
Erster Durchgang: “Mhmmm … es rappelt und rumpelt ganz schön … “Sick, Sick, Sick” hat sich etwas in den Gehörgang eingebrannt, ansonsten ist man noch etwas verloren zwischen quietschenden Gitarren und mal treibendem, mal ruhigem Getrommel.”
Zweiter bis fünfter Durchgang: ” OK, die ersten zwei Songs gehen jetzt recht locker durchs Ohr und machen Spaß. “I’m Designer” macht es da schon wieder schwerer. Hat aber ein paar schöne Textzeilen:
The thing that’s real for us is: fortune and fame,
All the rest seems like work.
Its just like Diamonds
In shit.
(…)
I’m one of a kind,
I’m designer.
“Into the Hollow” wirkt wie ein kurzer Ruhepol mit recht träger Stimmung, danach kommt dann der Rhythmus, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht: “Misfit Love” rollt über einen hinweg. Das folgende “Battery Acid” auch, aber auf die unangenehme Art.
Dann … Entspannung mit “Make It Wit Chu”. Danke, hat man auch gebraucht.”
Sechster bis zehnter Durchgang: “Die erste Hälfte der Platte macht Spaß, es ist kein Überhit dabei, wie “No one knows” oder “Go with the flow”, aber vielleicht entwickelt sich ja eines der letzten Lieder dazu.
“3’s & 7’s” ist ein purer typischer QOTSA Song. Rockt, ist leicht verzerrt, geht mal hier mal dorthin. “Suture Up Your Future” ist wieder etwas ruhiger und “River in the Road” noch etwas psychedelischer. “Run, Pig, Run” reiht sich da gut an die vorherigen Lieder an, trommelt aber sehr viel stärker auf den Hörer ein.
Dann … Finale. “The Fun Machine Took a S**! & Died”. Erstmal geiler Songtitel. Das Lied selbst ist wieder mehr eines der ausgeflippteren und kann sich bei einer Laufzeit von fast 7 Minuten auch nicht entscheiden, wo es hin will. Spannend zu hören, aber nicht eingängig.”
Zehnter bis unendlicher Durchgang: “Weniger eingängig, ist so das erste was mir zum fünften Album einfällt. Ganz klar härter als der Vorgänger “Lullabies To Paralyze” und insgesamt vom Stil irgendwie zwischen “R” und “Songs For The Deaf” anzusiedeln.
Ich habe meine Zeit gebraucht, um mich in das Album einzuhören. Es ist ganz klar kein zweites “Songs For The Deaf” aber immer noch ein gutes Album.”
PS: Es ist ja neuerdings so eine Unart geworden, zwar ein Hochglanzbooklet in die CD Hüllen zu stecken, aber einfach keine Lyrics darauf zu drucken. Doof, ganz doof.
Bin auch einer der wenigen, der die Platte klasse findet. Mir war Lullabies zu langweilig und uninspiriert, Era Vulgaris ist das einfach wieder viel relevanter, weil experimentierfreudiger. Von Sound und Produktion her grenzt es sich doch ziemlich von den anderen Platten ab. Parallelen zu Deaf seh ich eigentlich nicht, dafür isses echt zu verschroben und an einigen Stellen fast schon zu minimalistisch. “I’m Designer” finde ich übrigens großartig, is einer der eingängigeren Sachen auf der Scheibe. Meine anderen Favoriten sind “3’s&7’s”, “Make it wit chu” und “River in the Road” (was für ein hypnotischer Song!). Und auch die anderen haben irgendwas besonderes an sich, z.b. der kaputte Anfang von “Battery Acid”.
Also ich bin positiv überrascht, klar, ist keine Hitsammlung wie Deaf, aber vom Sound her einfach sehr frisch und schräg. Das gesamte Artwork finde ich übrigens großartig, Lyrics kann man sich ja woanders besorgen.
Natürlich ist es anders, als die Vorgänger, aber am stärksten grenzt es sich wohl von Lullabies ab. Wer “R” und “Deaf” mochte, wird auch mit “Era Vulgaris” glücklich werden, oder ist ein konservativer Knochen.
Also da ich mich in einigen Musikforen aktiv oder passiv aufhalte und auch mit Bekannten mal über Platten quatsche, kam mir zu Ohren, dass vielen “Era Vulgaris” zu verschroben und zu wenig poppig sei. Ich muss sagen, dass ich da irgendwie dazwischen stehe. Die Scheibe hat nen rohen Kern, aber gut 50% der Songs entpuppt sich schon nach kürzester Zeit zu absoluten Hits. Und selbst die weniger eingängigen Sachen haben irgendwas Besonderes an sich. Aber ich würd trotzdem nicht sagen dass Leute die “Deaf” mochten auch die Neue mögen, weil die Neue doch viel minimalistischer produziert ist und nicht alle Songs sofort knallen. Zumindest kenn ich einige die “Deaf” hervorragend finden und die Neue eher solide.
OK, man muss sich schon auf die Platte einlassen, aber QOTSA waren für mich noch nie die lockere Rocktruppe. Ich erwarte da auch schon so ein wenig verrückte Spielerei.
Ist, wie so oft, eine Frage der Erwartungshaltung. Da kann ich es natürlich nachvollziehen, wenn man sich an einigen Ecken und Kanten von “Era Vulgaris” stößt.
in meinen augen ein grosser schritt nach vorne, nach dem letzten doch sehr poppigen album. für leute, die sich darüber beschweren, dass dieses album nicht genug poppig ist, habe ich nur ein müdes lächeln übrig und bin eigentlich ganz froh drum