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Blog über mediale Zeitverschwendung.

Daniel allein zu Haus

von Daniel

Ich bin für ein paar Tage allein in der Wohnung. Damit ich mir nicht aus Versehen einen Finger abschneide hat meine Freundin alle Scheren eingesammelt und die folgenden Klebezettel in der Wohnung verteilt. Darauf steht alles, was in den kommenden Tagen für mein Überleben wichtig ist.

Hoffentlich schaffe ich das.

zettel anleitung4 Weiterlesen …

Kasabian – West Ryder Pauper Lunatic Asylum

von Daniel

kasabian threeSeit einem Monat ist das dritte Album der britischen Rockband Kasabian auf dem Markt. Es hört auf den wohlklingenden Namen West Ryder Pauper Lunatic Asylum und begeistert meine Gehörgänge in großem Ausmaß.

52 Minuten psychedelischer Electro – Rock – Pop, der sich rücksichtslos ins Gehirn fräst.

Mit den ersten beiden Alben Kasabian und Empire wurde ich nicht so schnell warm. Einige der schnelleren Songs wie Club Foot oder Stuntman zündeten recht schnell, der Rest war ganz nett, wurde mit der Zeit aber leider nicht besser. Es waberte alles so vor sich hin. Ohne Ziel und klaren Höhepunkt.

W.R.P.L.A. umgeht dieses Problem, indem gleich alle Lieder einen anschmiegenden Soundteppich über dem Hörer auswerfen und die besseren Songs dann noch für den extra “Omph!” sorgen. Die Qualität ist einfach durchgehend hoch, wobei Take Aim, Vlad the Impaler und Fire die ausbrechenden Hits sind.

Vielleicht kennt ihr es bei euch selber. Ihr hört eine neue Platte das zweite und dritte Mal und merkt den positiven Flow, den sie ausstrahlt und ihr seid sicher, dass dieses Album euch noch lange begleiten wird. So geht es mir nur bei einer Handvoll CDs und diese gehört jetzt definitiv dazu.

Meine Platte des ersten Halbjahrs 2009.

West Ryder Pauper Lunatic Asylum
2009
Kasabian

Electro Water

von Daniel

Electro Water

Erlanger Innenstadt. Stromkasten.

Der Gejagte – Charlie Huston

von Daniel

der gejagteIm ersten Teil der Hank Thompson Reihe wirbelte der gebrochene Sportler unfreiwillig den kriminellen Untergrund New Yorks durcheinander und verschwand mit vier Millionen Dollar in Mexiko. Für ein paar Monate herrschte Ruhe und Frieden. Hank schwamm im Meer, lauschte Footballspielen im Radio und aß Tortillas. Dann taucht der Backpacker mit dem russischen Akzent auf. Hank ist wieder Der Gejagte und Autor Charlie Huston führt seinen Schützling über die Grenze zurück in die USA und nach Las Vegas.

Wo der Vorgänger zu diesem Pulp-Noir Stück noch etwas Zeit mit der Einführung von Figuren und Problemen vergehen ließ, geht der zweite Teil sehr schnell in die Vollen. Hank ist nicht mehr der gealterte Sportler, der als Barkeeper vor sich hinvegetiert sondern ein Mörder, der auch vor weiteren Morden nicht mehr zurückschreckt. Als er in Mexiko entdeckt wird schickt er die erbeuteten Millionen zu einem Freund nach Las Vegas. Danach macht er sich selbst auf den Weg in die Stadt der Sünden und erneut entbrennt eine gnadenlose Hetzjagd um das Geld.

Hanks Weg ist der nach unten. Eigentlich ein netter Kerl, der niemandem etwas böses will und der unter den schon verursachten Toten leidet, häuft er diesmal noch mehr Leichen an und verliert teilweise seine Skrupel, wenn es denn die Richtigen trifft. Die Entscheidung, über Leichen zu gehen, wird umso leichter, je mehr seine eigenen Eltern in Gefahr schweben.

Die Gewaltspirale dreht sich heftiger als im ersten Teil und geht so mit der Charakterentwicklung von Hank einher. Huston schreibt dabei wieder in einem kurzen atemlosen Stil und lässt Dutzende von Figuren in mehreren blutigen Showdowns aufeinander treffen. Es wird sich gejagt, ein Treffpunkt ausgehandelt und dort läuft dann alles schief und das Spiel beginnt wieder von vorn. Das kann man mit der Zeit redundant finden, die Spannung bleibt dabei aber konstant hoch, denn kein Charakter ist vor einem schnellen Tod gefeit.

Das alles ist schnelle schäbige Pulp-Thriller-Action, ohne den Leser für Dumm zu verkaufen. Der Ausgang ist immer ungewiss, die Handlungen plausibel und doch überraschend und die Unterhaltung konstant hoch. Meine Mutter sagte über den ersten Roman Der Prügelknabe: “Das ist mir alles schon fast zu aufregend.” Ein besseres Kompliment kann es für eine solche Buchreihe nicht geben.


