Sonstiges

Conspiracy and Evolution

polyneux p

Es ist eine Verschwörung im Gange. Eine kleine Gruppe von Schreiberlingen hat sich zusammengetan und in ihrem virtuellen Keller einen perfiden Plan ausgeheckt. Codename: polyneux.
Schaut es euch an, schreibt lustige Kommentare, verfasst Beschwerdemails und lasst den Server glühen.

Für wasted time bedeutet meine Mitarbeit an diesem neuen Projekt eine kleine Umgestaltung. Längere Beiträge über Videospiele wird man von mir nur noch bei polyneux zu lesen bekommen. Mir persönlich ist das ganz recht, weil es mir die Möglichkeit gibt, hier ein wenig umzugestalten. Sowohl inhaltlich, wie auch optisch. Das nächste große Wordpress - Update 2.5 steht kurz vor der Veröffentlichung und ich werde diese Gelegenheit nutzen, neben dem technischen Kram im Hintergrund auch die äußere Fassade der Seite zu überarbeiten.

Inhaltlich wird hier eine noch größere Mixtur vorherrschen. In letzter Zeit war hier alles sehr auf Videospiele und Filme beschränkt und ich hoffe diesen Zustand ein wenig aufbrechen zu können, wenn der Videospielkram auf eine andere Seite wandert.

Nächster Punkt: mehr Persönlichkeit.
Nein, ich will nicht mein privates Leben hier ausbreiten, sondern mehr von mir erzeugten Kram hier veröffentlichen. Ich habe gemalt, wahrscheinlich gibt es ab und zu ein Video und hier und da ein Foto. Vielleicht traue ich mich sogar, Kurzgeschichten und Gedichte der Öffentlichkeit preis zu geben.

Es bleibt also spannend. Erwartet die ersten Änderungen aber frühstens in der zweiten Aprilwoche. Da habe ich Urlaub und wasted time wird seinen ersten Geburtstag gefeiert haben.

Videospiele

Hochauflösender Rattenschwanz

Hätte mir jemand gesagt, dass ich nach dem Kauf eines HD Fernsehers nicht einfach meinen Hintern auf das Sofa setzen könnte und mich von den Bildern berieseln lassen dürfte, ich hätte ihn wie eine lästige Fliege mit einem Handfuchteln zum Schweigen gebracht.

Das man andere Kabel, als die guten alten Scart und RGB Kameraden, braucht, um hochauflösendes Bildmaterial zu übertragen, wusste ich. Da nur meine XBox 360 solches ausspucken kann, habe ich natürlich auf den YUV/Component Anschluss geachtet, den ich einfach mit dem mitgelieferten Kabel der Konsole nutzen konnte. Das hat auch alles bestens funktioniert.

Dann fiel mein Blick aber auf den Murks, den die PS2 und Wii auf dem Bildschirm wiedergaben. Verwaschene Farben und unangenehme Kanten überall. Erschwerend kam noch hinzu, dass ich die PS2 als DVD Spieler benutzte und die Filme mit einem Scart Kabel an die HD Glotze übertrug, was zu echt schlimmen Resultaten führte.

Also ab ins Internet und Zeug gekauft. Erstmal ein HDMI Kabel für die Xbox, damit der Component Anschluss am TV für die Wii frei wurde. Dafür wurde dann ebenfalls ein entsprechendes Kabel bestellt. Dann noch einen neuen DVD Player mit Upscaleing Funktion, der einem DVD Filme auf 720p oder 1080p hochrechnet und für einen extremen Sprung in der Bildqualität sorgt. Natürlich lag dem DVD Player kein Kabel bei, also musste ich noch ein HDMI Kabel kaufen.

Das macht in der Summe etwa 110€ zusätzliche Investitionen, nur damit alle Geräte vernünftig mit dem neuen Fernseher kommunizieren können.

Für die PS2 habe ich jetzt noch kein Component Kabel gekauft, weil ich a) keinen freien Anschluss mehr habe und b) ein Switch 30€ kosten würde. Möchte aber schon gerne noch mal “God of War 2″ oder “Shadow of the Colossus” auf der neuen Glotze spielen.

Solltet ihr also auch über den Kauf eines neuen TV Geräts nachdenken, vergesst die Folgekosten nicht.

Filme

No Country For Old Men

No Country For Old Men

Wenn ihr auf die Frage “Wie geht es dir?” mit “Läuft.” antwortet und bei einem trostlosen Regentag erst so richtig aufblüht, dann ist “No Country For Old Men” genau der perfekte Film für euch. Nicht, weil es besonders viel regnet, es ist meistens eher staubtrocken in der Wüste Texas, aber weil euer Gemüt dann gut zu Handlung und Ton des Streifens passt.

