
Die Spider-Man-Filme sind Hollywoodfilme in Reinkultur. Es geht eigentlich nicht größer, schneller, höher, weiter und kitschiger, als bei Sam Raimis Interpretation der Comicgeschichte um den Wandkrabbler. Deswegen haben wahrscheinlich auch so viele Leute Spaß daran. Die Einspielergebnisse sagen ja alles.
So ist auch der dritte Teil wieder eine Mischung aus Gefühls- und Actionkino, wobei ersteres beim Publikum auf geteilte Begeisterung stößt. So konnte sich gestern Abend ein Herr im Kinosaal, während einer besonders vor Gefühlsduselei sprudelnden Szene, nicht zurückhalten und schrie ein qualvolles “Schnitt” in die Dunkelheit des großen Vorführraums. Sein Wunsch wurde nicht erhört. Es wurde sogar alles noch viel schlimmer.
Als dann auch noch kurz vor dem Endkampf Spider-Man heroisch durch die Luft flog und im Hintergrund demonstrativ die amerikanische Flagge wehte, während eine Journalistin etwas von Hilfe, Hoffnung und Rettung redete, konnte auch ich mir ein leichtes Stöhnen nicht verkneifen.
Wichtig ist neuerdings auch das die Bösewichte nicht wirklich böse sind. Der Sandmann will nur die OP seiner kranken Tochter bezahlen und braucht dafür Geld, der neue Kobold wechselt am Ende auch die Seiten und Venom benutzt den Hass der anderen, obwohl die eigentlich keine miesen Kerle sind. Das sorgt natürlich für Spannung.
So sitzt man also da, wird über 140 Minuten von einer Actionszene und einem triefenden Dialog nach dem anderen bestrahlt und fragt sich, warum die 300 Millionen Dollar zwar für ne Menge Krach und Bumm, aber nur eine richtig coole Actionszene gereicht haben. Kurz darauf fragt man sich dann noch, warum diese Szene ausgerechnet die erste Krach und Bumm Szene des ganzen Films ist und danach überlegt man woher eigentlich dieser schwarze Schleim kam, der Spidey, so böse gemacht hat. Ist aus einem Steinbrocken gefallen, der vom Himmel gefallen ist, möchte man sagen und merkt, wie hohl das alles ist.
Am Ende geht man mit eine grenzdebilen Grinsen aus dem Kinosaal, weiß das man über zwei Stunden billig Unterhalten wurde und ist glücklich.
Hollywood.
Also woher der schwarze Schleim gekommen ist, habe ich nie in Frage gestellt. HEY, dass ist ne Comic Verfilmung
Mir kommt der neue Spidey eher wie ein Liebesfilm mit Actionszenen vor. Da wird ja gerade gegen Ende auf die Tränendrüse gedrückt.
Das mit der USA Flagge fand ich auch kacke, aber das brauchen die da drüben wohl so.
Der Gastauftritt von Bruce Campbell als Franzose war aber lustig gemacht. Lachen habe ich auch müssen, wie Peter Parker Hüfte schwingend durch die Stadt gelaufen ist. Haha, ich muss immer lachen.
Ich wusste das es kein anspruchsvoller Film wird und genau deshalb war ich nach Ende des Films zufrieden.