Six Bad Things
Charlie Huston
2005

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Hörtest: AKG K530

von Daniel

akg k530Als ich in eine Wohngemeinschaft zog, erwachte schnell der Wunsch nach einem guten Kopfhörer für den längeren Heimgebrauch. Ich wollte die anderen nicht mit stöhnenden Zombies aus Videospielen und lauter Musik zur Geisterstunde nerven. Andersrum wollte ich niemanden im Flur rumschlurfen hören, wenn ich einen Film schaute. Im portablen Bereich war ich erst mit dem Sennheiser PX 100 und später mit dem Koss Porta Pro recht zufrieden. Für den Heimbedarf fiel meine Wahl jedoch auf den AKG K530, da er zum Kaufzeitpunkt Ende 2008 gegenüber einem vergleichbaren Modell von Sennheiser (HD 515 oder HD 555) billiger war. Ich habe damals 50€ bezahlt, heute sind die Preise etwas höher.

Doch nun zum Kopfhörer selbst. Über das Design darf sicherlich gestritten werden. Die zwei großen Haltebügel stehen nach oben weit vom Kopf ab und im Spiegel betrachtet sieht man aus, wie ein Alien mit lustigen Fühlern. Je kleiner der Kopf, umso alberner der Effekt. Normalerweise schaut man aber nicht in den Spiegel und durch die Konstruktion gibt es keine festen Teile, die von oben auf den Kopf drücken. Nur ein leichtes Lederband spannt sich zwischen den Hörern und berührt die Schädeldecke direkt. Der Tragekomfort ist hoch. Bei mir selbst hat sich das seitliche Drücken der Kopfhörer erst nach zwei bis drei Stunden Dauernutzung störend bemerkbar gemacht. Für entspannten Musikgenuss, einen längeren Film oder eine gute Gaming-Session reicht das also vollkommen aus.

Über die Verarbeitung kann ich nur positives sagen. Alles fühlt sich wertig an. Der Kopfhöreranschluss des drei Meter langen Kabels ist vergoldet (soll ja angeblich super sein) und das Kabel selbst ist zu 99,9% frei von Sauerstoff (bestimmt auch total super). Daumen hoch auch für die schicke schwarze und funktionale Verpackung. Hat mich an Apple – Produkte erinnert.

Jetzt aber zum Herzstück jedes Kopfhörers: der Klang. Ich bin kein totaler audiophiler Hörer, aber ich kann zumindest guten vom schlechten Klang unterscheiden und ich achte auch auf den Sound. Das Thema Audio wird von vielen Menschen ja eher stiefmütterlich behandelt. Hauptsache man hört etwas, wenn es laut ist umso besser und sollte es scheppern und knarzen, dann ist das auch nicht so schlimm.

Mir fehlt etwas das Fachvokabular, aber von allen Kopfhörern in meinem Besitz bietet der AKG K530 eindeutig das beste Klangerlebnis. Der Koss Porta Pro ist sehr viel basslastiger und übertreibt es damit vielleicht etwas. Beim K530 klingt der Sound sehr viel ausgewogener und mehrschichtiger. Man hört wirklich jede Finesse, die ein Musiker aus seinem Instrumente herausholt und vorallendingen bei Filmen sind mir viel häufiger kleine Sounddetails aufgefallen, die ich vorher nie gehört hatte. Überhaupt empfehle ich jedem, der in Musik und Filmen versinken möchte einen guten Kopfhörer. Die Ablenkung durch Nebengeräusche ist sehr viel geringer und man konzentriert sich automatisch mehr auf das, was es zu sehen und hören gibt.

Mit dem AKG K530 bin ich also sehr zufrieden. Das Design ist vielleicht Verbesserungswürdig, aber die Leistung kann voll überzeugen. Wer guten Sound für kleines Geld möchte, der sollte in einen Kopfhörer zwischen 50€ und 100€ investieren. Billiger als eine dicke Anlage und einfacher in der Handhabung sind sie allemal. In der WG wohne ich nicht mehr, aber die Kopfhörer werde ich noch lange benutzen.

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Drag Me To Hell

von Daniel

drag me to hell

Vielleicht habt ihr schon einmal von den Spider-Man Verfilmungen gehört. Die mit Tobey Maguire und Kirsten Dunst. Sollen recht erfolgreich sein. Regisseur der drei Spinnen-Mann-Filme ist Sam Raimi. Bevor er sich dem großen Superhelden-Mainstream hingegeben hat, drehte er kleine lustige Horrorfilme, auch bekannt als die “Evil Dead”-Reihe. Da es in Deutschland etwas schwierig ist, diesen Filmen habhaft zu werden und ich vor vielen Jahren nur einige schlechte Kopien aus unbekannter Quelle gesehen habe, ist mein Vorwissen zum typischen Raimi-Horror eher gering. Ungeachtet dieser Tatsachen hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Drag Me To Hell, Raimis neustem Horrorfilm. Was würde wohl ein Regisseur anstellen, wenn er nach drei gigantischen Filmprojekten in sein angestammtes Genre zurückkehrt und ihm dort totale Narrenfreiheit garantiert ist.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Um sich selbst die Möglichkeit einer Beförderung offen zu halten, verweigert die Bankangestellte Christine Brown der Zigeunerin Sylvia Ganush eine Verlängerung ihres Kredits. Spätestens als die alte Dame Christine im Parkhaus auflauert und ihr per Fluch den Dämonen Lamia auf den Hals hetzt, merkt die junge Frau, dass mit gruseligen Zigeuner-Omas nicht zu spaßen ist. Sie hat drei Tage um den Fluch loszuwerden, danach droht ihr der direkte Weg in die Hölle.