Lakonische Dialoge mit schwarzem Humor, wechseln sich mit düsteren Bildern und blutigen Schießereien. In jeder Szene weht der Hauch des Todes und Javier Bardem verkörpert ihn in gnadenloser Perfektion. Seine Unterhaltungen mit den potenziellen Opfern und sein Bolzenschussgerät sind schon jetzt Kult. Wie er ein simples Gespräch mit einem Tankwart in ein mörderisches Psychospiel verwandelt, ohne das es der Beteiligte richtig merkt ist phänomenal.

Der gesamte Film lebt von Unwissenheit. Ein Jäger findet in der Wüste mehrere Leichen und zerschossene Autos. Ein Drogendeal scheint schief gegangen zu sein und sowohl Geld, als auch Drogen liegen zwischen den toten Mexikanern. Unser tragischer Held nimmt das Geld an sich und kurze Zeit später sind ihm eine mexikanische Gangsterbande und ein amerikanischer Profikiller auf den Versen. Am Ende der Kette befindet sich noch der Sherriff, gespielt von Tommy Lee Jones. Auch er weiß nicht so recht, was vor sich geht, folgt aber der Leichenspur bis zum bitteren Ende. Ein Ende, dass im ersten Moment sehr merkwürdig daher kommt und den Zuschauer überrumpelt. Auch ich kann mich damit nicht so ganz anfreunden. Soweit ich es gehört habe, sind die Coen Brüder der Romanvorlage von Cormac McCarthy bis ins Detail treu geblieben, was im Prinzip zu begrüßen ist. Auf der anderen Seite kommt es komisch rüber, wenn man sich über 90 Minuten mit einem der Hauptdarsteller beschäftigt und dieser dann so plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Alles nach dem Showdown, hat mir wieder gut gefallen, aber dieser plötzlich verschobene Blickwinkel will mir nicht ganz einleuchten.

Als ich später die Trivia Einträge in der imdb studierte, sind mir zwei faszinierende Tatsachen begegnet, die man beim Zuschauen kaum bemerkt.
Erstens: Es gibt fast keine Musik im Film. Nur der Wind, der über die Wüste rauscht. Nur der Wiederhall der Waffen in den dunklen Straßen. Nur die markigen Worte der Protagonisten.
Zweitens: Die drei Hauptpersonen Jäger, Gejagter und Polizist sind in keiner einzigen Einstellung zusammen im Bild zu sehen. Nie. Wie krass ist das denn bitte? Und wie perfekt passt es zum Gesamtbild des Films.

Durch seine triste Schönheit und seinen urigen Humor hat mich der Film gefangen. Gleichzeitig spuckt er einem eine ordentliche Portion Blut und schlussendlich philosophische Fragestellung in das Gesicht, dass ich an einer zweiten, dritten und vierten Sichtung auf DVD nicht vorbeikommen werde.

Jetzt natürlich noch die Oscar Frage. Mir persönlich hat “There Will Be Blood” einen Deut besser gefallen. Vielleicht lag es auch einfach an der packenderen Inszenierung, die bei “No Country For Old Men” leicht unterkühlt rüberkommt, aber ich gönne den Coens all ihre Oscars. Sie stechen erfrischend aus dem Einheitsbrei Hollywood heraus und das wurde glücklicherweise einmal belohnt.

Sonstiges, Videospiele

#2: Du weißt, dass du ein Nerd bist, …

… wenn dein Schreibtisch morgens so aussieht:

HDTV Nerd Home

PS: Yeah, ich habe nun einen HD Fernseher und nein, der bleibt dort nicht stehen, aber ich bin noch zu faul den Röhrenfernseher wegzuschleppen.

Filme

There Will Be Blood

There Will Be Blood

Eigentlich wollte ich das Filmjahr 2007 schon als mittelprächtig abschreiben. Als der Jahreswechsel kam, war mein Rückblick auf 12 Monate Kino geschrieben und mein Fazit sehr ernüchternd. Doch dann viel mein Blick auf die Veröffentlichung Anfang 2008 und es keimte Hoffnung in mir. Dort hatten sich die guten Filme alle versteckt. Sie waren zwar 2007 gedreht und fertiggestellt, aber ihr Erscheinen in Deutschland zog sich bis in den März. Also löschte ich meinen Artikel, rieb mir die Hände und freute mich auf das, was noch kommen würde.

