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Switched: Retrospektive

Macbook 2

Jeder Switcher aus der Windows - Welt in Richtung Apple und OSX schreibt über seine Erkenntnisse. Also will auch ich ein paar Worte über mein bisheriges knapp 5 Monatiges arbeiten mit dem Mac verlieren.

Es kommt eine Zeit im Leben jedes Computernutzers, in der er seinen Windows - PC verflucht. Bei manchen früher, bei anderen später.
Häufig liegt das Problem zwar beim nutzenden Menschen, aber das Betriebssystem von Bill Gates legt einem doch immer wieder merkwürdig anmutende Stolpersteine in den Weg.

Dann denkt man sich immer: “Gäbe es doch nur ein anderes Betriebssystem, dass stabiler liefe, mir keine kryptischen Fehlermeldungen an den Kopf werfe und ein paar kleine Kniffe hätte, die mir die Bedienung erleichtern würden.”

Normalerweise schiebt man diesen Gedanken zur Seite, drückt den Reset-Knopf an der grauen kantigen Kiste unter dem Tisch und wartet auf den Neustart des Systems.

So einfach wollte ich es mir irgendwann aber nicht mehr machen. Begibt man sich daraufhin, frohen Mutes, auf die Suche nach Alternativen, so landet man bei Linux und OS X. Das eine ist ein riesiges Open Source Projekt mit gefühlten 20 verschiedenen Versionen, manche mit vorinstallierter Bedienoberfläche, andere nur aus einem Grundgerüst bestehend. Möchte man einfacher und mit weniger Eigenaufwand an seinem PC arbeiten, so scheint dies nicht die richtige Wahl zu sein.

Also wandert der Blick zu diesen Leuten, die diesen iPod verkaufen. Die bauen doch auch PCs. Macs, oder so. Man überlegt kurz und es fallen einem die bunten kugeligen Alles-in-einem PCs ein. Die waren doch von Apple. Und die hatten doch ihr eigenes Betriebssystem. Sahen aber schon ein wenig albern und bunt aus.

Klick-klick, und schon lande ich auf der Apple - Homepage. Nichts buntes zu finden, aber viele hübsche PCs in weiß und silber grinsen mich an. Doch lassen wir uns davon erstmal nicht ablenken, es geht ja um das Betriebssystem. OS X ist die Bezeichnung, 10.4 die Version und Tiger der markante Name.

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Laut Hersteller ist OS X natürlich das tollste was man überhaupt auf einer Festplatte ablegen kann. Dementsprechend vorsichtig lese ich mir die Feature durch. Danach schaue ich bei ein paar unabhängigen Berichterstattern vorbei, die aber auch alle sehr begeistert klingen.

Also geht es in den nächsten Laden, um Rechner und Betriebssystem in Augenschein zu nehmen. Da ich keine Lust mehr auf einen festen Platz für meinen PC hatte kam nur ein Laptop in frage. Von den beiden zur Wahl stehenden Modellen gefiel mir das Macbook besser, weil kleiner und handlicher. Das Macbook Pro ist da doch schon ein ganz schöner Brocken gegen, vorallendingen das 17 Zoll Modell.

OS X wirkt auf den ersten Blick, im Laden, stylisch und intuitiv bedienbar, wenn auch, für den Windows Nutzer, leicht gewöhnungsbedürftig. Die beim Kauf des Rechners enthaltene Software (iLife - Paket) macht Spaß (PhotoBooth) und scheint doch recht mächtige Funktionen in sich zu vereinen (GarageBand).

Schnell ist also die Entscheidung gefallen. So einen kleinen weißen Freund mit diesem kleinen verrückten Betriebssystem brauche ich auch.

Kurze Zeit später bietet sich mir die günstige Möglichkeit ein Macbook aus dem Refurbished - Store von Apple zu erwerben. 1079€ anstatt 1249€. Es schwingt zwar ein leicht mulmiges Gefühl in einem herum, wenn man ein solches Gerät aus zweiter Hand kauft, aber im Zweifelsfall kann man die Ware immer noch zurückschicken. Dementsprechend liegt das Risiko quasi bei null. Außerdem ist Hardware aus dem Refurbished - Store häufig mit einigen Extras erweitert, die in der Produktbeschreibung nicht enthalten ist. So steckte in meinem Macbook ein zusätzlicher 1GB Ram Riegel. Und auch ansonsten war das Gerät top in Ordnung. Ein paar leichte Kratzer am Deckel, aber die hätte ich in einem Monat auch selber rein gemacht.