Was folgt sind immer wiederkehrende Angriffe des Dämons und immer verzweifeltere Rettungsversuche der von Alison Lohman sympathisch gespielten Verfluchten. Raimi nutzt dabei klassische Horrortricks. Schatten an den Wänden, plötzlicher Wind und den wohl brutalsten Sound, den ich bisher in einem Gruselfilm gehört habe. Noch nie haben Gartentore so laut gequietscht und alte Frauen so laut geschrieen. Auf der einen Seite haben die Schockeffekte dadurch mehr Durchschlagskraft, aber andererseits geht die Lautstärke wirklich an die Schmerzgrenze.

Ebenfalls an die Grenze des guten Geschmacks geht Raimi mit ekligen Flüssigkeiten, die aus dem Körper einer Person in den Mund einer anderen übergehen. Wirklich eklig und ein sehr merkwürdiger Mundfetisch, der sich durch den gesamten Film zieht.

Zum Schluss wird noch ein Twist eingebaut, der leider einmal zu deutlich angedeutet wird und schließlich endet der Film, wie er beginnt. Mit einem lauten Knall. Horrorfans, die keine Lust mehr auf die drastische Pornogewalt der letzten Jahre haben, sollten ein Ticket für diesen Höllentrip ziehen.


Drag Me to Hell
2009
Sam Raimi
Ghost House Pictures

Trailer:

Stranger Than Fiction – Chuck Palahniuk

von Daniel

stranger than fictionSeit ich Palahniuks Der Simulant gelesen habe, beschäftigt mich die Person Chuck Palahniuk ungemein. Wie jedes männliche Wesen im Alter von 12 bis 49 hatte ich Fight Club gesehen und für großartig befunden. Dann fand ich heraus, wer hinter all diesem Wahnsinn aus brutaler Gesellschaftsbeobachtung steckte und las zwei Romane von diesem zum großen Kultobjekt avancierten Schriftsteller. Nach jeder Lektüre waren meine ersten Gedanken: “Was muss man für ein Mensch sein, um solche Bücher zu schreiben? Woher kommen diese Geschichten, die so absurd und doch so voller widerlicher Wahrheit sind?”

Die Antworten zu diesen Fragen finden sich im Kurzgeschichtenband Stranger Than Fiction. Chuck Palahniuk ist studierter Journalist und er hört den Menschen zu. Das Buch versammelt neun Reportagen über allerlei außergewöhnliche Menschengruppen, sieben Porträts und Kurzinterviews sowie sieben persönliche Geschichten des Autors, von denen viele in verschiedenen Zeitungen und Magazinen ihre Erstveröffentlichung hatten.

Er berichtet vom freizügigen Testy Festy, einem jährlichen Event, bei dem Bullenhoden frittiert und vertilgt werden. Er beobachtet ein Destruction Derby mit Erntemaschinen. Er besucht drei Männer, die ihre eigenen Schlösser und Burgen gebaut haben. Das sind die Menschen und Begebenheiten, aus denen Palahniuks Romane gestrickt sind.

Er spricht mit Juliette Lewis über die Dreharbeiten mit Robert De Niro und wie er ihr den Finger in den Mund steckt. Er lauscht der rauen Stimme des schmächtigen Marilyn Manson und legt mit ihm Tarot-Karten. Er trifft den Rocket Guy, der mit einer selbstgebauten Rakete in den Weltraum fliegen möchte und der seine russische Frau dabei erwischte, wie sie im Internet Sex-Seiten mit Tieren besuchte. Daher nimmt Palahniuk seine Ideen. Er saugt das alles auf.

Am Schluss berichtet Chuck von sich selbst. Vom plötzlichen Erfolg durch die Verfilmung seines Romans Fight Club, der sich erst nicht sonderlich toll verkaufte. Dann von seinem Vater, der ermordet wurde, nachdem er auf eine Kontaktanzeige geantwortet hatte. Der eifersüchtige Ex-Mann tauchte mit einer Schrotflinte beim Date auf. Und schließlich von seiner Inspiration. All den Menschen, all den kleinen Anekdoten, die er in großen Aktenschränken sammelt. Fight Club besteht fast nur aus Personen, die er kennt und Situationen, die sie erlebt haben. Nur der Fight Club selbst, ist noch immer erfunden.

Was sagt mir das? Ich muss mehr verrückte Menschen kennen lernen.


Stranger Than Fiction
2004
Chuck Palahniuk

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