The Near Future

“Horses want to dance but find their wings are damaged, water damaged”

Kein Plan, was dieser Satz mir sagen will, aber Klaxons singen ihn in ihrem Song “Atlantis to Interzone”. Welcher wirklich großartig ist. Auf eine komische “ein Zug fährt mit 200 Sachen über dich und blinkt dabei in Neonfarben” Art und Weise. Ähnlich geht es mir auch mit all den anderen Songs vom Album “Myths Of The Near Future”. Eine merkwürdige aber wohlschmeckende Mischung aus Rock und elektrischen Klängen prasselt auf einen ein, schüttelt einen ordentlich durch und lässt dich dann debil grinsend zurück.

“A big man with a plan has got a storm a-coming, monster coming”

Wer außerdem mal wieder einen epileptischen Anfall haben möchte, der sollte die Internetseite der Band besuchen. Dort gibt es neben blinkenden Farben auch Informationen zu finden. Irgendwo.
Wer sich dieser perfiden Schnitzeljagd nicht aussetzen will, betritt einfach die MySpace-Seite der Band. Da blinkt es weniger und man kann sich schöne Lieder anhören.

Filme

300 - Film

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Da sitzen sie also beide im Schnittzimmer. An der Wand hängt ein großer Plasmafernseher. Regisseur Zack Snyder liegt auf einem Sofa. Der Editor William Hoy sitzt vor einem monströsen Schnittpult mit tausenden von Tasten. Auf 90% dieser Knöpfe steht in feiner Schrift “Slow Motion” oder “Super Slow Motion” oder gerne auch “Uber Slow Motion”. In glänzenden Farben zeigt der Plasmafernseher ein Gruppe Reiter über einen Hügel galoppieren. “Hmm…”, murmelt Snyder prüfend in seinen Bart. “Irgendetwas fehlt hier noch”. “Ja!”, stimmt ihm Hoy einsilbig zu. “Die bewegen sich alle irgendwie noch zu schnell. Da kommt die Kraft der Pferde und der böse Gesichtsausdruck der Reiter noch nicht richtig zur Geltung.” Lange ist es still in dem kleinen Raum. Dann plötzlich springt Snyder vom Sofa auf, schaut den Bildschirm an, als würden ihm gerade eine Million vermummte Perser in Kampfmontur entgegenstürmen und schreit mit voller Stimme: “Für die Freiheit Spartas und aller Länder Griechenlands, wir brauchen die Uber Slow Motion!”. Gebrüllt, getan, und schon schweben die Pferde in einer Zeitlupe, die man fast Standbild nennen könnte über die Felder Spartas.
Diese Szene spielt sich während der Nachbearbeitungsphase des Films “300″ noch viele viele Male so, oder so ähnlich, ab.

Zack Snyders Interpretation ist noch weniger historische Erzählung als es auch das Comic von Frank Miller nicht ist. “300″ ist ein beinah pausenloses Gemetzel in überbordenden Farben und Geschwindigkeitswechseln, dass man manchmal nicht weiß, ob sich die Figuren während der Kämpfe nicht schon in der Zeit rückwärts bewegen.
Die Spartaner werden zwar den ganzen Film über als die Guten dargestellt, was aber nichts daran ändert, dass ich sie nicht so richtig leidern konnte. Dafür sind die Typen einfach zu arrogante muskelbepackte lebensverachtende Arschgeigen. Als König Leonidas die ihm zur Hilfe kommenden Arkadier nach ihren Berufen fragt, können alle normal antworten. Töpfer, Schmied, Bauer. Dann fragt er seine dreihundert Spartaner nach ihrem Handwerk und das einzige was sie herausbekommen ist ein affiges “Au,Au,Au” Geschrei. Geil, ihr könnt nicht reden, aber wenigstens könnt ihr kämpfen.
Die Veränderungen zum Comic fand ich alle negativ. Das Hinzufügen von der Geschichte um Leonidas Frau bringt nichts, außer Leerlauf zwischen den Kämpfen, den man auch anders hätte schaffen können. In dem man zum Beispiel die einzelnen Soldaten etwas mehr beleuchtet hätte, die alle sowas von geklont über die Leinwand gerannt sind.
Warum Ephialtes sich nicht mehr von der Klippe stürzt wird wohl auch Snyders Geheimnis bleiben. Genauso wie die Szene mit den an den Baum genagelten Dorfbewohnern. Hey, lasst uns mal zeigen, wie super böse diese Perser sind, haben sich die Drehbuchautoren wohl dabei gedacht.
Komisch fand ich auch, dass die Thermopylen übersetzt wurden. Heiße Quellen klingt irgendwie nicht so spektakulär und zu sehen bekommt man sie auch nicht. Ihr merkt schon, ich mäkle an Kleinigkeiten herum, aber solche Sachen summieren sich.

Als Actionfilm bleibt “300″ aber großartig, keine Frage. Mehr ist er aber nicht, auch wenn viele Menschen ihn zu mehr hochstilisieren werden.

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