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Zodiac

Zodiac Code

Stellen wir uns mal folgendes vor:
Es wird, mal wieder, ein Film über den Zodiac Killer gedreht, der sich akribisch an die wirklichen Ereignisse der Mordserie rund um das San Francisco der späten 60iger Jahre dreht. Innerhalb der ersten Stunde werden die Taten begangen, danach beschäftigt sich der Film ausschließlich mit der Ermittlungsarbeit der Journalisten und natürlich der Polizei. Und zwar 1 Stunde und 30 Minuten lang. Es werden Verhöre geführt, Beweise gesichtet, haufenweise Briefe gelesen, Kekse gegessen und viel Alkohol getrunken.

Hört sich unglaublich langweilig an und würde normalerweise von keinem Filmstudio auch nur ansatzweise finanziert werden, wäre da nicht dieser eine Mann: David Fincher ist sein Name und Regisseur sein Beruf. Mit “Fight Club” und “Sieben” hat er zwei Meisterwerke und Kultfilme im Portfolio und kann sich nun fast alles erlauben.

Also schickt er den Zuschauer mit auf diese undurchsichtige Ermittlungsreise und versucht ihn mit guten Dialogen, atmosphärischen Bildern und einem durchweg auf Realismus getrimmten Film bei der Stange zu halten.
Dieses Vorhaben gelingt insgesamt ganz gut und kann die an Spannung arme Geschichte für lange Zeit über Wasser halten. Über die komplette Filmlänge von 2 Stunden 30 Minuten geht das aber nicht gut und so ist das letzte Drittel doch leicht zäh geraten.

Für Fincher Fans, gibt es auch immer wieder kleine Filmtricks zu sehen, die so typisch für ihn sind. Es gibt einige Kameraflüge über und mit Autos, durch den Hafen von San Francisco oder Zeitraffer von entstehenden Hochhäusern. Mal wird der Geheimcode des Killers über die gesamte Szenerie eingeblendet und die wenigen Suspenseszenen sind brillant gefilmt.

“Zodiac” ist kein locker zu konsumierender Film. Der Zuschauer braucht etwas Sitzfleisch und muss sich auch haufenweise Namen merken, damit er sich in der Geschichte zurechtfindet. Wer damit kein Problem hat und keinen typischen Serienkillerfilm erwartet sollte sich “Zodiac” mal anschauen.


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