Gestern Abend stolperte ich aus dem kleinen Kinosaal, in dem Paul Thomas Andersons “There Will Be Blood” gezeigt wurde und war berauscht. Ich war in einem cineastischen Rauschzustand, wie schon lange nicht mehr. Draußen empfing mich die nordhessische Kälte, drinnen ließ ich die knochentrockene Wüste Amerikas zurück.
Die letzten 158 Minuten drehten sich um den Ölmann Daniel Plainview, sein Ölgeschäft, seinen adoptierten Sohn, Gott, Ehrgeiz, Hass und noch soviel mehr. Ein Grund für die Art und Weise, wie mich der Film umgehauen hat, war vielleicht mein Unwissen. Ich las immer nur etwas von einem düsteren Film über einen Mann, der Öl abbaut. Mehr muss man auch nicht wissen, wenn das Licht im Kinosaal ausgeht und in der ersten Einstellung drei karge Hügel erscheinen und quietschende Gitarren zu einem langen quälenden Ton ansetzen. Von dort an war ich gefangen und folgte Daniel Day - Lewis in die Abgründe, die er selbst, mit seiner Figur des grimmigen Ölmanns, aufstieß.

Was genau ist jetzt so brillant an diesem Film? Genau kann ich es nicht sagen. Zu sehr klingt in mir noch die Wucht des Kinobesuchs nach.
Handwerklich und schauspielerisch ist “There Will Be Blood” jedoch perfekt. Beinah beängstigend perfekt. Day - Lewis spielt mit so einer Energie und einer Vielschichtigkeit, dass es manchmal fast zu viel ist. In jeder Einstellung erkennt man, dass in diesem Mann noch etwas schlummert, dass er mit sich selbst kämpft. Die Kamera ist dabei immer genau richtig. Mal weit weg, um auch wirklich die gesamte Weite der Umgebung einzufangen und mal so nah dran, dass jeder einzelne Bartstoppel zitternd zu erkennen ist.

Noch ein paar Worte zur Musik. In den ersten Minuten konnte ich mich noch nicht so richtig mit dem knarzenden Gitarrensound anfreunden. Zu ungewöhnlich klang das in den Ohren. Aber je länger der Film lief, um so deutlicher wurde die Macht der Geräusche. Mit langgezogenen nervenden Tönen wird eine Spannung erzeugt, wo vorher nur ein Mann ist, der mit seiner Spitzhacke auf Gestein einschlägt. Unruhig rutscht man auf dem Kinosessel umher, weil man denkt, gleich passiert etwas. Er gleitet vielleicht ab und haut sich die Hacke ans Bein. Dann passiert erstmal nichts dergleichen. Nur um plötzlich doch mit wummernden Gitarren ein Schreckensszenario auf die Leinwand zu malen.
Der brennende Ölturm in der Dunkelheit wird so schnell nicht aus meinem Gedächtnis verschwinden.

Diese Woche läuft “No Country For Old Men” in Deutschland an und, sosehr ich mich auch auf den Film freue, er wird es unglaublich schwer haben “There Will Be Blood” von meinem “Bester Film des Jahres” - Thron zu kippen.

Bücher

Dickicht - Scott Smith

The Ruins

Verstümmelung ist in den letzten Jahren extrem angesagt. Zumindest im Kino. Mit “Saw” hat das perfide “Ich schneide mir Körperteile ab, damit ich überlebe” - Szenario angefangen, dann ging es mit “Hostel” weiter, wo nun andere Menschen aus Spaß die Extremitäten ihrer Opfer entfernten und mit “The Ruins” (dt. Titel “Dickicht”) ist der “torture porn” jetzt auch in der Unterhaltungsliteratur angekommen.

Vier junge Amerikaner verbringen ihren Urlaub am mexikanischen Strand. Dort lernen sie einen Deutschen kennen, der mit folgender Beschreibung eingeführt wird:

Er war Deutscher, von der Sonne gebräunt, sehr groß, mit einem blonden Kurzhaarschnitt und hellblauen Augen. Auf dem rechten Unterarm hatte er ein Tattoo von einem Adler, schwarz mit roten Schwingen.

An dieser Stelle wollte ich das Buch schon fast zur Seite legen. Tat ich dann aber doch nicht, weil ich hoffte, dass im Verlauf der Geschichte, die dunklen Geheimnisse, des total arisch anmutenden Deutschen, gelüftet würden.

Zusammen mit einem Griechen, der kein Wort Englisch sprechen kann, und für die Handlung vollkommen unwichtig ist, sich aber sehr gut als Opfer machen könnte (in Horrorgeschichten braucht man immer Opfer), wandern unsere sechs Freunde in den Dschungel, um den Bruder des Deutschen zu suchen, der angeblich an archäologischen Ausgrabungen beteiligt ist. Dieser Ort entpuppt sich als alter Maya - Tempelberg, auf dessen Spitze ein Plateau, zwei leere Zelte und ein tiefer Schacht zu finden sind. Außerdem ist der gesamte Hügel mit einer hübschen Schlingpflanze mit roten Blüten bedeckt.