Die ersten Wochen mit meinem Macbook haben mich einige schmerzliche Erfahrungen machen lassen. Beispielsweise die Tastenbelegung. Mit AltGr und Q macht man in der Windows-Welt ein @ Zeichen. Nicht so beim Mac. Die Apfel-Taste, welche sich an der selben Position befindet wie AltGr, schließt, zusammen mit Q, einfach das momentan geöffnete Programm. Sehr sehr ärgerlich, wenn man gerade in ein Formular eine E-Mail Adresse eingeben will und ZACK einfach alles beendet. Zusätzlich verwirrend wird das ganze, wenn man ein Programm wirklich schließen möchte. Schließt man nämlich nur das Fenster, so ist das Programm selbst noch aktiv.

Apropos “Fenster schließen”. Die Buttons dafür befinden sich beim Mac ja auf der linken Seite und nicht rechts, wie bei Windows. Das verwirrt erstmal, dann verwirrt es einen nicht mehr, aber sitzt man mal wieder an einer Windows Kiste, ist man nun umgekehrt verwirrt.

Ein deutlicher unterschied beim arbeiten mit OS X ist mir bei der Handhabung mit den Fenstern aufgefallen. Unter Windows hatte ich ungern und sehr selten mehr als ein Fenster geöffnet. Die Taskleiste war schnell voll und man verlor oft die Übersicht. Unter OS X habe ich ständig vier fünf Fenster von verschiedenen Programmen offen, die sich bequem und automatisch per Tastendruck anordnen lassen.

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Widgets, kleine Programme die sich mit F12 aufrufen lassen, sind ganz nett, aber nicht wirklich nötig. Mehr siehe Screenshot:
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Die Softwarequalität von Drittherstellern ist sehr hoch, es gibt aber auch weniger und die wollen meistens auch Geld haben. Die Freeware Welt ist eindeutig kleiner als bei Windows, man findet aber alles was man normalerweise braucht. Ich zumindest hatte noch keine Probleme, die passende Software zu finden. Portale wie macupdate helfen einem bei der Suche.

Zur Stabilität des System kann ich sagen, dass sich OS X in den ersten zwei Wochen zwei mal aufgehangen hat, was zu einem Neustart meinerseits führte. Doch seitdem läuft alles ohne Probleme.

Ich fahre den Rechner auch kaum noch runter. Der Laptop wird einfach zugeklappt und geht in den Schlafmodus. Klappt man ihn wieder auf ist er in wenigen Sekunden voll einsatzbereit. Das ist etwas, was ich unter Windows nicht machen könnte, weil sich das System ständig verlangsamen würde, je länger es liefe.

Die iLife Produkte, die ich schon ausgiebig genutzt habe, sind allesamt intuitiv bedienbar und haben mich höchstens durch ihre Einfachheit geschockt. Selten habe ich mit iMovie und iDVD solch ansehnliche Filme zusammengeschnibbelt und auf DVD gebrannt. iPhoto ist sehr nett zum sortiere von Fotos, aber sehr eingeschränkt, was die Bearbeitung angeht.

Insgesamt kann und muss man bei OS X viel mehr Dateien einfach mal irgendwo hinziehen. Funktioniert auch gut, weil die Programme sich alle gegenseitig gut leiden können. So auch beim Finder, der das Gegenstück zum Explorer von Windows ist.

Das Macbook selbst ist klein und verfügt über ein 13,3 Zoll Widescreen Display. Die Glossy - Oberfläche spiegelt leicht, aber bietet auch ein helles und kontrastreiches Bild. Der Akku hält vielleicht 3,5 Stunden, so genau habe ich das noch nicht nachgemessen. Bei hoher Arbeitslast werden die Lüfter schon mal laut und das Gehäuse an einigen Stellen warm bis heiß. Zum Glück geschieht das nur recht selten. Ansonsten ist das Gerät fast flüsterleise.

Etwas ärgerlich sind die wenigen USB Anschlüsse. Davon gibt es nur 2 an der linken Seite. Dafür ist das Touchpad sehr cool, weil es erkennt ob man mit einem zweiten Finger tippt und so ein Rechtsklick simuliert werden kann. Außerdem kann man mit zwei Fingern auf dem Pad bequem durch Dokumente und Internetseiten scrollen.

Achja, Internet. Ob man den Browser Safari und das Mailprogramm Mail oder die freie Software Firefox und den Thunderbird benutzt, ist reine Geschmackssache. Besser als Internet Explorer und Outlook sind sie alle.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich meinen Wechsel nicht bereue. Bei richtiger Handhabung kann man auch ein stabiles Windows haben, aber der Aufwand dahinter ist bei OS X unnötig.

In ein paar Wochen erscheint das nächste Update 10.5 Leopard. Mal sehen, ob OS X dann wieder einen Schritt weiter ist, als die Konkurrenz von Microsoft.


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