
Star Wars ist tot.
Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich diese schwerwiegende Tatsache verarbeitet und als bittere Wahrheit angenommen habe. Schon am Mittwoch Abend, kurz nachdem ich die Preview von “Star Wars: The Clone Wars” verlassen hatte, kamen mir diese Gedanken, aber ich habe sie bis heute verdrängt.
Auch ich konnte mit den neuen Episoden 1 bis 3 nicht so viel anfangen, aber da hatte ich wenigstens noch das Gefühl etwas großes, wichtiges und ein wenig magisches zu sehen. Selbst wenn das nur in einigen Szenen zu fühlen war, es war wenigstens vorhanden. Irgendwo. Aber bei diesem neusten kruden Animationsfilm, der als Einführung zu einer gleichartigen TV Serie dienen soll, stimmt einfach nichts. Was umso schlimmer ist, da die ähnlich angelegte Zeichentrickserie nicht mal schlecht war. Diese drei bis fünf Minuten kurzen Folgen hatten übertriebene Action, knackig kurze Dialoge, coole neue Jedis und haben sich stimmig in das Universum eingefügt. Die Zeichnungen waren schnell, das Medium wurde gut genutzt und es gab keinen Leerlauf. Die zweite Staffel habe ich noch nicht gesehen, aber die erste war in gutem Sinne extrem “over the top”.
Und jetzt das.
Der optische Stil von “The Clone Wars” ist ebenso kantig, wie der der Zeichentrickserie, aber es fehlt an Spritzigkeit, an coolen Actionszenen, an interessanten Charakteren, an einer wirklichen Geschichte, an Dramaturgie, an jeder Daseinsberechtigung im Star Wars Universum.
Es kommt keine Spannung auf, obwohl es ständig überall blitzt und knallt. Wir kennen die meisten Figuren und wissen, dass sie nicht sterben werden, weil der Film als Brücke zwischen Episode 2 und 3 dient und sie dort alle wieder auftauchen. Also gibt es ein paar neue Ckaraktere, die alle langweilig und / oder nervig sind.
Am schlimmsten ist aber die beinah ununterbrochene Action. Selten habe ich etwas so uninspiriertes gesehen. Die meisten Gefechte laufen wie folgt ab: Schnitt auf Droiden, die gerade vor sich hin marschieren und schießen, Schnitt auf Jedis / Klonkrieger, die die Schüsse abwehren / zurück schiessen, Schnitt auf Droiden, ein paar von ihnen werden getroffen und explodieren, Schnitt auf Klonkrieger, ein paar werden getroffen, fallen um. Repeat.
Gleichzeitig wird dann noch wirr von einem Schauplatz zum nächsten geschnitten. Anakin kämpft gegen ein paar Droiden. Phew, Phew, Phew, Schnitt. Obi Wan kämpft gegen ein paar Droiden. Phew, Phew, Phew.
Die Macht eines Animationsfilms wird in keiner Einstellung genutzt. Die Kamera bewegt sich fast nie, alles wirkt vollkommen statisch und wie vom Fließband produziert. Traurig.
Dieser Film hätte direkt im Fernsehen landen sollen. Damit wäre er zwar nicht besser geworden, aber als Star Wars Fan hätte ich mich, mal wieder, nicht so benutzt und ausgebeutet gefühlt. Die Veröffentlichung in den Lichtspielhäusern der Welt ist reine Geldmacherei und wird dem Medium Kinofilm in keiner Weise gerecht.
OH JA!
Erst einmal:
Will man einen Post verfassen, so steht hierfür hier im Forum:
“Schreibe EIN Kommentar” - Zur Info an die Admins hier: Es heisst korrekt deutsch: “Schreibe EINEN Kommentar”.
Jetzt aber zur Ssche:
Während die ersten drei SW-Filme, die Lucas in den 70ern machte, als er noch lange nicht so ein Riesen-Medienmogul war wie heute, nicht nur Klasse sind, sondern auch kritische und realpolitisch rebellische Züge deutlichst tragen, so sind im Vergleich dazu SAEMTLICHE drei neuen SW-Filme das EXAKTE Gegenteil hiervon.
Die drei neuen SW-Filme (die in der Handlung vor der der alten drei 70er-SW-Filme angesetzt sind) inklusive aller Randprodukte wie diese eine Kurzanimation, die gar in den Kinos landete, sind reinster Schund in jeder Hinsicht:
Politisch sagen sie nicht nur nichts mehr aus, sondern tendieren sogar dazu, den Zuschauer abzulenken vom Selberdenken und Kritischsein, ihn zu vertrösten, er solle doch zufrieden sein mit allen Misständen und seinem eignen Sklaventum, und darüberhinaus noch wird Krieg verfälscht dargestellt und pauschal gerechtfertigt.
Der Krieg der neuen SW-Filme ist nicht mehr der Krieg der alten guten 70-er-SW-Filme:
Damals war es noch Aufbruch, 68er-Zeiten. Eventuell bin ich jetzt da etwas zu naiv. Eventuell wurden auch schon die ersten drei SW-Filme in der Traditiom von Hollywood gemacht, von der Realität abzulenken.
Davon, dass JFK ermordet wurde, weil er den Vietnamkrieg beenden wollte, davon, dass US-Firmen inkl. Whitehouse sich an drei Millionen toten Vietnamesen finanziell bereicherten.
MAn kann aber nicht zu Lucas gehn und ihm sagen, er hätte DIREKT den Vietnamkrieg unter den Tisch gekehrt. Er war sicher ein Kriegsgegner, und ich hoffe, er ist auch jetzt noch gegen alle Irak- und Afganistan-Einsätze der mit Bush und Co. leider schon halb nationalsozialistischen USA.
Dies hängt direkt zusamenn. Überlegen sollte man sich, was man auf der Leinwand eben grad NICHT sieht, was einem, UNS ALLEN, nicht gezeigt wird.
Quod Licet Iovi non Licet Bovi? (Lat.: “Was Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt.”) Dies DURCHBRECHEN wir müssen.
:-/
PS: bitte keine Antworten à la: “Erst korrigierst Du das Forum ortographisch und dann machst Du selbst Tippfehler!”.
Flüchtigkeitsfehler sind etwas total Andres als wenn Jemand glaubt, ein Fehler sei die Wahrheit, auch ein Ortografischer wie z.B. die vielen Leute, die glauben, man würde die Mehrzahl des schon verdeutschten englischen Worts “Pin” für “Nadel” mit einem Apostroph zwischen dem Wort und dem deutschen “s” für die Mehrzahl schrieben, also: ” Pin’s ” , was TOTAL falsch ist und oft leider so auch im Internet zu lesen ist.
So ist es auch schlimmer als ein Tippfehler, wenn in Foren steht:
“Schreibe EIN Kommentar”.
Dann sollte ich hier kritzeln: “Der Internet iss’t ihbärsääät mit Dippveeler’s” oder so :-))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))