Videospiele

Verriss: Metroid: Prime

Metroid sucks

Heute will ich mal einem der großen Spiele unserer Zeit ans Bein pinkeln. Es wird seinen Erfolg nicht schmälern und wir werden weiterhin Fortsetzungen des Franchise sehen, aber ich kann mir den Schmerz von der Seele schreiben und danach geht es mir bestimmt besser.

“Metroid: Prime” ist DAS Gamecubespiel schlechthin. Mit einer durchschnittlichen Spielspaßwertung von 96,8% steht es bei gamerankings.com auf Platz 1 der GC-Titel und auf Platz 3 aller Videospiele. Muss ja einen Grund haben, denkt sich der einfach gestrickte Gamer. Wenn alle sagen es ist geil, dann kann man den Budgetkauf mal wagen.

Großer Fehler. Ganz großer Fehler.
Das erste Level auf einer Raumstation ist noch super. Grafik, Sound und Atmosphäre sind klasse, daran will ich auch gar nicht rummäkeln. Doch erste krude Gameplaymechaniken sind auch hier schon zu finden.
Unsere Heldin Samus (stumm, wie so viele Nintendo-Figuren) steckt in ihrem Anzug und hat eine total schöne Scanfunktion in ihrem Visier verbaut. Damit kann, darf und muss man alles scannen, was einem so über den Weg läuft. Gegner, Schaltpulte, Steinplatten, Türen, Pflanzen … einfach alles. Manche Dinge muss man scannen, damit es überhaupt weitergeht, andere Sachen sind optional und enthalten Informationen über die Welt und die Story. Bedeutet also: scannt man nicht alles ab, bekommt man von der nur durch Texttafeln erzählten (und quasi nicht vorhandenen) Story nichts mit. Man könnte einfach durch die Gegend rennen, Monster über den Haufen schießen und den Planeten retten und wüsste nicht mal warum.

Richtig schlimm wird es aber erst, wenn man sich auf dem Planeten selbst befindet. Hier schlägt das sogen. “Backtracking” zu. Eigentlich ist die gesamte Welt frei begehbar. Eigentlich.
Es sind dem Spieler aber immer wieder natürliche Grenzen gesetzt, die er erst überwinden kann, wenn er ein passendes Item gefunden hat, welches seinen Anzug aufwertet. Bedeutet im Klartext: man rennt erstmal irgendwo hin, merkt das es dort nicht weitergeht und rennt irgendwo anders hin, um hoffentlich das passende Item zu finden. Rennt man lange genug erfolglos durch hübsche, aber sterile Höhlen-, Wüsten-, Eiswelten blinkt irgendwann auf der Map ein Hinweis auf, der einem das nächste Ziel zeigt. Also zack-zack, wieder quer durch die ganze Welt gelatscht und das neue Item eingesackt. Jetzt kann es passieren, dass das Spielchen andersherum weitergeht. Ihr habt ein neues Item, aber wisst nicht wo ihr es einsetzen könnt. Also rennt man wieder rum, irgendwann blinkt es auf der Karte und alles beginnt wieder von vorne.
Wäre alles noch nicht so schlimm, wenn man sich einfach von A nach B bewegen könnte. Ist natürlich nicht drin. Teleporter gibt es nicht, alle Wege müssen selbst, mehrfach zurückgelegt werden. Na, hört sich das nicht nach Spaß an? Schön mehrmals durch die selbe Höhle, über die selben Lavabrocken hüpfen.

Ich habe jetzt etwa die Hälfte der Welt erkundet und keine Lust mehr. Es gibt einfach keinen Grund weiterzuspielen. Es gibt keine Anreize, keine Story, keine Charaktere, keine Entwicklung. Nur mich, den Planeten, respawnende Monster und die doofe Scanfunktion.

Über Sprungpassagen in Ego-Shootern und verkrüppelte Auto-Lock-Steuerung, mit mäßig spektakulären Schusswechseln, wollen wir gar nicht erst reden.

Mir ist die Freude auf “Metroid Prime 3: Corruption” vergangen.


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