
So schnell kann es gehen. Leider, möchte ich sagen, bin ich am Ende des neusten Zelda Abenteuers angekommen. Schön war es, aber irgendwie auch schneller vorbei als mir lieb war. Kaum verlässt man sein kleines Dorf scheucht einen die Story beinah schlauchartig durch die Welt von Hyrule. Von einem Dungeon zum nächsten geht die Reise ohne große Zwischenstopps immer dem finalen Endgegner entgegen. Warum sollte ich auch von der Hauptgeschichte abweichen? Es gibt nicht wirklich viel sinnvolles zu tun. Man kann Angeln. Wurde ja auch groß angekündigt. Macht aber nur bedingt Spaß und kann an viel zu wenig Stellen angewandt werden. Mir fallen nur drei oder vier Seen ein, an denen man überhaupt angeln kann und dort fängt man immer die selben Fische. Das Angeln selbst ist so öde wie auch echtes Angeln öde ist. Man wirft den Köder per Wiimote ins Wasser und danach wartet man. Vielleicht kommt ein Fisch vorbei, vielleicht auch nicht. Am besten ist es, wenn man den Fisch schon vorher gesehen hat und ihm den Köder auf den Kopf schleudert.
Dann kann man noch Insekten sammeln und gegen Bares eintauschen. Wenn man das erste Insekt abgibt bekommt man eine größere Brieftasche. Das ist noch sinnvoll, da der normale Beutel von Anfang an zu zu klein ist. Doch danach brauch man sich die Mühe mit dem Sammeln von kleinen leuchtenden Krabbeltieren nicht mehr machen. Es gibt nichts zu kaufen, und das was es gibt, kann man sich auch mit der Beute aus den Dungeons locker leisten. Da wären wir auch bei dem einzigen kleinen Sidequest angekommen. Man kann mit dem Geld den Bau einer Brücke zur Hauptstadt finanzieren und so den Handelsweg von einem kleinen Dorf wieder herstellen. Daraus ergibt sich eine weitere kleine Nebenaufgabe, bei der man heißes Quellwasser über eben diesen Handelsweg transportieren soll und innerhalb der Stadt noch einmal weiter verteilt.
Außerdem kann man noch einen zusätzlichen Shop in der Stadt mit Geld unterstützen und dort eine Magierüstung kaufen, die man über das ganze Spiel hinweg nie brauchen wird. Das wiederum liegt an dem geringen Schwierigkeitsgrad der Kämpfe. Ich bin bei keinem Kampf gestorben. Null. Zero. Wird man mal getroffen, dann hinterlässt meist der besiegte Gegner selbst neue Lebensenergie. Wenn nicht, dann zerkloppt man eben kurz zwei Kisten und findet dort neue Herzen. Wegen mir hätten sie die normalen Monster ruhig ein wenig stärker machen können. Selbst die Massenkämpfe am Ende vor dem Schloß von Hyrule sind mit zwei drei Rundumschlägen erledigt.
Dann die Endgegner. Sicherlich ein Highlight des Spiels, aber leider auch etwas zu simpel zu durchschauen. Normalerweise brauch man nur den zu letzt gefundenen Gegenstand auswählen und schauen, wo man diesen am Gegenüber ansetzten kann. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich auch alle Endgegner beim ersten Versuch erledigt. Kann man jetzt gut finden, weil keine Frustmomente entstehen, aber den ein oder anderen Kniff hätte ich mir doch noch gewünscht.
Wichtigster Punkt des Spiels sind aber die Dungeons. Super zusammengebastelt um ein unkompliziertes Durchwandern zu gewährleisten. Der Unterwasserdungeon hat mich noch am meisten verwirrt und auch der Dungeon in den Wolken war etwas verworren, aber der gesamte Rest war mir persönlich auch wieder zu schlauchartig. Klar, man kann sich frei im Dungeon bewegen, aber es gibt einen glatten problemlosen Weg, der einem vom Spiel durch Schlüssel und Rätsel genau vorgegeben wird. Von der Größe sind alle Dungeons auch etwa gleich. Vielleicht hätte man das auch noch etwas variieren können.
Die Rätsel sind super gemacht. Da kann man nicht dran rummeckern. Alle Items werden in den verschiedensten Formen benötigt, um weiterzukommen und immer logisch benutzt.
Story. Brauchen wir nicht drüber reden. Relativ düster: Ja. Extrem klischeebeladen: sehr großes Ja.
Und ich habe keine Lust mehr auf Helden, die nie ein Wort sagen. Das ist einfach nur lächerlich zu sehen, wie Link seinen Gesprächspartner verträumt anschaut und der natürlich genau das sagt, was die Geschichte weiterbringt. Bekloppt. Sprachausgabe wäre auch schön gewesen. Möchte gerne mal hören, wie so ein Gorone klingt.
Schließlich müssen wir noch über die Grafik und die Wii - Steuerung reden. Man sieht dem Spiel seinen GameCube Ursprung deutlich an. Ist aber nicht weiter schlimm, denn das Gesamtbild zählt. Es gibt viele Orte, mit einer Menge an Details und einige coole Effekte, aber leider auch viele kahle Stellen, die sowas von Eckig sind, dass man kaum hinschauen möchte. Da brauch man sich nur den Vorspann ansehen. Dort gibt es schön ausgestanzte Abhänge zu bestaunen.
Tag/Nachtwechsel gibt es auch, wobei ich das Gefühl hatte, es wäre irgendwie deutlich mehr Nacht als Tag.
Die Steuerung per Wiimote und Nunchuk funktioniert größtenteils super, bringt einen aber bis auf das Zielen mit Pfeil und Bogen auch kein wirklich neuartiges Spielgefühl. Bei den Kämpfen zuckt man irgendwann auch nur noch wild mit der Hand, anstatt wirklich den Arm zu schwingen, denn man brauch ja auf keinerlei Schlagbewegung achten.
Reiten und gleichzeitig einem Ork auf fünfzig Meter einen Pfeil zwischen die Augen zu schießen ist aber eine coole Sache. Leider wird aber auch auf dem Pferd zu wenig gekämpft. Überhaupt wird das Pferd nahezu unwichtig, sobald man sich über die gesamte Karte warpen kann. Schade eigentlich.
So bleibt am Ende ein wirklich klasse Spiel übrig, dass mir persönlich eine zu enge Welt bietet, in der ich mich nicht richtig verlieren kann. Die Minispiele sind zwar eine ganz nette Abwechslung, aber ein paar mehr echte Sidequests wären schön gewesen und hoffentlich gibt es im nächsten Zelda ein ausgereifteres Schwertkampfsystem.
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Ich gebe dir, komplett recht, z.b das angeln
Lohnt net zum glueck musste man nur 2 mal angeln um ueberhaupt weiter zu kommen. habe das spiel in 65 std Spiel zeit durch bekommen und bin irgendwie ein wenig entaeuscht das man nach den credits net mehr weiter machen kann.
mfg ich