Sternwanderer – Neil Gaiman
von Daniel

Nachdem in den letzten Wochen “Malevil” von Robert Merle, “Blutschatten” von James Ellroy und “Der Talisman” von King / Straub jeweils nach 50 gelesenen Seiten in die Ecke geflogen sind, kann ich nun stolz vermelden endlich wieder einen Roman mit Freude bis zur letzten Seite gelesen zu haben. War bei 200 Seiten auch nicht so schwierig, aber 200 Seiten können auch quälend lang sein, wenn der Inhalt nicht stimmt. Das ist bei Sternwanderer (keine Ahnung, wie die Übersetzer aus dem original Titel “Stardust” darauf gekommen sind) von Neil Gaiman aber zum Glück nicht der Fall. Die nette Märchengeschichte ist in einem lockeren Plauderton geschrieben und wirkt trotz ihrem teilweise spektakulären Inhalt sehr ruhig und zurückhaltend. Andere Autoren hätten die Geschichte um den jungen Tristran Thorn, der im Feenland nach einem vom Himmel gefallenen Stern sucht, um seiner Angebeteten die Liebe zu beweisen, sicherlich auf der doppelten bis dreifachen Seitenzahl ausgebreitet. Nicht so Gaiman, der es schafft, die drei Handlungsstränge in passendem Umfang zu erzählen und am Ende zu verknüpfen, ohne auf ein plattes Actionfinale zu setzen.
Um so verwunderter war ich, als ich mir den ersten Trailer zu kommenden Verfilmung angeschaut habe. Allein in den paar Ausschnitten gibt es sehr viel mehr Actionszenen zu sehen, als im ganzen Roman vorkommen. Hätte mich auch irgendwie gewundert, wenn das ganze im Film nicht zu einem Fantasy-Mega-Blockbuster aufgeblasen wird. Trotzdem scheint der kautzige Humor noch dabei zu sein. Ganz klar ein großes Plus der ganzen Erzählung. Die Idee, dass die sieben Kinder des Königs sich gegenseitig umbringen und die Toten als Geister, die Überlebenden, bei ihrem weiteren Kampf beobachten, ist einfach köstlich und superb geschrieben.
Ich kann dieses augenzwinkernde lockere Märchen nur empfehlen. “Sternwanderer” ist feinste Unterhaltung ohne grunzende Orks, weltbedrohende Monsterhorden und klinisch reine Heldengruppen.
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Stardust
1998
Neil Gaiman
Kommentare
[...] zweiter Gaiman Roman. Diesmal in englisch. Wie auch schon “Sternwanderer” ist auch “Neverwhere” ein locker zu lesendes Fantasybuch, bei dem am Ende nicht [...]
[...] nicht all zu langer Zeit habe ich ein paar Worte über den Roman “Sternwanderer” verloren. Ein nettes, aber nicht überragendes Stück [...]
Der Talisman lohnt sich aber… es ist ein tolles Buch.