Bevor richtig klar ist, warum sich niemand mehr bei den Ruinen aufhält, taucht ein ganzes Dorf Mayas auf, die den kleinen Berg umstellen und die Touristen darauf festsetzen. Von diesem Moment an nimmt das Chaos seinen Lauf.

Als erstes fällt der Grieche in den Schacht und bricht sich das Rückrat. Bei der Rettungsaktion verletzt sich der Nächste am Bein, was sein Schicksal ebenfalls fast besiegelt, denn die Pflanze, welche überall wuchert, ist nicht so nett, wie sie aussieht. Hier beginnt nun auch der Vergleich mit den “torture porn” Filmen. Auf den folgenden Seiten, werden Beine amputiert, sich selbst das Fleisch aufgeschnitten und auch darüber nachgedacht, ob man nicht den ein oder anderen Menschen verspeisen sollte. Das ist alles detailliert beschrieben, eklig zu lesen und bietet auch eine gewisse Faszination.

Ansonsten passiert leider relativ wenig. Es wird unter Hunger und Durst gelitten, die Nerven liegen irgendwann blank und nach und nach dezimiert sich die Gruppe immer weiter. Quasi, wie in jeder anderen Horrorgeschichte auch. Zum Schluss gibt es noch einen Cliffhanger, der schon aus 100 Seiten Entfernung zu riechen ist. Zurück bleibt ein hart geschriebener und inhaltlich gnadenloser Roman.

Natürlich ist die Verfilmung des Stoffes schon fast beendet. Starttermin von “The Ruins” ist Ende April und die ersten Trailer zeigen schon, wie unangenehm es auf dem kleinen Hügel mitten im Dschungel zugeht. Komischerweise wurden die Personenkonstellationen zwischen Roman und Film stark verändert und in den Werbeclips sind einige Szenen zu sehen, die so im Buch nie vorkamen. Anscheinend hat Autor Scott Smith sein eigenes Werk nicht so richtig gefallen, denn er ist auch für das Drehbuch verantwortlich.

Bücher

Der Schrecksenmeister - Walter Moers

Schrecksenmeister

Endlich zurück in Zamonien.

Walter Moers hat sich ein weiteres Mal auf seinen verrückten Kontinent, voller merkwürdiger Kreaturen, gewagt und präsentiert erneut ein Geschichte, gespickt mit absurden Einfällen und kauzigen Situationen.

Echo ist eine Kratze. Kratzen sehen aus wie Katzen, haben aber, die Eigenschaft alle Sprachen Zamoniens zu beherrschen. So fällt es ihm leicht, mit dem Schrecksenmeister der Stadt Sledwaya, in der “das Gesunde krank und das Kranke gesund” ist, zu kommunizieren und einen Pakt abzuschließen. Kurz vor dem Hungertod verkauft die kleine Kratze ihren Körper an den düsteren Eißpin. Sie soll noch 30 Tage zu leben haben, immer genug köstliches Essen erhalten und schließlich ausgekocht werden, damit der Schrecksenmeister das seltene Kratzenfett für die Vervollständigung seiner Sammlung bekommt.

Dem Erfinder des “kleinen Arschlochs” habe ich zuerst keine großen schriftstellerischen Talente attestiert. Dann aber las ich “Rumo & Und die Wunder im Dunkeln”, kurz danach “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär”, gefolgt von “Die Stadt der Träumenden Bücher”. Alle drei sind superbe Romane und haben gezeigt, dass Moers sehr viel mehr kann, als nur debile Fäkalwitze zu schreiben. So strotzt auch “Der Schrecksenmeister” vor märchenhaften Beschreibungen und Dialogen, die einen erstaunen und häufig breit grinsen lassen. Gleichzeitig durchzieht eine düstere morbide Stimmung alle Szenarien und bietet ein teilweise krasses Kontrastprogramm.

Im seinem neusten Werk verzettelt er sich für meinen Geschmack etwas zu stark in den Beschreibungen von Alchemieschränken, Speisezubereitungen und unterirdischen Gärten, beweist dabei aber eine irrsinnige Kreativität, sodass ich diese Passagen locker lesen konnte, auch wenn sie zur Handlung kaum etwas beitrugen.

Unbedingt erwähnen muss ich auch noch die unterstützenden Zeichnungen, welche ebenfalls von Walter Moers selbst angefertigt wurden. Die verrückte Welt wird so noch stärker zum Leben erweckt. Die momentan erhältliche großformatige Hardcoverausgabe bringt die Bilder bestens zur Geltung, liest sich prächtig, lässt sich aber ungünstig transportieren. Dafür kann man damit aber eine Schneeweiße Witwe erschlagen und vielleicht sogar ein Gekochtes Gespenst erschrecken.

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